Gecancelt: Deichbrand-Macher werfen Hip-Hop-Gruppe aus dem Programm
Die Organisatoren des Deichbrand-Festivals luden eine Musikgruppe wieder aus. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Die Organisatoren des Deichbrand-Festivals ändern kurzfristig das Programm. Was dahintersteckt.
Nordholz. Nach Vorwürfen wegen Machtmissbrauchs wird die Gruppe Tiefbasskommando nicht beim Deichbrand-Festival in Nordholz (Wurster Nordseeküste) auftreten. Das teilen die Organisatoren des Festivals auf der Plattform Instagram mit und erhalten dafür online viel Zuspruch.
Auch die Berliner Hip-Hop-Gruppe selbst zog Konsequenzen und trennte sich nach eigenen Angaben von Rapper Eisberg. Zuerst hatte die „Nord-West-Zeitung“ darüber berichtet.
Was der Rapper zu der Kritik sagt
Eisberg äußert sich selbst zu den Vorwürfen und räumt Fehler ein. „Ich habe über die letzten 5 Jahre meine Macht als Rapper ausgenutzt“, heißt es auf Instagram. Er habe weiblichen Fans auf der Plattform geschrieben. „Viele von ihnen waren damals noch sehr jung.“ Er habe jedoch den Kontakt abgebrochen, wenn er herausgefunden habe, dass sie minderjährig seien. Mit mehreren volljährigen Fans sei es zu sexuellen Handlungen gekommen.
Der Rapper kündigte an, Verantwortung übernehmen zu wollen und entschuldigte sich. Betroffene könnten sich in geschütztem Rahmen an eine E-Mail-Adresse wenden. Er selbst versuche, die Geschehnisse aufzuarbeiten. „Ich begebe mich in stationäre Therapie, werde meinen Entzug von Alkohol und anderen Drogen fortsetzen und mich auf unbestimmte Zeit aus der Öffentlichkeit zurückziehen.“
Wie die Gruppe damit umgeht
Laut dem Rapper erfuhr Tiefbasskommando schon in der Vergangenheit davon und stellte daraufhin Regeln auf, die intime Kontakte mit Fans ausschließen sollten. Doch er habe sich nicht daran gehalten. Als das bekannt wurde, folgten mehrere Gespräche und schließlich sein Austritt.
Tiefbasskommando distanziert sich auf Instagram von Eisberg. „Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und das Ausnutzen von Vertrauensverhältnissen verurteilen wir uneingeschränkt - unabhängig davon, von wem sie ausgehen, und ausdrücklich auch aus den eigenen Reihen“, heißt es in dem Beitrag. „Dafür gibt es bei uns keinen Platz.“
Zeitplan steht fest - 60.000 Besucher erwartet
Die Absage von Tiefbasskommando ist nicht die einzige kurzfristige Programmänderung, wie das Festival mitteilte. Sängerin Anaïs sagte aus gesundheitlichen Gründen ab, stattdessen soll der Rapper Yung Saint Paul auftreten. Damit stünden der Zeitplan und alle Auftritte nun fest, teilten die Deichbrand-Organisatoren mit. „Wir freuen uns extrem auf alle Acts!“
Deichbrand gilt als eines der größten Festivals in Norddeutschland und beginnt am Donnerstag. Rund 60.000 Besucherinnen und Besucher werden bis Sonntag erwartet.
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