Zähl Pixel
Blaulicht

Polizei identifiziert Toten aus der Ilmenau

Einsatzkräfte bergen am Fluss Ilmenau eine Leiche. Bei der Suche nach dem Studenten, der nach einer Party im Kreis Lüneburg vermisst wurde, hatte die Polizei am Mittwochabend die Leiche eines jungen Mannes gefunden.

Einsatzkräfte bergen am Fluss Ilmenau eine Leiche. Bei der Suche nach dem Studenten, der nach einer Party im Kreis Lüneburg vermisst wurde, hatte die Polizei am Mittwochabend die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Foto: News5 / René Schröder/NEWS5/dpa

Bei der intensiven Suche nach einem vermissten Hamburger Studenten wird in der Ilmenau eine Leiche entdeckt. Am Morgen danach herrscht traurige Gewissheit.

Von dpa 17.10.2024, 08:30 Uhr
12 Monate Premium-Zugriff für nur 1,00 € pro Woche! Langfristig sparen!

Melbeck. Sechs Tage nach dem Verschwinden die traurige Gewissheit: Nach dem Fund einer Männerleiche in der Nähe von Lüneburg hat die Polizei den Hamburger Studenten eindeutig identifiziert. „Ja, es ist der 19-Jährige“, sagte Polizeisprecher Kai Richter am Donnerstag nach der Untersuchung. Die Kleidung und die gefundenen Papiere wiesen eindeutig auf die Identität des Vermissten hin.

Die tagelange Suche mit einem Großaufgebot an Rettungskräften war erst erfolgreich, als am Mittwochnachmittag eine Menschenkette der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Ilmenau gezielt abtastete.

Die Todesursache soll mit einer Obduktion geklärt werden. Diese kann dem Sprecher zufolge frühestens morgen stattfinden. Der junge Mann aus dem Raum Oldenburg war seit einer Feier auf einem Campingplatz direkt an der Ilmenau im niedersächsischen Melbeck am späten Freitagabend vermisst worden, es soll viel Alkohol geflossen sein.

Polizei geht von Unglücksfall aus

Die Ermittlungen zum Verschwinden des Studenten nach der Erstsemester-Party laufen weiter. „Wir wollen rekonstruieren, was passiert ist“, sagte Richter. Dabei gehe es unter anderem darum, ein Fremdverschulden auszuschließen. „Wir ermitteln erst mal in Richtung eines Unglücksfalls. Wir gehen eher nicht von einem Verbrechen aus.“

Seit dem Wochenende war mit einem Großaufgebot nach dem jungen Mann gesucht worden, unter anderem mit Hubschraubern, Drohnen, Tauchern und einem Sonarboot. Der 19-Jährige war nach Polizeiangaben betrunken, als er in der Nacht zum Samstag spurlos verschwand. Sein Mobiltelefon lag an seinem Schlafplatz.

Immer mal wieder gab es Hinweise aus der Bevölkerung, Polizeikräfte suchten mit Stangen im angrenzenden Waldgebiet, in verwaisten Schuppen und Kanus. Hunde wurden eingesetzt. In den sozialen Netzwerken veröffentlichte die Familie des Vermissten ein Suchplakat mit Fotos des Mannes. Auch in Hamburg war gefahndet worden. Freunde des Studenten im ersten Semester an der Technischen Universität Hamburg reisten an die Ilmenau und verteilten Handzettel. Auch die Mutter war vor Ort.

Die DLRG findet die Männerleiche nach engmaschiger Suche

Die DLRG suchte am Mittwoch im Fluss bei einem bereits länger geplanten Training nochmals einen Bereich in der Nähe des Campinggeländes bei Lüneburg ab. Dort fanden die Einsatzkräfte die Leiche im Wasser. „Es war der Bereich, den wir vermutet und bereits abgesucht hatten, aber die Technik hat ihre Grenzen“, erklärte Richter. Auch zwei Stromschwimmer und Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten in dem trüben Fluss zuvor nichts entdecken können.

Diese Aufnahme zeigt die Einsatzkräfte wenige Minuten vor dem Leichenfund.

Diese Aufnahme zeigt die Einsatzkräfte wenige Minuten vor dem Leichenfund. Foto: DLRG Landkreis Lüneburg/Polizeiinspektion Lüneburg//dpa

Eine Menschenkette der DLRG erkundete das begehbare Flussbett flächendeckend. Die Retter bewegten sich gemeinsam vorwärts und tasteten sich vor. „Die Übung war geplant, dazu waren Polizisten vor Ort und haben sie eingewiesen, an bestimmten Punkten zu suchen“, führte Richter aus.

Nach Angaben der Polizei stehen die Ermittler im engen Kontakt mit den Angehörigen des 19-Jährigen, auch eine seelsorgerische Betreuung gebe es. Nach dem Verschwinden des jungen Mannes waren auch die Kommilitonen der Hochschule betreut worden.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde um 13.50 Uhr aktualisiert.

Weitere Themen

Blaulicht

Zwei Unfälle: A7 Richtung Hamburg voll gesperrt

Zwei Unfälle nach mutmaßlichem Sekundenschlaf: Auf der A7 Richtung Hamburg sind ein Auto, ein Schwertransport und ein Lastwagen nicht mehr fahrbereit. Wie lange die Sperrung dauert, ist noch unklar.
Betrug

T Abzocke? Der Trick mit den Trödel-Experten

Eine letzte große Reise - dafür würde eine 76-jährige Cuxhavenerin sogar ihr Meißener Porzellan verkaufen. Ein Flyer scheint die passende Gelegenheit zu bieten. Doch Angehörige sind misstrauisch.
Flussauen

Gelbe Wiesenraute ist „Blume des Jahres 2027“

An Flüssen, die sich durch die Landschaft schlängeln, fühlt sich die Gelbe Wiesenraute wohl. Doch diese Auenlandschaften werden weniger. Die Pflanze auch. Deshalb ist sie jetzt Preisträgerin.

Blaulicht

2,77 Promille: Audi-Fahrerin rammt Transporter

Ein Verkehrsunfall wird der Polizei in Jesteburg (Landkreis Harburg) gemeldet. Es ist nicht der einzige Schaden, den die Frau verursacht hat. Der Grund dafür wird den Beamten schnell klar.
K39 Richtung Hamburg

39 Raser auf Pendlerstrecke im Alten Land geblitzt

Erneut kontrolliert der Landkreis im Berufsverkehr - mit Folgen für zahlreiche Autofahrer. Die drei mit dem größten Bleifuß werden auf dem Weg nach Hamburg binnen weniger Minuten erwischt.
Schiffstaufe

Ein „Seehund“ für die Oste

Neues Schiff - bekannter Name: Das vorherige Schubboot von 1976 hat ausgedient. Was die MS „Seehund“ entlang der Oste leistet.