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TUnfälle im Kreis Stade - Autofahrer teils auf sich allein gestellt

In Ohrensen ist ein Lkw frontal gegen einen Baum gefahren. Das Fahrzeug wurde vollständig zerstört.

In Ohrensen ist ein Lkw frontal gegen einen Baum gefahren. Das Fahrzeug wurde vollständig zerstört. Foto: Polizei

Bei Glätte, Schnee und Windböen kommt es am Freitag (9. Januar) zu mehreren, teils schweren Unfällen im Landkreis Stade.

Von Redaktion Freitag, 09.01.2026, 20:00 Uhr

Landkreis. Nicht nur die Feuerwehren mussten am Freitag mehrfach ausrücken. Mehrere Unfälle im Kreis Stade meldet Stades Polizeisprecher Rainer Bohmbach.

Schwerer Lkw-Unfall in Ohrensen

Ein Lkw-Fahrer wurde bei einem Unfall Freitagmittag gegen 12.45 Uhr auf der Landesstraße 123 zwischen Ohrensen und Issendorf schwer verletzt.

Der 60-jährige Fahrer aus Hamburg war zu der Zeit mit seinem DAF-Transport-Lkw auf der L123 aus Richtung Kreisel Linah in Richtung Issendorf unterwegs. Laut Polizei versuchte er dann, bei winterglatter Fahrbahn, zwei vor ihm fahrende Autos zu überholen.

„Der Lkw-Fahrer verlor bei seinem Überholvorgang, die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam nach links in den Straßenraum und prallte frontal gegen einen Baum“, sagte die Feuerwehrsprecherin der Samtgemeinde Harsefeld, Nora Schmidt-Eustermann. Der Aufprall war so stark, dass das Führerhaus völlig zerstört wurde, der Baum in der Mitte abbrach und die Telefonleitung zerriss.

Das Führerhaus des Lkw wurde durch den Aufprall vollständig zerstört.

Das Führerhaus des Lkw wurde durch den Aufprall vollständig zerstört. Foto: Feuerwehr

Der 60-Jährige wurde in dem völlig zerstörten Fahrerhaus eingeschlossen und musste von den ca. 45 Feuerwehrleuten der angerückten Ortswehren aus Ohrensen und Harsefeld befreit werden. Nach der Erstversorgung an der Unfallstelle durch den Notarzt wurde er anschließend vom Rettungsdienst mit schweren Verletzungen ins Stader Elbeklinikum eingeliefert.

„An dem Lkw entstand Totalschaden“, berichtet Rainer Bohmbach. Er schätzt den Gesamtschaden auf circa 30.000 Euro.

Die Feuerwehrleute sicherten das Unfallfahrzeug ab. Die L123 musste für die Zeit der Rettungs- und Bergungsmaßnahmen sowie der Unfallaufnahme zeitweise voll gesperrt werden. Zu größeren Behinderungen kam es laut Polizei dabei aber nicht.

Autofahrer machtlos gegen Windböen

Gegen 10 Uhr war ein 36-jähriger Ford-Tourneo-Fahrer aus Oldendorf mit seinem Auto auf der Kreisstraße 66 aus Richtung Bossel nach Oldendorf unterwegs. „Nach eigenen Angaben wurde sein Auto hier dann von einer Windböe erfasst und in den Seitenraum gedrückt“, sagt Stades Polizeisprecher. Der Ford kollidierte mit einem Baum und Schneeverwehungen.

Das Auto war anschließend nicht mehr fahrbereit, die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 5.000 Euro. Der 36-Jährige blieb bei dem Unfall unverletzt.

Auch in Beckdorf wurde ein Autofahrer kurz vor 15 Uhr durch den Wind in den Seitenraum gedrückt und prallte gegen einen Baum. „Auch hier blieb der Fahrer zum Glück unverletzt“, so Bohmbach.

Gegen 14 Uhr befuhr die 45-jährige Fahrerin eines Renault Twingo aus Zeven die Landesstraße 124 in Wangersen. „Obwohl sie auf der nicht geräumten Strecke mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs war, geriet das Heck ihres Autos beim Abbremsen ins Schleudern“, teilt Rainer Bohmbach mit. Beim Gegenlenken kam die Frau nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. „Der Wagen wurde regelrecht gegen einen Baum gedrückt“, sagt der Sprecher der Harsefelder Samtgemeindefeuerwehr, Jürgen Bockelmann.

Der Renault Twingo ist an der L124 seitlich gegen den Baum geprallt.

Der Renault Twingo ist an der L124 seitlich gegen den Baum geprallt. Foto: FEuerwehr

Die 45-Jährige wurde bei dem Unfall leicht verletzt und vom Rettungsdienst nach der Erstversorgung mit leichten Verletzungen ins Buxtehuder Krankenhaus eingeliefert. Ihr Auto wurde erheblich beschädigt. Die Beamten schätzen den Gesamtschaden auf rund 4.000 Euro.

Schneewehen erschwerten den Einsatzkräften teilweise die Anfahrt zu den Unfallorten, so auch in Wangersen. „Mit Treckern und Radladern versuchen wir, die Straßen freizumachen“, sagte der Sprecher der Harsefelder Samtgemeindefeuerwehr, Jürgen Bockelmann.

Diverse Lkw und Pkw fahren sich im Schnee fest

Weiterhin berichtet Stades Polizeisprecher von mehreren wetterbedingten Ereignissen, die jedoch zum Glück ohne Verletzte ausgegangen sind:

  • Gegen 7.30 Uhr fuhr in Apensen ein Auto über ein Verkehrsschild und wurde erheblich beschädigt.
  • In Neukloster kamen Lkw eine Steigung nicht hoch und mussten auf den Streudienst warten.
  • In Buxtehude und Stade-Wiepenkathen auf der B74 stellten sich ebenfalls mehrere Lkw quer.
  • In Apensen stehen seit dem Vormittag gegen 10.40 Uhr mehrere Lkw auf der L130 quer. Dort ist die Straße noch immer komplett gesperrt.
  • Einige Autofahrer wollten dann möglicherweise die Sperrung über den Neukloster Forstweg umfahren und vier bis fünf sind dort dann im Schnee stecken geblieben.
  • Auf der K84 fuhr sich ein Lkw in einer Schneewehe fest.
  • In Jork blieb ein Transporterfahrer auf einem Grundstück im Schnee stecken.

“Die Autofahrer mussten sich entweder selbst helfen oder eigenständig Abschleppfirmen beauftragen“, so Bohmbach. In einigen Fällen konnten ihnen auch die alarmierten Feuerwehren aus den Situationen helfen.

Feuerwehr sichert Baumarktdach in Buxtehude vor Einsturz

Die Feuerwehren Buxtehude müssen am Freitagabend gegen 18.52 Uhr zum Toom-Baumarkt am Ostmoorweg ausrücken. Mit etwa einem halben Meter Höhe ist die Schneelast auf dem Flachdach des Baumarktes zu hoch. Die Wehren sollen das Dach vorsorglich vor einem möglichen Einsturz sichern.

RE5-Ersatzbusse pendeln zwischen Stade und Cuxhaven

Start Unterelbe hat den Zugverkehr zwischen Stade und Cuxhaven am Freitag weitestgehend eingestellt. Am frühen Abend konnte jedoch ein Pendelverkehr mit Ersatzbussen eingerichtet werden. Die Busse halten allerdings nicht in Hechthausen, Cadenberge und Hemmoor, teilt die Start Unterelbe auf ihrer Homepage mit.

Das sind die Ersatzfahrten für den RE5:

  • In Stade startet der Ersatzbus in Richtung Cuxhaven ab 18 Uhr. Zurück geht es gegen 20.30/21 Uhr.
  • In Cuxhaven startet ein Bus ab 18 Uhr nach Stade, zurück geht es gegen 20.30/21 Uhr.
  • Ein weiterer Ersatzbus von Stade nach Cuxhaven fährt gegen 21 Uhr los, zurück geht es gegen 23.30/0 Uhr.

Der Zugverkehr soll im Laufe des Samstagvormittags wieder aufgenommen werden.

Auch die Deutsche Bahn will den wegen Unwetters eingestellten Fernverkehr in Norddeutschland am Samstagmorgen wieder schrittweise aufnehmen. Am Samstag sei trotzdem bundesweit noch mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.

S-Bahn pendelt stündlich – Fahrplan-App nicht aussagekräftig

„Unsere Auskunftssysteme (DB Navigator, HVV-App sowie die Zugzielanzeiger am Bahnsteig) zeigen derzeit keine verlässlichen Informationen an“, warnt die S-Bahn Hamburg auf ihrer Homepage. Die S5 pendelt aktuell stündlich zwischen Neugraben und Stade. Ab Neugraben geht es in Richtung Hamburg dann mit der S3 weiter.

Unwetterwarnung für südlichen Kreis Stade aufgehoben

Die amtlichen Warnungen vor Schneefall (Mengen zwischen 10 und 15 Zentimetern) und Sturmböen (Geschwindigkeiten zwischen 55 km/h und 65 km/h) gelten im Landkreis Stade noch bis Samstagfrüh (10. Januar 2026). Doch der Süden kann bereits aufatmen: laut DWD gilt die Unwetterwarnung vor starken Schneeverwehungen nur noch für den Nordkreis - da allerdings bis Samstagmorgen, 7 Uhr.

Im Norden des Landkreises Stade gilt noch bis Samstag, 7 Uhr, die Amtliche Unwetterwarnung vor starker Schneeverwehung (rot eingefärbt), für den Süden wurde sie bereits aufgehoben.

Im Norden des Landkreises Stade gilt noch bis Samstag, 7 Uhr, die Amtliche Unwetterwarnung vor starker Schneeverwehung (rot eingefärbt), für den Süden wurde sie bereits aufgehoben. Foto: Screenshot

Der Samstag beginnt im Kreis Stade mit Temperaturen von -4 Grad. Tagsüber steigt die Temperatur auf -1 Grad an, gegen Abend wird es jedoch wieder kälter (-5 bis -8 Grad Celsius). Es bleibt windig.

Richtig frostig wird es am Sonntag: Angesagt sind tagsüber Temperaturen von -11 bis -8 Grad, die sich laut DWD deutlich kälter anfühlen sollen.

Skipper sitzt auf Sandbank fest

Die Feuerwehr wurde gegen 15.27 Uhr zur Elbe alarmiert. Dort liegt eine Segeljacht derzeit manövrierunfähig auf einer Sandbank in der Elbe.

Entgegen erster Vermutungen ist das Schiff jedoch nicht unbemannt.

Der Skipper ist aktuellen Erkenntnissen zufolge am Nachmittag in Hamburg losgefahren und war auf der Elbe unterwegs in Richtung Nordsee – bis sein Schiff einen Motorschaden hatte und er auf der Sandbank vor Grünendeich festsaß. Er konnte noch einen Notruf absetzen, bevor auch sein Handy den Geist aufgab.

Feuerwehr und DLRG retteten den Mann und brachten ihn sicher ans Festland. Er soll wohnungslos sein und seit mehr als einem Jahr auf seinem Boot wohnen. Der Skipper wurde nun von Lühes Samtgemeinde-Bürgermeister Timo Gerke untergebracht.

Supermarktregale teilweise leer – Nachschub schwierig

„Fleisch kommt heute keines mehr nach“, heißt es an der noch gut gefüllt aussehenden Theke im Rewe an der Konrad-Adenauer-Allee in Buxtehude.

