Zähl Pixel
Autobahn

T„Klimapolitischer Wahnsinn“: Grüne fordern Stopp des Weiterbaus der A20

Joachim Fuchs (Bündnis 90/Die Grünen) begründet die Ablehnung der A20.

Joachim Fuchs (Bündnis 90/Die Grünen) begründet die Ablehnung der A20. Foto: Martin Elsen www.nord-luftbilder

Die Grünen fordern die Modernisierung der Elbfähre zwischen Glückstadt und Wischhafen als sofort umsetzbare und bessere Alternative zum Autobahnbau.

author
Von Karsten Wisser
Dienstag, 28.04.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. „Die aktuellen Forderungen für den beschleunigten Bau der Autobahn A20 mit Elbtunnel zwischen Glückstadt und Drochtersen zeichnen ein Bild von einer angeblich dringend benötigten und kurzfristig realisierbaren Verkehrslösung“, sagt Joachim Fuchs, Co-Sprecher des Kreisverbands Stade von Bündnis 90/Die Grünen. Er widerspricht dieser Darstellung der A20-Befürworter.

Die A20 steht im Fokus, weil das Autobahnkreuz Kehdingen vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt wird. Das Urteil soll am 6. Mai fallen. Der Verhandlungsverlauf deutet darauf hin, dass der Planfeststellungsbeschluss bestehen bleibt. Dann hätten drei von vier Bauabschnitten des neuen Elbtunnels zwischen Drochtersen und Glückstadt Baurecht.

A20 erst in einigen Jahrzehnten fertig

„Der Planungsstand wirft nach wie vor Fragen der zeitnahen Umsetzung auf“, sagt Joachim Fuchs. „Von 18 Bauabschnitten verfügen lediglich vier über bestandskräftiges Baurecht.“ Wichtige Abschnitte, darunter zentrale Teile in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, seien beklagt worden. „Selbst optimistische Szenarien gehen davon aus, dass die A20 frühestens in den 2040er oder 2050er Jahren durchgängig befahrbar wäre – zu spät für die Menschen vor Ort“, so Fuchs.

„Die A20 ist kein Projekt kurz vor der Umsetzung, sondern ein infrastrukturelles Flickwerk mit ungewissem Ausgang“, so Fuchs. „Die Menschen in unserer Region brauchen keine Versprechen für 2050, sondern Lösungen für heute.“

Der Ausbau der A20 soll wirtschaftliche Impulse und neue Arbeitsplätze bringen. Die Grünen widersprechen: Erfahrungen und Studien zeigten, dass diese Effekte oft ausblieben oder geringer ausfielen als versprochen. Die Wirtschaftlichkeit der A20 bleibe fragwürdig. „Milliarden in ein Projekt zu stecken, dessen Nutzen ungewiss ist, können wir uns weder finanziell noch ökologisch leisten“, so Fuchs.

A20-Weiterbau zerstört den Moorboden

Die Befürworter der Autobahn erwarten durch den Ausbau eine CO2-Einsparung durch bessere Verkehrsflüsse. Tatsächlich passiere das Gegenteil, so die Grünen: Die A20 erzeuge zusätzlichen Verkehr und verursache durch den Bau – insbesondere durch die Zerstörung von Moorböden – erhebliche Emissionen, da wichtige CO2-Senken unbrauchbar würden.

Das ist klimapolitischer Wahnsinn und missachtet die Freiheiten zukünftiger Generationen.

„Wer heute noch neue Autobahnen baut, verschärft die Klimakrise sehenden Auges“, betont Fuchs. „Das ist klimapolitischer Wahnsinn und missachtet die Freiheiten zukünftiger Generationen.“

Elbfähre als Alternative zur Autobahn

Die bessere Lösung liegt aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen längst bereit: Sie wollen die Elbfähre zwischen Glückstadt und Wischhafen modernisieren. Investitionen in die Fähre könnten Überfahrtszeiten verkürzen, die Kapazität erheblich steigern, emissionsfreie Elektrofähren könnten eingesetzt werden, und das bei einer schnellen Umsetzung innerhalb weniger Jahre.

Die Grünen fordern den Verzicht auf den Weiterbau der A20, eine Verkehrspolitik, die sich am Klimaschutz orientiert und die sofortige Priorisierung nachhaltiger Alternativen wie der Elbfähre. Fuchs: „Moderne Mobilität entsteht nicht durch mehr Asphalt, sondern durch intelligente, schnelle und klimafreundliche Lösungen.“

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Joachim Fuchs, Bündnis 90/Die Grünen
Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel