TKinder attackiert: Entlaufene Hunde waren schon einmal auffällig
Bei den Hunden soll es sich um einen Australian Shepherd und einen Australian-Shepherd-Catdog-Mix handeln. (Illustration) Foto: Christian Lademann/dpa
Im Kreis Cuxhaven haben zwei unbeaufsichtigte Hunde auf der Straße zwei Jungen angegriffen und verletzt. Offenbar kein Einzelfall. Das ist bekannt.
Loxstedt. Am Sonnabend sind in Loxstedt-Nesse zwei Kinder von zwei Hunden angefallen worden. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um zwei Jungen im Alter von sieben und elf Jahren aus Geestland. Die Kinder wurden bei dem Vorfall leicht verletzt. Die Hunde waren unbeaufsichtigt und konnten das Grundstück verlassen, so dass sie auf die Straße gelangten, so die Polizei.
Laut Auskunft der Eltern wurden die Kinder nach dem Hundebiss ärztlich behandelt. Inzwischen gehe es ihnen wieder gut. Weitere Angaben wollten die Eltern nicht machen.
Nach der Veröffentlichung des Vorfalls meldete sich jedoch ein weiterer Betroffener. Er sagte der Nordsee-Zeitung, dass es sich um Tiere handele, die bereits früher auffällig geworden seien und auch ihn angefallen hätten.
Weitere Vorfälle verstärken Kritik
Der Senior berichtete, er sei im Herbst vergangenen Jahres von denselben Hunden angegriffen worden. Seitdem sei er nach eigenen Angaben sehr misstrauisch, auch gegenüber den Behörden. Seinen Namen möchte er nicht veröffentlichen lassen. Er schildert, dass ihn die Tiere von hinten angefallen, umgestoßen und am Bein gebissen hätten. Wegen des Hundebisses habe er über längere Zeit Antibiotika nehmen müssen und leide noch immer unter den Folgen.
„Ich musste um mein Leben kämpfen“, sagt er rückblickend. Er berichtet außerdem, nach ihm seien auch ein Paketbote von Amazon und ein weiterer Hund von den Tieren angegriffen worden. Er habe eine Anzeige bei der Polizei erstattet. Danach habe es eine Verfügung gegeben, wonach die Hunde künftig an der Leine geführt werden sollten. Nach seiner Beobachtung aber werden die Tiere gar nicht ausgeführt. Besonders ärgerlich sei für ihn, dass das Grundstück nicht ausreichend gesichert sei und die Tiere immer wieder auf die Straße gelangen könnten.
Polizei bestätigt früheren Fall
Die Polizeiinspektion Cuxhaven bestätigt den Vorfall vom Herbst vergangenen Jahres. Von weiteren Vorkommnissen ist den Beamten nach eigenen Angaben jedoch nichts bekannt. Auch Nachbarn, die nicht namentlich genannt werden wollen, bestätigen den Angriff auf den Mann im vergangenen Herbst durch die Hunde.
„Ich habe um Hilfe geschrien, erst das Eingreifen der Nachbarn hat vermutlich verhindert, dass die Situation noch schlimmer ausging“, erzählt der Mann. Anwohner eilten dem Opfer zur Hilfe und vertrieben die Hunde. Nach bisherigen Informationen handelt es sich um einen Australian Shepherd und einen Australian-Shepherd-Catdog-Mix.
Ermittlungen gegen Halter
Nach dem Vorfall am Sonnabend suchte die Polizei den 46-jährigen Hundehalter auf und wies ihn auf seine Pflicht hin, die Tiere ausreichend zu sichern. Außerdem wurden die zuständigen Behörden informiert. Gegen den Halter wird nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. Das ist laut Polizei immer der Fall, wenn bei einer Hundeattacke Personen verletzt werden; das werde strafrechtlich verfolgt.
Nach dem erneuten Vorfall sei sein Vertrauen in die Behörden erschüttert, sagt der Mann. „Ich habe Anzeige erstattet, aber nichts mehr gehört“, sagt er. Auch Schmerzensgeld oder Ähnliches habe es nicht gegeben. Gegenüber den Behörden zeigt er sich sehr misstrauisch und glaubt nicht, dass sich an der Situation etwas verbessern wird.
Sorge vor weiteren Vorfällen
Auch glaubt er, dass die Interessen der Hundehalter in der Gesellschaft höher gewichtet werden als die von anderen Bürgern. Von den Hundehaltern möchte er, dass sie ihre Tiere den Vorschriften gemäß halten und glaubt im konkreten Fall, dass weitere Attacken nicht ausgeschlossen werden können, solange die Hunde nicht sicher auf dem Grundstück eingezäunt sind. „Was passiert, wenn die Hunde erneut Kinder angreifen?“, fragt er besorgt.
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