Ines Lehmann aus Ahlerstedt hat sich noch am Freitagmittag im Rewe in Buxtehude mit Vorräten für eine Woche eingedeckt. Das Einkaufswagenschieben auf dem verschneiten, stürmischen Parkplatz fällt schwer. Foto: Richter

Ines Lehmann aus Ahlerstedt hat sich noch am Freitagmittag im Rewe in Buxtehude mit Vorräten für eine Woche eingedeckt. Das Einkaufswagenschieben auf dem verschneiten, stürmischen Parkplatz fällt schwer. Foto: Richter Foto: Richter

„Aber es ist ja auch besser, wenn sich die Lkw-Fahrer jetzt nicht alle auf den Weg machen“, sagt die Mitarbeiterin. Sowohl bei Rewe als auch bei Marktkauf in Buxtehude verweist die Marktleitung bei der Frage nach Lieferschwierigkeiten auf die Zentralen der beiden Supermarktketten.

Auf dem Rewe-Parkplatz in Buxtehude ist am Freitag wenig los.

Auf dem Rewe-Parkplatz in Buxtehude ist am Freitag wenig los. Foto: Richter

Doch auch ohne Auskunft fällt auf: Einige Regale sind auffallend leergefegt, vor allem bei den Konserven. Tags zuvor haben sich sehr viele Leute damit eingedeckt, bestätigt die Frau an der Kasse auf Nachfrage. Haltbare Vorräte im Haus zu haben, empfiehlt der Landkreis als Katastrophenschutzbehörde ja auch.

Bus steckt in Stade-Hagen fest

In Stade-Hagen musste die Feuerwehr um 13.11 Uhr ausrücken: Ein Bus steckte auf dem Stadtweg fest. Sechs dahinterstehende Pkw drohten einzuschneien. Mittlerweile ist die Straße jedoch wieder frei. Der Straßenmeisterei war es gelungen, die Fahrbahn zu räumen, teilte Feuerwehrsprecher Stefan Braun dem TAGEBLATT auf Nachfrage mit. Der Bus und die sechs Fahrzeuge konnten ihre Fahrt mittlerweile fortsetzen.

Auch der Baum, der in Hagen eine Straße blockiert hatte, ist bereits geräumt.

Fahrzeuge haben mit Schneewehen zu kämpfen

Gegen 13.30 Uhr nahmen die Schneeverwehungen zu, insbesondere in Buxtehude und Harsefeld.

Auf der B74 in Wiepenkathen steckten zwei Lkw fest, die Straße war blockiert. Mit Traktoren gelang es, die Lkw zu befreien – die B74 ist wieder befahrbar

In Nottensdorf sind die Straßen menschenleer.

In Nottensdorf sind die Straßen menschenleer. Foto: Strüning

Heftige Windböen im Kreis Stade erwartet

Die Einsatzbilanz im Kreis Stade fällt bislang noch moderat aus. „Einzelne Strecken mussten gesperrt werden, weil Fahrzeuge feststeckten – vor allem Lkw hatten Probleme mit Steigungen und Abhängen“, teilt Kreissprecher Daniel Beneke dem TAGEBLATT auf Nachfrage mit. Teilweise haben Landwirte mit ihren Traktoren geholfen, die Lkw freizuschleppen. Jedoch habe die Polizei auch Straßen sperren müssen, weil die Fahrzeuge nicht bewegt werden konnten, so Beneke. Bei Apensen und Kranenburg kam es immer wieder zu Schneeverwehungen, die teils bis zu einen Meter hoch waren.

Zwar habe der Schneefall im Kreis Stade mittlerweile nachgelassen, doch es sei markanter Wind mit einer Stärke von bis zu 60 km/h angekündigt. „Durch den Wind kommt es immer wieder zu Schneeverwehungen, die uns noch länger beschäftigen könnten“, sagt der Kreissprecher.

Die Straßenmeisterei sei seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz und habe bereits die Dienstpläne angepasst, um auch am Sonnabend und Sonntag Schnee räumen zu können.

