TLebenshilfe-Schule in Buxtehude wird in Förderschule umgewandelt
Die Lebenshilfe in Buxtehude will die Kalle-Gerloff-Schule in eine Förderschule umwandeln. Foto: Wisser
Die Kalle-Gerloff-Schule in Buxtehude steht vor einer bedeutenden Veränderung: Die Lebenshilfe plant die Umwandlung in eine private Förderschule.
Buxtehude. Die Kalle-Gerloff-Schule der Lebenshilfe in Buxtehude wird in eine private Förderschule umgewandelt. Diese Ankündigung machte Sebastian Beck, Geschäftsführer der Lebenshilfe, während einer Sitzung des städtischen Schulelternrats. Die Elternvertreter der Buxtehuder Schüler hatten das Thema angesprochen. Stades Landrat Kai Seefried und Geschäftsführer Beck nahmen an dem Treffen im Tagungsraum der Sparkasse Harburg-Buxtehude teil.
Sebastian Beck ist Geschäftsführer der Lebenshilfe Buxtehude. Foto: Wisser
Bisher ist die Kalle-Gerloff-Schule eine Tagesbildungseinrichtung mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“. Diese Tagesbildungsstätten stehen vor dem Aus. Sie erfüllen zwar einen schulischen Bildungsauftrag und fördern rund 3000 Kinder und Jugendliche in Niedersachsen, gelten aber im Sinne des Schulgesetzes nicht als Schulen. Das Bundessozialgericht hat die alleinige Finanzierung über die Eingliederungshilfe als rechtswidrig eingestuft.
Deshalb droht 2027 nicht die Schließung
Ursprünglich sollten Tagesbildungsstätten ab 2027 nicht weiter finanziert werden. Der Landtag hat jedoch im März 2026 mit einem gemeinsamen Antrag von SPD, CDU und Grünen den Zeitdruck genommen. Einrichtungen können nun bis 2029 in Förderschulen umgewandelt werden.
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Wichtig ist, dass sie nach dieser Landtagsentscheidung bereits ab Aufnahme des Schulbetriebs finanzielle Unterstützung des Landes erhalten – ohne die sonst übliche Wartefrist von drei Jahren für neue private Schulen. Die Lebenshilfe Buxtehude stand vor einigen Jahren kurz vor der Insolvenz. Sie hatte versucht, trotz der dreijährigen Finanzierungslücke eine Grundschule zu gründen, scheiterte jedoch.
Personalübernahme weitgehend gesichert
„Wir hatten bei der Umwandlung in eine private Förderschule drei große Herausforderungen“, sagt Sebastian Beck. Mit der Entscheidung, die Schule auch in den ersten drei Jahren finanziell zu fördern, sei eine Herausforderung weggefallen. Ein weiteres Problem sind die Beschäftigten, die sich um die Kinder und Jugendlichen kümmern. „Hochqualifizierte Menschen, die aber keine Lehrkräfte sind“, so Beck. „Durch intensive Schulungen konnte jedoch ein Großteil so weitergebildet werden, dass sie die Kriterien des Landes erfüllen“, erklärt Beck.

Derzeit wird geprüft, ob das Lebenshilfe-Gebäude in der Apensener Straße aufgestockt werden kann. Foto: Wisser
Das letzte noch ungelöste Problem ist die Anschubfinanzierung der Förderschulen-Gründung. Dafür müsste die Lebenshilfe als Verein Überschüsse aus staatlichen Zahlungen erwirtschaften. Sebastian Beck hat Zweifel, ob das erlaubt ist. Landrat Seefried signalisierte hier Unterstützung.
Lebenshilfe Buxtehude hat 200 Beschäftigte
Hinter den Kulissen ringen die Verantwortlichen bei der Lebenshilfe, der Stadt Buxtehude und dem Landkreis Stade bereits seit längerem um die schulische Zukunft der betroffenen Schüler. In der Kalle-Gerloff-Schule können Kinder und Jugendliche mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „geistige Entwicklung“ ihre zwölfjährige Schulpflicht erfüllen.
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30 Kinder nutzen das Angebot. 32 weitere Kinder werden in Integrationsklassen an regulären Buxtehuder Schulen unterrichtet und von der Lebenshilfe betreut. Insgesamt kümmern sich über 200 Mitarbeitende der Lebenshilfe um rund 500 Menschen mit Behinderungen.
Fröbel-Schule wird saniert und ausgebaut
Die Zukunft der Kalle-Gerloff-Schule hat Strahlkraft für den gesamten Landkreis Stade. Der Kreis ist gesetzlicher Träger der Förderschulen für geistige Entwicklung und sieht sich mit einer steigenden Zahl von Schülern mit Förderbedarf konfrontiert.
Aktuell geht die Kreisverwaltung von 300 Schülern aus. Insgesamt besuchen 235 Schüler die Förderschule Ottenbeck in Stade. Die Mehrheit wird im Haupthaus in Ottenbeck unterrichtet. In der Friedrich-Fröbel-Schule in Stade-Campe ist eine Außenstelle entstanden. Sie soll grundsaniert und ausgebaut werden.
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„Ohne die Lebenshilfe müssten wir darüber nachdenken, ob wir als Landkreis eine weitere Förderschule in Buxtehude, Apensen oder in einer anderen Kommune im Südkreis bauen“, sagt Landrat Kai Seefried. Ohne die Plätze der Lebenshilfe müssten zudem noch mehr Schüler die weiten Fahrtwege nach Stade in Kauf nehmen. „Das ist pädagogisch nicht sinnvoll“, so Seefried.

Derzeit nutzen 30 Schüler das Angebot der Kalle-Gerloff-Schule der Lebenshilfe. Foto: Wisser
Auch mit einer neuen Förderschule der Lebenshilfe im Südkreis fehlen Plätze für die betroffenen Schüler. Deshalb prüft die Lebenshilfe derzeit, ob ihr Gebäude an der Apensener Straße um ein Stockwerk aufgestockt werden kann.
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