TImmer diese Fehler: BSV verliert Heimspiel gegen Bensheim
U20-Weltmeisterin Ruslana Litvinov belebte das Buxtehuder Spiel. Foto: Jan Iso Jürgens
Der Buxtehuder SV verpasste den dritten Sieg in Folge. Woran lag‘s? Wurde es nochmal spannend? War die Halle diesmal voll? Der Spielbericht aus Buxtehude.
Buxtehude. Der Buxtehuder SV geht mit einer 25:30-Heimniederlage gegen die HSG Bensheim/Auerbach in die Länderspielpause und rutscht vorübergehend auf den siebten Tabellenplatz ab. „Wir hatten uns ein bisschen mehr erhofft“, sagte BSV-Trainer Jonas Schlender.
Doch woran lag es? Das TAGEBLATT beantwortet die wichtigsten Fragen zum Spiel.
T Wer ist die Nummer eins im Tor? Der BSV zählt auf sein ganzes Trio
Wer kam besser ins Spiel?
Schon früh häuften sich die technischen Fehler aufseiten des BSV. Zu einfache Ballverluste und unsaubere Abschlüsse prägten die Anfangsphase. Bensheim konterte, Buxtehude kam nicht schnell genug hinterher. Die Gäste erspielten sich eine knappe Führung. Ein Grund: Der BSV fand noch keine Lösung gegen die Deckung der Gäste, die Buxtehude nicht in ihre Eins-gegen-Eins-Situationen kommen ließ.
T BSV zittert sich zum ersten Auswärtserfolg - Kaminska hält Sieg fest
Warum blieb es trotzdem eng?
Weil Trainer Schlender früh reagierte und den Rückraum umbaute. Bereits vor dem Spiel hatte er betont, dass es gegen Bensheim Flexibilität brauche. Und tatsächlich: Die Fehlerquote sank vorübergehend.

BSV-Trainer Jonas Schlender: „Wir hatten uns ein bisschen mehr erhofft.“ Foto: Jan Iso Jürgens
Vor allem die eingewechselte Ruslana Litvinov belebte Angriff wie Abwehr in dieser kritischen Phase. Isa Ternede fand immer wieder Lücken in der gegnerischen Deckung. Kapitänin Nele Franz traf per Schlagwurf-Hammer zum 10:10 (19.) - Auszeit Bensheim. „Es ist schön, dass wir solche Gamechanger von der Bank bringen können“, sagte Schlender.
BSV-Heimspiel gegen Bensheim
Waren die Torhüterinnen wieder ein Faktor?
Ja. Die Niederländerin Nikki van der Vorst war erneut zur Stelle und sorgte in der Anfangsphase mit einem gehaltenen Siebenmeter für Jubel auf den Rängen. Zur Pause hatte sie bereits zehn Paraden auf dem Konto, am Ende waren es 15.

Die Buxtehuder Abwehr im Spiel gegen Bensheim. Foto: Jan Iso Jürgens
Im zweiten Durchgang stand Oliwia Kaminska (6 Paraden) zwischen den Pfosten und führte sich mit einigen Paraden ein - ähnlich wie vor einer Woche beim Auswärtssieg in Neckarsulm. Mit starken Reflexen bügelte sie einige Fehler ihrer Vorderleute aus. An den Torhüterinnen lag es nicht.
Was waren die entscheidenden Probleme?
Vor allem die technischen Fehler. „Das ist okay bei einer so jungen Mannschaft, aber das hat sich zu sehr gehäuft“, sagte Schlender. „Wir müssen ruhiger und cleverer werden.“ Das könne man trainieren, erklärt der BSV-Trainer: Laufwege, Abstimmung, Entscheidungsfindung. „Aber das dauert.“
Da sich die Fehler kurz vor der Pause häuften und die Abwehr etwas unachtsam wurde, hatte Bensheim leichtes Spiel und zog zur Halbzeit auf 17:14 davon. Kurz nach Wiederbeginn stand es bereits 21:15.

BSV-Handballerin Aida Mittag. Foto: Jan Iso Jürgens
Doch nicht nur die Fehlerquote beschäftigte Schlender. Er hätte sich gewünscht, dass seine Mannschaft häufiger den Weg in die Tiefe sucht und so auch Siebenmeter provoziert.
Erschwerend kam hinzu, dass durch den Ausfall von Lucy Strauchmann (Mandelentzündung) eine Alternative am Kreis fehlte. Im nächsten Spiel soll sie wieder dabei sein. Zeitweise ließ Schlender Senel und Johanna Andresen zeitgleich am Kreis spielen, doch Bensheim wusste das zu verteidigen.
Hatte der BSV noch eine Chance auf die Wende?
Ja, und genau das macht die Niederlage aus BSV-Sicht besonders ärgerlich. Denn die Buxtehuderinnen starteten eine Aufholjagd, Mitte der zweiten Hälfte stand es nur noch 21:22. Die Halle bebte. Doch der Ausgleich sollte nicht fallen. Der BSV ließ zahlreiche Chancen liegen, Maj Nielsen vergab einen Siebenmeter. Schnell baute Bensheim die Führung auf vier Tore aus.
T Weltmeisterin Litvinov: „BSV-Fans werden Freude an ihr haben“
In der Schlussphase ging immer wieder ein Raunen durch die Halle. Gelungene Aktionen - geblockte Bälle, gehaltene Würfe - wurden oft im nächsten Angriff wieder zunichtegemacht. Die Partie war entschieden. Die besten Werferinnen des BSV waren Maj Nielsen und Isa Ternede mit jeweils sechs Treffern.
T Isabelle Axmann beendet Handball-Ruhestand – Champions League lockt
Was sagten Trainer und Kapitänin nach der Partie?
Schlender zeigte sich enttäuscht. „Wir hätten Bensheim schlagen können, aber wir haben es selbst verschuldet“, sagte er und sprach damit die vielen Fehler an. Gleichzeitig wollte er die Leistung nicht nur negativ bewerten. „Wenn wir es schaffen, aus so einem Spiel Selbstbewusstsein zu schöpfen, machen wir Schritte nach vorne.“
Kapitänin Franz: „Ich glaube, wir haben heute zeitweise Tempo mit Hektik verwechselt und verlieren am Ende verdient.“
War die Halle diesmal ausverkauft?
Nein. Am Samstag blieben zahlreiche Plätze leer. Der BSV begrüßte 982 Zuschauer. Schon das erste Heimspiel gegen den HC Leipzig war nicht ausverkauft. Im Gästeblock bejubelte ein gutes Dutzend Bensheimer Fans den Auswärtssieg.
T „Was bin ich noch?“: Wie Nele Franz an Rückschlägen wuchs
Wie geht es weiter?
Nach der Länderspielpause empfangen die Buxtehuderinnen die Sport-Union Neckarsulm im Achtelfinale des DHB-Pokals (3. Oktober). Erst in der vergangenen Woche hatte der BSV das direkte Duell in der Bundesliga gewonnen. Schlender hofft, dass der BSV schon beim nächsten Mal sein Spiel über 60 Minuten auf die Platte bekommt.
Wegen der Länderspielpause muss er jedoch auf drei Nationalspielerinnen verzichten. Van der Vorst und Ternede sind mit den Niederlanden unterwegs, Torhüterin Sophie Fasold ist für die USA im Einsatz.
Update 18.20 Uhr: Aussagen von Trainer Schlender und Details zum Spiel ergänzt.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.