Einsatzschwerpunkte waren bis zum Nachmittag in Stade, Buxtehude und Apensen. Dort waren bereits im Vorwege eigene kommunale Einsatzleitstellen gebildet worden.

K36 gesperrt - Lkw steht quer

Gegen 14.20 Uhr muss die Straße Am Schrangenberg in Nottensdorf gesperrt werden. Auf der K36 hat sich ein Lkw quergestellt und droht in den Seitenraum zu rutschen.

L130 bei Apensen gesperrt – Lkw stecken im Schnee fest

Die L130 zwischen Grundoldendorf und Apensen war voll gesperrt. Drei Lastkraftwagen und Transporter sind gegen 11.30 Uhr in den Seitenraum gerutscht. Rund zehn weitere Lkw standen auf der Straße und kamen weder vor, noch zurück.

Die Lkw stecken im kniehohen Schnee fest.

Die Lkw stecken im kniehohen Schnee fest. Foto: Vasel

Eine betroffene Spedition hatte einen privaten Bergungsdienst aus Horneburg benachrichtigt.

Mehrere Fahrzeuge kommen auf der L130 derzeit nicht vor und zurück.

Mehrere Fahrzeuge kommen auf der L130 derzeit nicht vor und zurück. Foto: Vasel

Kaum Einsätze am Freitagmorgen

Der Landkreis Stade hat sich auf Tief Elli vorbereitet: Seit 5 Uhr sind Krisenteams in den Leitstellen im Einsatz.

Bei Zug I in Buxtehude, in der Kommunalen Einsatzleitung, haben der stellvertretende Stadtbrandmeister Jan Durhack und sein Kollege Thies Esch die Lage im Blick - und die Wetterkarte.

Bei Zug I in Buxtehude, in der Kommunalen Einsatzleitung, haben der stellvertretende Stadtbrandmeister Jan Durhack und sein Kollege Thies Esch die Lage im Blick - und die Wetterkarte. Foto: Richter

Am Morgen blieb es im Landkreis jedoch weitestgehend ruhig. Nur in Stade sei ein Baum wegen der Schneelast umgestürzt, teilte Feuerwehrsprecher Stefan Braun mit.

Glätteunfälle im Kreis Harburg

Mehrere Glätteunfälle und Liegenbleiber gab es hingegen bereits am Morgen im Kreis Harburg, wie die Polizei mitteilt. „Glücklicherweise ist dabei bislang niemand schwer verletzt worden“, so Polizeihauptkommissar Jan Krüger.

Verkehrsbehinderungen gab und gibt es in Bereichen von Autobahnanschlussstellen, weil dort Lkw auf den schneeglatten Gefällestrecken liegen bleiben und die Aus- oder Auffahrten versperren.

Kinder werfen Eisblöcke auf Autobahn

Mehr Aufregung gab es am Donnerstag bei der Polizei Cuxhaven. Im Bereich Bremerhaven warfen gegen 11.45 Uhr drei Kinder von einer Brücke Eisblöcke auf die A27, heißt es. Mehrere Autofahrer meldeten den Vorfall. Nach ersten Erkenntnissen trafen die Eisblöcke mehrere Fahrzeuge.

Die Polizei stellte drei Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren in der Nähe. Ob an den getroffenen Fahrzeugen Schäden entstanden sind, ist bislang nicht bekannt. Die Beamten bitten Autofahrer, die durch die Tat geschädigt wurden, sich bei der Polizei Geestland zu melden (04743 9280).

Im Kreis Cuxhaven verzeichnete die Polizei bis Mittag etwa 20 witterungsbedingte Verkehrsunfälle auf den Landkreisstraßen und der A27.

Paketdienste betroffen

Zu den Fahrzeugen, die auf der L130 feststecken, zählen auch mehrere Fahrer von Paketdiensten mit Hunderten Paketen. Diese werden heute nicht mehr ausgeliefert, heißt es vor Ort. Man wolle nur noch das Verteilzentrum erreichen.

