TNach über vier Jahren Pause: Kommt das Drochterser Neubaugebiet jetzt?
Drochtersen will weiter wachsen. Das verhinderte bislang die Kläranlage (unten rechts), die zu klein ist und jetzt erweitert wird. Foto: Martin Elsen
Das Baugebiet An der Elbmarsch in Drochtersen sollte längst realisiert sein, nun könnte wieder Bewegung in die Sache kommen. Das ist der Stand.
Drochtersen. Nach mehr als vier Jahren Zwangspause könnte das Baugebiet An der Elbmarsch in Drochtersen wieder angeschoben werden. Am Montag, 26. Januar, um 19 Uhr tagt der Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Umwelt und Tourismus - und auf der Agenda steht der Neustart für das 60 Bauplätze umfassende Projekt. Die Kommunalpolitiker wollen Beschlüsse aus dem Oktober 2021 aufheben und durch aktualisierte Versionen ersetzen.
Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung. Foto: LGLN
Klärwerk bremst Baugebiet aus
Der Grund für den langen Stillstand: Die Drochterser Kläranlage am Gauensieker Hafen hatte keine Kapazitäten mehr. Bereits 2016 war klar, dass die 1967 errichtete Anlage zu klein ist. Sie war auf rund 7500 Einwohner ausgelegt, reinigte aber jahrelang das Abwasser von etwa 8000 Bürgern. Platz für noch mehr gab es also nicht.
Als der Gemeinderat im Oktober 2021 den Bebauungsplan Nr. 90 An der Elbmarsch beschloss, ging die Verwaltung noch von Reserven bei der Kläranlage aus. Doch der Landkreis Stade zog kurz darauf die Notbremse: keine Genehmigung für Flächennutzungsplanänderungen mehr, solange das Kläranlagen-Problem nicht gelöst ist. Das Baugebiet lag seither auf Eis, obwohl der Investor Peter von Allwörden bereits zahlreiche Reservierungen für Bauplätze hatte.
Baugenehmigung bringt Bewegung
Mittlerweile kommt Bewegung in die Sache: Ende September 2025 erteilte der Landkreis die Baugenehmigung für die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, ein Bauzeitenplan liegt vor.
„Der Landkreis hat sich nunmehr dahingehend positiv geäußert, dass einem Antrag auf Genehmigung der Flächennutzungsplanänderung zugestimmt wird“, heißt es aus dem Drochterser Rathaus. Im Zuge der Planungen wurde zudem das notwendige Regenrückhaltebecken weiter nach Westen verlegt - die Unterlagen wurden entsprechend angepasst.
„Unangenehm“
T Wasser fließt anders als geplant – Hausbau vertagt
Am Montag wird das Planungsbüro Cappel + Kranzhoff die überarbeiteten Dokumente bei der Sitzung erläutern. Dazu gehören die 22. Änderung des Flächennutzungsplans sowie der Bebauungsplan Nr. 90 mit textlichen Festsetzungen, Begründungen, Umweltberichten und einer aktualisierten Abwägung der Stellungnahmen aus der öffentlichen Auslegung. Vorhabenträger Peter von Allwörden steht für Fragen zur Verfügung.
Hausbauer könnten Mitte 2027 starten
Läuft alles nach Plan, könnte die neue Kläranlage in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Betrieb gehen. Mitte 2027 wäre wohl auch der Weg für die ersten Bauherren im Gebiet An der Elbmarsch frei.
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