TNeues Bürgermeister-Duo: Darauf kann sich Fredenbeck einstellen
Keine One-Man-Show: Marcel von der Lieth (CDU) soll Fredenbeck als Bürgermeister repräsentieren. Aber auch Inge Vagts (FWG) als starke Stellvertreterin. Foto: T. Meyer
CDU und FWG sind sich einig: Marcel von der Lieth soll Bürgermeister werden und Inge Vagts Stellvertreterin. Wie die Zusammenarbeit im Duo und mit der SPD laufen soll.
Fredenbeck. Sieben plus vier gleich elf gleich Mehrheit. So lautet die Rechnung, die die Bürgermeisterwahl in Fredenbeck vor der Abstimmung entscheidet. 19 Kommunalpolitiker sitzen im Gemeinderat Fredenbeck, schwarz dominiert mit sieben Sitzen.
Doch die Christdemokraten sind für die Mehrheit auf andere Fraktionen angewiesen, damit ihr Kandidat Marcel von der Lieth (46) Gemeindebürgermeister wird. Diese Mehrheit ist sechs Wochen vor der Abstimmung im Gemeinderat gefunden.
Christdemokrat von der Lieth folgt auf Sozialdemokraten
Die FWG, die bei der Kommunalwahl vier Sitze im Gemeinderat erhielt, unterstützt die Kandidatur des CDU-Mannes und will am 4. November bei der konstituierenden Sitzung für von der Lieth stimmen.
Somit würde er sich im Rennen um das Bürgermeisteramt und die Nachfolge von Hans-Ulrich Schumacher (seit 2011 im Amt) gegen Dennis Meybauer von der SPD durchsetzen. Zudem wollen CDU und FWG dem Gemeinderat Inge Vagts als stellvertretende Bürgermeisterin vorschlagen.

Das Ergebnis nach der Kommunalwahl: Die Sitzverteilung im neuen Gemeinderat Fredenbeck. Foto: KDO (Screenshot)
Die CDU wird damit in allen drei Mitgliedsgemeinden den Bürgermeister stellen. Sandra Lemmermann bleibt Bürgermeisterin in Kutenholz, Tim Bardenhagen wird Bürgermeister in Deinste.
Job-Sharing, aber von der Lieth behält „den Hut auf“
Von der Lieth und Vagts begreifen beide Ämter als Teamarbeit, die relativ gleichberechtigt aussehen kann, zum Beispiel wenn sie als Repräsentanten für die Gemeinde Fredenbeck auftreten. Das kann laut von der Lieth so aussehen: „Bei der Verleihung des Fredenbecker Ehrenpreises am 1. November sehe ich uns zu zweit auf der Bühne.“
Der designierte Bürgermeister sagt: „Ich möchte, dass sie weiß, was ich weiß.“ Ein stetig enger Austausch ist zu erwarten. Dennoch werde es auch Dinge geben, wo er „alleine durch muss“. Bei den Ratssitzungen habe von der Lieth „den Hut auf“.
„Beide Fraktionen sind überzeugt, dass das gut klappt“, sagt der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Fredenbeck. „Viele gemeinsame Schnittpunkte“ hätten zu der Entscheidung geführt, so Vagts. Was ist damit gemeint?
Darum sind sich CDU und FWG in Fredenbeck einig
Bei diesem Ehrenamt würden sich beide Berufstätige gut ergänzen, sagt Vagts, die im Rentenalter als Krankenschwester arbeitet, zur Zusammenarbeit mit dem 20 Jahre jüngeren Verwaltungsangestellten. Desweiteren gibt es parteiübergreifende inhaltlich-programmatische Schnittpunkte. Ein Beispiel.
„Mir ist Naherholung ganz wichtig“, sagt Vagts. Jeder Ort brauche einen „schön angelegten“ Platz zur Erholung, also örtliche Treffpunkte. Von der Lieth ergänzt: „Ich gehe einen Schritt weiter: Wir müssen das Thema Dorfgemeinschaftshaus angehen.“ Die Gemeinde besitzt aktuell kein Dorfgemeinschaftshaus. Für die Umsetzung dieser politischen Idee wollen sich die Fraktionen auch „ein Stimmungsbild“ von den Gastronomen einholen, so von der Lieth.
Weitere Gemeinsamkeiten: CDU und FWG drängen beim Thema Naherholung darauf, Rad- und Fußwege zu modernsieren und auszubauen. Außerdem führt die CDU in ihrem Wahlprogramm Spielplätze explizit als eines ihrer acht Wahlthemen auf. Die Freien Wähler peilen laut Wahlprogramm in den nächsten zwei Jahren eine „Bestandsaufnahme der Spielplätze sowie Planung und Umsetzung von sinnvollen Modernisierungen und Ergänzungen“ an.
Meybauer wird kein Bürgermeister: Das sagt die SPD
Alle anderen Mitgliedsfraktionen im neuen Gemeinderat wurden nach der Einigung von CDU und FWG über die Einigung informiert. Die SPD habe die Entscheidung „professionell“ aufgefasst, so von der Lieth.

Wird nicht Bürgermeister: Dennis Meybauer (SPD). Foto: SPD Fredenbeck (nomo)
Fabian Schild von Spannenberg wird die SPD-Fraktion im Gemeinderat weiterhin leiten und sagt zu der Entscheidung nur: „Es ist nach wie vor ein wunderbares Verhältnis mit Marcel.“ Die Fraktionen würden auch in Zukunft „inhaltlich regelmäßig auseinanderligen“. Das belaste aber nicht die gute parteiübergreifende Zusammenarbeit, so Schild von Spannenberg.
Die Fraktionen würden weiter „hart in der Sache“ debattieren, aber im Austausch „immer freundschaftlich“ miteinander kommunizieren. Zwischen den Fraktionen werde es harmonieren - wie im jüngsten Wahlkampf.
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Beleg dafür, so von der Lieth, sei einerseits die gemeinsame Unterstützung von CDU, SPD, FWG, Grünen und FDP für die Kandidatur Tim Siols. Andererseits organsierten die fünf Fraktionen im August einen Bürgerdialog, bei dem in Fredenbecks Zentrum alle demokratischen Parteien Bürgern Rede und Antwort standen.
Statt parteipolitischem Wettbewerb ging es um das gemeinsame Interesse an einer lebenswerten Samtgemeinde - ein „Alleinstellungsmerkmal“, so von der Lieth, das in anderen Kommunen selten zu finden ist.
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