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Verkehr

TNach tödlichem Unfall: Anwohner fordern sicheren Weg über die Harburger Straße

Auf der Harburger Straße starb Ende November eine Fußgängerin. Sie wurde überfahren.

Auf der Harburger Straße starb Ende November eine Fußgängerin. Sie wurde überfahren. Foto: Wisser

Auf der einen Seite leben die Menschen, auf der anderen gibt es viele Märkte: Nach dem Tod einer Frau auf der Harburger Straße werden die Rufe nach einer Ampel lauter.

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Von Karsten Wisser
Dienstag, 30.12.2025, 11:43 Uhr

Buxtehude. Anwohner aus dem Bereich Am Stadtgraben in Buxtehude schlagen Alarm und fordern dringend Maßnahmen. Täglich sind hier 15.000 Fahrzeuge unterwegs, während Fußgänger und Radfahrer auf Umwege angewiesen sind, wenn sie die Verbrauchermärkte erreichen wollen. Eine Diskussion um sichere Querungen, sprich eine Ampel, ist entbrannt.

Jörg Welsch und andere Anwohner wünschen sich einen sicheren Übergang auf die andere Straßenseite der Harburger Straße.

Jörg Welsch und andere Anwohner wünschen sich einen sicheren Übergang auf die andere Straßenseite der Harburger Straße. Foto: Wisser

Jörg Welsch (68) lebt seit 2020 in Buxtehude – und das mit Begeisterung. „Buxtehude ist eine tolle Stadt“, sagt er. Sein Zuhause liegt in der Straße Am Stadtgraben, einer ruhigen Stichstraße. Doch eines stört ihn schon lange: die fehlenden Möglichkeiten, die Harburger Straße zu queren.

„Bisher war das unter den Nachbarn kein Thema. Aber seit die Frau dort gestorben ist, reden wir darüber“, erzählt Welsch. Mittlerweile haben sich mehrere Anwohner aus dem Bereich Am Stadtgraben an die Medien gewandt.

77-Jährige stirbt nach Unfall auf dem Weg ins Krankenhaus

Die 77-jährige Buxtehuderin hatte wie berichtet die Harburger Straße überqueren wollen – von den Verbrauchermärkten in Richtung Am Stadtgraben. Dabei trat sie auf die Fahrbahn, ohne den Verkehr zu beachten. Ein 84-jähriger Hamburger, der stadteinwärts fuhr, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und erfasste die Frau.

Mit lebensgefährlichen Verletzungen kam die Fußgängerin ins Krankenhaus, wo sie wenig später starb. Der Autofahrer und seine 85-jährige Beifahrerin blieben unverletzt, erlitten jedoch einen Schock. Die genauen Umstände des Unfalls soll ein Gutachten der Staatsanwaltschaft klären.

Täglich 15.000 Fahrzeuge auf der Harburger Straße

Klar ist: In diesem Bereich fehlen sichere Übergänge für Fußgänger. Vom Wohngebiet Am Stadtgraben sind die Verbrauchermärkte eigentlich in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Der direkte Weg über die Harburger Straße beträgt je nach Standort 200 bis 300 Meter.

Doch auf dieser Straße fahren täglich zwischen der B73 und der Kreuzung Rübker Straße/Harburger Straße/Konrad-Adenauer-Allee wie erwähnt 15.000 Fahrzeuge. „Ab Mittag ist hier richtig viel los“, sagt Welsch. Die Verkehrszahlen stammen aus einer Untersuchung der Stadt Buxtehude vor einigen Jahren.

Wer den nächstgelegenen sicheren Übergang an der besagten Kreuzung nutzen will, muss einen Umweg in Kauf nehmen. Die Strecke ist mehr als doppelt so lang wie der direkte, aber gefährliche Weg über die Harburger Straße. Zudem gibt es stadteinwärts, also Richtung Ampel, keinen Fuß- oder Radweg, sondern nur einen Weg über Nebenstraßen.

900 Meter Straße ohne Fuß- und Radweg

In Richtung B73 sieht es noch schlechter aus. „Um zum Kreisel zu kommen, müssen wir durchs Moor“, sagt Welsch. Gemeint ist der Kreisel Harburger Straße/Ostmoorweg. Zwischen diesem Kreisel und der Kreuzung Rübker Straße/Harburger Straße/Konrad-Adenauer-Allee gibt es auf 900 Metern keinen Fußgängerüberweg. Die gesamte Verkehrsplanung in diesem Bereich ist auf Autos ausgerichtet. Fußgänger und Radfahrer bleiben im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke.

In diesem Bereich der Harburger Straße in Buxtehude gibt es auf einer Strecke von 900 Metern keine Möglichkeit für Fußgänger, die Fahrbahn zu queren.

In diesem Bereich der Harburger Straße in Buxtehude gibt es auf einer Strecke von 900 Metern keine Möglichkeit für Fußgänger, die Fahrbahn zu queren. Foto: Wisser

Soll beziehungsweise will Buxtehude das ändern, braucht es die Zustimmung der Stader Kreisverwaltung. Die Harburger Straße ist eine Kreisstraße. Außerdem müsste die Stadt eine überzeugende Begründung liefern, denn der Bereich gilt laut Polizei nicht als Unfallschwerpunkt.

Fußgängerampel in Planung – aber Baustopp

Das Problem, dass viele Fußgänger die Harburger Straße vor allem in Höhe der Verbrauchermärkte überqueren, ist in der Verwaltung und Politik bekannt. Das betrifft nicht nur den Bereich gegenüber der Straße Am Stadtgraben, mit Rewe, Futterhaus, Christiansen Wohnen und Scholz, sondern auch den Bereich im weiteren Verlauf der Harburger Straße, wo es einen Lidl-Markt gibt und einen Rewe-Markt, der nach dem Abriss derzeit neu gebaut wird.

Auf Höhe dieses Rewe-Markts ist eine Querung geplant. Der Rat der Stadt hat bereits zugestimmt. Die Wiedereröffnung des Rewe-Markts ist für Frühjahr 2026 vorgesehen. Solange die Baustelle besteht, bleibt auch die Fußgängerampel an dieser Stelle ein Projekt für die Zukunft.

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