Durch die Schneeverwehungen ist der Schnee in der Spitze bis zu 70 cm hoch. Es sei teilweise die Hand vor Augen nicht mehr zu sehen, so TAGEBLATT-Reporter Björn Vasel bei minus vier Grad Außentemperatur über die Schneeverwehungen.

Postverkehr eingeschränkt

Dass in zahlreichen Gebieten eine reguläre Zustellung nicht möglich ist, bestätigt auch Maike Wintjen, Pressesprecherin bei der Deutschen Post AG.

„Schnee, enorme Kälte, Eis sowie teilweise nicht passierbare oder gesperrte Straßen führen unter anderem dazu, dass Zustellkräfte ihre Zustellstandorte nicht wie gewohnt erreichen oder verlassen können.“

In besonders schwer erreichbaren Bereichen – aktuell insbesondere in Teilen Hamburgs – setzt die Post auf alternative Lösungen. Sendungen werden dort per Direktbenachrichtigung zur Abholung in eingerichteten Ausgabestellen bereitgestellt. Für die Abholung ist ein amtlicher Ausweis erforderlich.

Schneeschieber sind ausverkauft

Beim Toom-Baumarkt in Buxtehude an der Konrad-Adenauer-Allee sind Schneeschieber ausverkauft - „wie überall“, sagt Mitarbeiterin Silke Naujoks. Kunden kommen trotzdem noch: Michael Küther hat gerade einen Deckenheizstrahler für seinen Wintergarten bezahlt: „Damit die Pflanzen nicht frieren.“ Er kommt aus Rübke und bedankt sich bei den Landwirten, dass er überhaupt zum Einkaufen gekommen ist: „Die haben die Straße nach Buxtehude geräumt.“

Unfälle im Kreis Stade - Autofahrer teils auf sich allein gestellt

Kerstin Schlagkamp aus Horneburg hinter ihm an der Kasse ersteht gerade einen neuen Stiel für ihren Schneeschieber: „Der alte ist gestern an Altersschwäche verreckt.“ „Wir sind ja eine Art Grundversorger“, sagt Silke Naujoks. Manche Kunden kommen schließlich auch, weil sie etwas für ihre Heizung brauchen, die nicht läuft.

Die gefragtesten Artikel zurzeit sind Feuerholz und Anzünder. Streusalz, Granulat und Splitt sind längst ausverkauft. Schlitten auch: „Den letzten haben wir Samstagmorgen vor einer Woche verkauft.

Lkw legt S-Bahn-Verkehr lahm

Am Vormittag kam der Bahnverkehr im Kreis Stade zum Erliegen. Wie die S-Bahn Hamburg auf ihrer Website mitteilte, ist auf der Strecke zwischen Neugraben und Stade nur sehr unregelmäßiger Zugbetrieb möglich.

Der Grund dafür sei ein liegengebliebener Lkw. Offenbar ist gegen 7 Uhr der Lkw in der Straße Am Radeland in Heimfeld beim Ausweichen für einen ihm entgegenkommenden Sattelschlepper in den Bereich der Gleise gerutscht.

Er sei erst im Gleisbett zum Stehen gekommen. Abschleppversuche mit anderen Lkw scheiterten zunächst, so der Fahrer des abgerutschten Fahrzeugs.

Das Gleis war stundenlang gesperrt. Ein angeforderter Abschlepper konnte den Lkw erfolgreich gegen 10.20 Uhr aus dem Gleisbereich bewegen, so die Polizei. Um 12.11 Uhr wurde die Streckensperrung durch die Deutsche Bahn wieder aufgehoben.

Aktuell herrscht im Buxtehuder Bahnhof Stillstand.

