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Kommunalwahl 2026

TKatharina Mewes: Kandidatin für frischen Wind in Buxtehude

Katharina Mewes (41) kandidiert für die BBG/FWG bei der Bürgermeisterwahl in Buxtehude am 13. September.

Katharina Mewes (41) kandidiert für die BBG/FWG bei der Bürgermeisterwahl in Buxtehude am 13. September. Foto: Wisser

Katharina Mewes übt Kritik an der Buxtehuder Verwaltung und fordert frischen Wind. Wer ist die Frau, die sich um das Bürgermeisteramt bewirbt? Und wer steht hinter ihr?

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Von Karsten Wisser
Freitag, 20.03.2026, 13:50 Uhr

Buxtehude. Katharina Mewes will Bürgermeisterin von Buxtehude werden. Die 41-jährige Wissenschaftlerin ist die dritte Kandidatin für den Chefposten im Stadthaus. Am 13. September 2026 entscheiden die Bürger im Rahmen der Kommunalwahl. Das Amt wird frei, weil die amtierende Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) nach zwölf Jahren in den Ruhestand geht.

Zwei Männer treten gegen Mewes an. Ralf Dessel, Erster Stadtrat, Stellvertreter der Bürgermeisterin, kandidiert als parteiloser Bewerber - CDU, SPD und FDP unterstützen ihn. Der dritte Bewerber ist Clemens Ultsch, Ratsherr der Partei Die Linke.

Mewes soll Ende der Woche offiziell von der BBG/FWG nominiert werden, der Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freien Wählergemeinschaft. Dessel steht für Kontinuität. Ultsch setzt seinen Schwerpunkt auf soziale Themen.

Sie will zeigen, wie es besser geht

„Ich habe die Stadt oft kritisiert und aufgezeigt, wie es besser geht. Deshalb kandidiere ich“, sagt Mewes. Sie ist derzeit die einzige Abgeordnete der BBG/FWG im Stadtrat. Dort engagiert sich die alleinerziehende Mutter vor allem in Schulfragen.

Die baulichen Missstände an den Buxtehuder Schulen prägten in den letzten Jahren die politischen Debatten. Passend dazu ist Mewes stellvertretende Vorsitzende des Stadtelternrats, der die Eltern von Schulkindern vertritt.

Hier will sie rein: Katharina Mewes strebt bei der Direktwahl den Chefposten im Stadthaus an.

Hier will sie rein: Katharina Mewes strebt bei der Direktwahl den Chefposten im Stadthaus an. Foto: Wisser

Wer ist Katharina Mewes? Mewes wuchs in Finkenwerder auf und zog 1999 mit ihren Eltern nach Buxtehude. Nach dem Abitur studierte sie in Hamburg Politikwissenschaften und Islamwissenschaften. Anschließend arbeitete sie für verschiedene Organisationen in der Entwicklungshilfe, mit Schwerpunkt auf den arabischen Raum. Heute ist sie an der Universität Hamburg als Projektkoordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fakultät für Geisteswissenschaften tätig.

Eine Ampel öffnet den Weg in die Politik

Ihre ersten Schritte in die Kommunalpolitik machte Mewes 2018, als sie erfolgreich für eine Ampel in Ottensen kämpfte. Die Ampel sollte den Schulweg sicherer machen. Wilfried Peper, eine politische Größe in Ottensen, holte sie zur BBG/FWG. In der laufenden Legislaturperiode übernahm sie seinen Ratssitz.

Ist Mewes für das Bürgermeisteramt qualifiziert? „Ich habe an der Uni bei Reformen und der Digitalisierung mitgearbeitet. Ich weiß, wie das geht“, sagt sie auf die Frage, ob sie eine Behörde mit 820 Mitarbeitern leiten könne. Die Verwaltung ist einer der größten Arbeitgeber in Buxtehude. Zum Vergleich: Die Stader Kreisverwaltung hat 1100 Beschäftigte.

Mewes betont, dass sie an der Uni Verwaltungs- und Entscheidungsvorlagen erstellt. „Ich kann Verwaltung“, sagt sie. „Ich bin strukturiert, ein guter Netzwerker und kenne durch meine Arbeit im Rat Teile der Stadtverwaltung.“

Deshalb braucht die Verwaltung frischen Wind

Mewes kritisiert, dass viele Projekte in der Verwaltung zu lange dauern, weil am Ende alles die Bürgermeisterin entscheide. „Eigenverantwortliches Arbeiten und flache Hierarchien sind mir wichtig“, sagt sie. Sie will einen Führungswechsel in der Verwaltung. „Die Verwaltung braucht frischen Wind“, betont sie.

Katharina Mewes sitzt für die BBG/FWG im Rat der Hansestadt.

Katharina Mewes sitzt für die BBG/FWG im Rat der Hansestadt. Foto: Wisser

Mewes fordert mehr Respekt gegenüber der Zivilgesellschaft und weniger Entscheidungen hinter verschlossenen Türen. Ein Beispiel: Beim Masterplan Grundschulen werde viel Zeit und Geld investiert, um den besten Standort für eine neue Schule zu finden. Doch die Stadt habe bereits ein Grundstück im Buxtehuder Ortsteil Ottensen gekauft.

„Die Verwaltung wird von den Steuerzahlern finanziert und sollte sie entsprechend behandeln“, fordert Mewes. An diesem Masterplan wird seit Ende 2024 gearbeitet. Er ist eine strategische Planung, um die Grundschulinfrastruktur angesichts steigender Schülerzahlen und des Sanierungsstaus zukunftsfähig zu machen.

Unterstützen die Grünen die Kandidatin?

Wer unterstützt Mewes? Neben der BBG/FWG gibt es Kontakte zu den Grünen, die in Buxtehude traditionell stark sind. Amalien Meyer, Co-Sprecherin des Ortsverbands Buxtehude/Apensen, bestätigt Gespräche mit Mewes. Sie habe sich in kleiner Runde vorgestellt und werde dies am 12. April in größerem Rahmen wiederholen. Meyer sieht unter anderem in der Schulpolitik Schnittmengen zwischen Mewes und den Grünen.

Die Grünen stellten 2014 und 2021 mit Michael Lemke jeweils den stärksten Herausforderer von Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt. Diesmal verzichten sie auf einen eigenen Kandidaten.

Katharina Mewes kandidiert für die BBG/FWG bei der Bürgermeisterwahl in Buxtehude am 13. September.

Katharina Mewes kandidiert für die BBG/FWG bei der Bürgermeisterwahl in Buxtehude am 13. September. Foto: Wisser

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