TJetzt doch: AfD tritt mit eigenem Kandidaten gegen Landrat Seefried an
Werner Jacobs (links) ist am Donnerstagabend von der AfD als Landratskandidat nomminiert worden. Amtsinhaber Kai Seefried (CDU) strebt eine zweite Amtszeit an. Foto: privat/Landkreis Stade/Schmidt
Die AfD überrascht kurz vor Fristende mit der Nominierung von Werner Jacobs als Landratskandidat. Der 60-Jährige ist der einzige Gegenkandidat für Landrat Kai Seefried.
Landkreis. Die AfD stellt für die Landratswahl nun doch einen eigenen Kandidaten auf. Am Donnerstagabend nominierte der AfD-Kreisverband Stade Werner Jacobs aus Brest als Gegenkandidaten. Der Landrat wird bei der Kommunalwahl 2026 am 13. September gewählt. Jacobs ist bisher der einzige Herausforderer des amtierenden Landrats Kai Seefried (CDU, 48).
Kandidaten: Aufstellungsfrist endet am Montag
Dass die AfD wenige Tage vor Fristablauf noch einen Bewerber aufgestellt hat, kommt überraschend. In den vergangenen Wochen hatte die Partei nur erklärt, sie habe trotz Suche keinen Kandidaten finden können. Die gesetzliche Bewerbungsfrist für die Kommunalwahl endet am Montag, 6. Juli. SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Linke, FDP und Freie Wählergemeinschaft verzichten auf einen eigenen Kandidaten. FDP und FWG rufen zur Wahl von Seefried auf.
Werner Jacobs ist 60 Jahre alt, in Buxtehude geboren und lebt in der Gemeinde Brest. Der Maurer- und Betonbaumeister kandidiert auch für den Rat Brest, den Samtgemeinderat Harsefeld und den Kreistag. Politisch ist er außerhalb der AfD bisher nicht in Erscheinung getreten. Bei der Aufstellungsversammlung erhielt Jacobs von 61 anwesenden Mitgliedern 60 Ja-Stimmen und eine Gegenstimme.
AfD lässt keine Presse bei Nominierung zu
Nach Angaben der AfD setzte Jacobs in seiner Bewerbungsrede die Schwerpunkte Personalzuwachs in der Kreisverwaltung und hohe Verschuldung. Die AfD lässt zu Parteiveranstaltungen und Aufstellungsversammlungen in der Regel keine Presse zu. Das galt auch für alle Aufstellungsversammlungen vor der Kommunalwahl. Wie berichtet, lehnt die Partei auch die Teilnahme an den vom TAGEBLATT organisierten Kandidatenduellen ab.
„Wir gehen davon aus, dass Werner Jacobs in der Lage ist, sich in Dinge einzuarbeiten“, antwortet der AfD-Pressesprecher auf die Frage nach der fehlenden kommunalpolitischen Erfahrung und der fehlenden Verwaltungserfahrung.
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Bei der Aufstellungsversammlung nominierte die AfD außerdem Kandidaten für die Samtgemeinden Lühe, Jork, Fredenbeck und Horneburg. Damit tritt die AfD im Landkreis Stade bei einer Kommunalwahl erstmals fast flächendeckend an. „Dafür haben sich über 100 Kandidaten aus fast allen gesellschaftlichen Schichten zur Verfügung gestellt“, sagt AfD-Sprecher Helmut Wiegers. Bei der Kommunalwahl 2021 gab es 15 AfD-Bewerber. Darunter seien, ganz ohne Quotenregelung, knapp 25 Prozent Frauen, so die AfD.
Verfassungsschutz: AfD gesichert rechtsextremistisch
Die AfD hat im Landkreis rund 300 Mitglieder. Zum Vergleich: Die mitgliederstärksten Parteien im Landkreis sind CDU mit 1070 und SPD mit 770 Mitgliedern. Die Grünen haben rund 350 Mitglieder. Der FDP-Kreisverband Stade hat 120 Mitglieder.
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Mitte Februar 2026 stufte der niedersächsische Verfassungsschutz die AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ ein. Dagegen ging der Landesverband in einem Eilverfahren vor. Das Verwaltungsgericht Hannover lehnte den Eilantrag gegen die Einstufung ab. Die Richter folgten der Argumentation, dass die AfD verfassungsfeindlich ist.
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