Aktuell herrscht im Buxtehuder Bahnhof Stillstand. Foto: Richter

Der Bahnverkehr zwischen Stade und Neugraben war aufgrund einer Weichenstörung zwischenzeitlich komplett eingestellt; ein Schienenersatzverkehr sollte eingerichtet werden, meldet TAGEBLATT-Reporterin Anping Richter.

KVG-Busse nur in Stade und Buxtehude unterwegs

Die KVG stellt am 9. Januar bis auf Weiteres den Busverkehr im Kreis Stade ein. Dast teilt der Verkehrsbetrieb auf seiner Homepage mit. Sämtliche Busfahrten entfallen, Haltestellen werden nicht bedient.

Lediglich in Buxtehude und Stade sind noch KVG-Busse im Einsatz. In den Stader Stadtteilen Hagen, Riensförde und Ottenbeck fällt der Busverkehr ebenfalls aus. In den nächsten Stunden soll die Situation erneut bewertet werden.

RE5: Start-Züge fahren nicht

Start Unterelbe hat den Zugverkehr zwischen Cuxhaven und Hamburg bis auf Weiteres komplett eingestellt. Fahrgäste sollen informiert werden, sobald der Zugverkehr schrittweise wieder aufgenommen werden kann, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Wenig los am Bahnhof Buxtehude

Offenbar haben viele Fahrgäste den Rat der Deutschen Bahn beherzigt, von nicht notwendigen Fahrten abzusehen – am Buxtehuder Bahnhof ist wenig los, wie TAGEBLATT-Reporterin Anping Richter berichtet.

Das Ehepaar Wallmann aus Buxtehude ist mit zwei Enkelkindern, Rollkoffern und Rucksäcken unterwegs und vorerst am Buxtehuder Bahnhof gestrandet.

Sie haben vor, die beiden Enkelsöhne, sieben und acht Jahre alt, heute noch nach Hause zu bringen: nach Witzenhausen in Hessen.

Familie Wallmann ist am Bahnhof Buxtehude gestrandet. Sie hat noch einen weiten Weg vor sich.

Familie Wallmann ist am Bahnhof Buxtehude gestrandet. Sie hat noch einen weiten Weg vor sich. Foto: Richter

Sie machen sich auf eine lange Reise gefasst: „Einige Züge fahren ja noch.“ Jetzt warten sie aber auf die Einrichtung des Schienenersatzverkehrs.

„Wenn die Bahn nicht fährt, können wir doch wenigstens da drinnen warten“, sagt der Enkel. Das denken sich auch andere: In der S5 in Richtung Hamburg sitzen in jedem Waggon einige Leute.

Deutscher Wetterdienst warnt vor Sturmböen und Schneeverwehungen

Am Freitag ist mit starken Schneefällen zu rechnen. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) haben für den Landkreis Stade eine Unwetterwarnung herausgegeben.

Von Freitag, 7 Uhr, bis Samstagmorgen kann es zu starken Schneeverwehungen kommen. Dafür sorgen starker Wind und viel Neuschnee.

Auch davor warnt der DWD. Bis Mitternacht sei mit bis zu 15 Zentimetern Neuschnee zu rechnen. Zudem gebe es Sturmböen mit bis zu 85 km/h. Diese sollen sich ab Mitternacht etwas abschwächen Böen von bis zu 65 km/h sind möglich.

Die Temperaturen liegen bei -4 bis -2 Grad, sollen sich jedoch deutlich kälter, wie -12 bis -10 Grad, anfühlen.

Autofahrern rät der ADAC, wegen des heftigen Schneefalls, ihre Fahrzeuge stehen zu lassen.

Stackmann und Mohr bleiben am Freitag geschlossen

Auch der Einzelhandel reagiert auf die Wetterlage. „Aufgrund der aktuellen winterlichen Wetterlage und der einhergehenden Gefahr für unsere Mitarbeiter und unsere Kunden bleiben das Modehaus Stackmann, das Haus Buch & Papier sowie die Stackmann Outlets in Apensen und Tostedt am Freitag geschlossen“, teilt das Buxtehuder Modehaus mit.

