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Kommunalwahl 2026

Landrat Kai Seefried und die Grünen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Joachim Fuchs (Bündnis 90/Die Grünen) aus Sauensiek ist Co-Vorsitzender der Grünen.

Joachim Fuchs (Bündnis 90/Die Grünen) aus Sauensiek ist Co-Vorsitzender der Grünen. Foto: Martin Elsen

Grüne und CDU-Landrat Kai Seefried diskutieren über die Zukunft des Landkreises Stade: gemeinsame Sorge vor Rechtsruck.

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Von Karsten Wisser
Mittwoch, 03.06.2026, 17:00 Uhr

Landkreis. Kai Seefried traf sich mit Vertretern der Grünen im Landkreis Stade, um über die Zukunft der Region zu sprechen. Der CDU-Landrat kandidiert am 13. September erneut für sein Amt. Die Grünen verzichten auf einen eigenen Kandidaten. Während Seefried seine Schwerpunkte – Arbeit, Wirtschaft, Sicherheit und Gesundheit – präsentierte, betonten die Grünen die Bedeutung von Klimaschutz, bezahlbarem Wohnen und Energie für die Lebensqualität und den Wirtschaftsstandort Stade.

Der Landkreis Stade, geprägt von der Elbe und Nebenflüssen wie Este, Schwinge, Lühe und Oste, braucht ein modernes Wassermanagement. Es geht nicht nur darum, Überschwemmungen zu verhindern, sondern auch Wasser für Trockenperioden zu speichern, etwa für die Landwirtschaft. Hier herrscht Einigkeit zwischen Seefried und den Grünen.

Grüne: Klimaschutz soll Chefsache sein

Doch bei den Prioritäten gibt es Unterschiede: Die Grünen fordern, Klimaschutz stärker zur Chefsache zu machen. Sie schlagen eine Stabsstelle direkt beim Landrat vor und wollen Klimaschutz als Querschnittsaufgabe verankern. Seefried verweist auf die bestehende Leitstelle Klima, die aus Sicht der Grünen jedoch nicht ausreicht.

Seefried hob hervor, dass der Landkreis als „Energiedrehscheibe mit großem Potenzial“ gilt. Beide Seiten stimmen überein, dass Energie ein zentraler Faktor für die Wirtschaft ist. Einig sind sich beide, dass die geplante Ausweitung der Windenergieflächen auf knapp vier Prozent im Raumordnungsplan ein wichtiger Schritt ist, von dem die Region profitieren wird.

Schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien

Die Grünen drängen auf einen schnellen Ausbau erneuerbarer Energien, um unabhängiger von Energieimporten zu werden. Das stärke nicht nur die Wirtschaft, sondern schaffe auch lokale Wertschöpfung.

Bürgerbefragungen der Grünen zeigen: Bezahlbarer Wohnraum wird immer dringlicher. Die Grünen betonen, dass nicht nur Neubauten, sondern auch bestehende Gebäude stärker genutzt werden müssen, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Seefried erkennt die Bedeutung des Themas an, doch die Grünen kritisieren, dass es in seinem Zehn-Punkte-Programm fehlt.

90 Altlastverdachtsflächen im Landkreis Stade

Die grüne Kreistagsabgeordnete Karin Aval sprach die 90 Altlastverdachtsflächen im Kreis an. Derzeit werden nur vier Flächen pro Jahr auf Sanierungsbedarf geprüft – bei diesem Tempo dauert es 25 Jahre, bis alle untersucht sind. Diese Flächen können weder verkauft noch genutzt werden und gefährden möglicherweise das Grundwasser.

Beim Thema Infrastruktur gehen die Meinungen auseinander. Seefried sieht die A20 und den Elbtunnel als entscheidend für den Wirtschaftsstandort Stade. Die Grünen halten dagegen: Sie setzen auf die Erneuerung und Elektrifizierung der Fähre zwischen Glückstadt und Wischhafen, die schneller umsetzbar sei als das Großprojekt A20.

Funktionierende Demokratie erlebbar machen

Beide Seiten teilen die Sorge über den Rechtsruck in der Gesellschaft. Sie betonen, dass funktionierende Straßen, Schulen und Verwaltungen die Demokratie erlebbar machen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.

Seefrieds Motto „Mehr Mut und mehr Miteinander“ unterstreicht die Bedeutung gemeinsamer Lösungen. Die Grünen zeigen sich offen für Zusammenarbeit, wo Ziele übereinstimmen. Doch sie bleiben kritisch und wollen bei Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit Druck machen.

CDU-Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel und Landrat Kai Seefried (CDU) in Berlin. Seefried ist bisher der einzige Kandidat für den Job.

CDU-Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel und Landrat Kai Seefried (CDU) in Berlin. Seefried ist bisher der einzige Kandidat für den Job. Foto: Vanessa Zobel

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