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Nachbarkreise

TNach Hetzjagd: Schafherde in Börde Lamstedt erneut von Wölfen attackiert

Ein Bild des Schreckens: Diesmal muss Schäfer Mählmann den Verlust von vier seiner Schafe verkraften.

Ein Bild des Schreckens: Diesmal muss Schäfer Mählmann den Verlust von vier seiner Schafe verkraften. Foto: Offermann

Ein erneuter Wolfsangriff erschüttert den Kreis Cuxhaven: Vier Schafe fallen den Raubtieren zum Opfer. Erst am Dienstag haben Wölfe 20 Schafe der Herde getötet. Der Schäfer fühlt sich machtlos.

Von Wiebke Kramp Sonntag, 22.02.2026, 16:30 Uhr

Landkreis Cuxhaven. In diese Schafherde kommt keine Ruhe: Wieder schlugen die Wölfe in Stinstedt (Kreis Cuxhaven) zu. Diesmal rissen sie am Sonntagmorgen (22. Februar 2026) vier Schafe. Dabei hatte Schäfer Frank Mählmann seine Tiere diesmal auf einer Weide noch näher am Dorf stehen. Wie auch in den Nächten zuvor hatte Landwirt Offermann, dem das Weideland gehört, nach dem Rechten geschaut, ebenso wie weitere hilfsbereite Jäger aus Stinstedt.

„Um 6 Uhr war noch alles okay“

Zuletzt war Offermann am Morgen zur Kontrolle auf der mit sogenanntem Wolfschutzzaun gesicherten Weide, die nur wenige hundert Meter hinter dem Dorf liegt. Offermann: „Morgens um 6 Uhr war hier noch alles okay.“

Die Weide wenige hundert Meter hinterm Dorf war mit Wolfschutzzaun versehen.

Die Weide wenige hundert Meter hinterm Dorf war mit Wolfschutzzaun versehen. Foto: Offermann

Gegen 10 Uhr erhielt er von Schäfer Mählmann die Nachricht, dass seine Herde von Wölfen attackiert worden sei. Es handelt sich dabei um dieselbe Herde, die in der Nacht zu vergangenem Dienstag (17. Februar 2026) von der Winterweide in Stinstedt bis in den Ortskern in Mittelstenahe gehetzt wurde. 20 tote und zwölf verletzte Schafe gab es danach zu beklagen. Solch eine Hetzjagd durch Wölfe dürfte bisher einmalig in Deutschland sein.

Zwei Tiere mussten eingeschläfert werden

Diesmal wurden zwei Schafe totgebissen und weitere zwei waren so schwer verletzt, dass sie vom hinzugerufenen Tierarzt eingeschläfert werden mussten. Weil besonders bei einem der Tiere die Verletzungen so lebensbedrohlich waren, sei der Tierarzt davon ausgegangen, dass der Riss noch nicht sehr lange zurücklag, so Mählmann. Auch bei den gerissenen Schafen habe die Totenstarre noch nicht eingesetzt. Daher werde davon ausgegangen, dass die Wölfe am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr zugeschlagen haben - also nach Sonnenaufgang.

Der Beutegreifer hinterlließ auf der Weide Spuren.

Der Beutegreifer hinterlließ auf der Weide Spuren. Foto: Offermann

In der Mittagszeit dokumentierten zwei Revierförster der Landwirtschaftskammer die neuerlichen Nutztierrisse, nahmen DNA, sicherten Spuren und maßen den Zahnabstand. „Sie sagten, es waren eindeutig Wölfe“, so Mählmann gegenüber den „Cuxhavener Nachrichten“. „Solange diese vier Wölfe hier unterwegs sind, werde ich wohl keine ruhige Nacht haben.“

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