Die Buxtehuder Fußgängerzone liegt am Freitagnachmittag wie ausgestorben da.

Die Buxtehuder Fußgängerzone liegt am Freitagnachmittag wie ausgestorben da. Foto: privat

Ab Samstag sollen alle Häuser wieder wie gewohnt geöffnet sein. Alternativ können die Stackmann-Kunden den Onlineshop nutzen.

Das Modehaus Mohr in Dollern schließt am Freitag ebenfalls seine Pforten und öffnet am Samstag wieder.

EDEKA Tiedemann hat angekündigt, seine Märkte in Oldendorf und Hammah am Freitag bereits um 18 Uhr zu schließen. Die Drogerie hat bereits geschlossen.

Buxtehuder Wochemärkte abgesagt

Die beiden Samstags-Wochenmärkte in der Buxtehuder Altstadt und auch in Altkloster sind abgesagt. Aufgrund der aktuellen Wetterlage werden die für Samstag, 10. Januar, geplanten Märkte nicht stattfinden. Das teilt die Stadt Buxtehude mit.

Keine Müllabfuhr am Freitag – AWZ geschlossen

Am Freitag findet im Kreis Stade keine Müllabfuhr statt. Darüber informiert der Landkreis am Vormittag. Betroffen sind Haus- und Biomüll, Gelber Sack und Altpapier.

Für die ausgefallenen Weihnachtbaumabfuhren seien Nachholtermine geplant. Diese werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Am Freitag wird im Kreis Stade kein Müll abgeholt.

Am Freitag wird im Kreis Stade kein Müll abgeholt. Foto: Battmer

Der Landkreis weist darauf hin, dass bei der nächsten Abholung des Restabfalls Müllsäcke dazu gestellt werden können. „Dafür können handelsübliche Müllsäcke genutzt werden – es müssen nicht die kostenpflichtigen orangefarbenen Müllsäcke besorgt werden“, heißt es in der Mitteilung.

Die beiden Abfallwirtschaftszentren Buxtehude-Ardestorf und Stade-Süd sowie die Wertstoffhöfe Oldendorf und Wischhafen bleiben sowohl am Freitag als auch am Samstag aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Friedhöfe geschlossen

In Harsefeld und Stade bleiben die Friedhöfe am Freitag geschlossen.

Wegen des Wetters bleiben die Friedhöfe geschlossen.

Wegen des Wetters bleiben die Friedhöfe geschlossen.

Mobiler Pflegedienst kennt kein schlechtes Wetter

Für Thomas Rodewald vom mobilen Pflegedienst SAM in Buxtehude hat um 9.30 Uhr gerade seine Einkaufstour für die Kunden hinter sich.

„Unsere Kunden brauchen schließlich ihre Medikamente und etwas zu essen.“

Marina Stange vom mobilen Pflegedienst SAM

Für ihn hat der Arbeitstag früh begonnen: Ab 7 Uhr haben sie Parkplatz und Wege vor der Zentrale in der Carl-Hermann-Richter-Straße geräumt.

Der Pflegedienst SAM in Buxtehude ist auch im Schneegestöber unterwegs.

Der Pflegedienst SAM in Buxtehude ist auch im Schneegestöber unterwegs. Foto: Richter

Um 7.30 Uhr war Dienstbeginn, berichtet Marina Stange, die den Pflegedienst betreibt. 37 Leute aus ihrem 85-köpfigen Team sind heute im Einsatz und unterwegs: „Das geht auch nicht anders. Unsere Kunden brauchen schließlich ihre Medikamente und etwas zu essen.“

Sporthallen im Kreis Stade vielerorts gesperrt

Alle Turn- und Sporthallen der in Trägerschaft des Landkreises Stade stehenden Schulen in Stade, Buxtehude und Harsefeld sind bis einschließlich Sonntag gesperrt.

Wie das Stadtmarketing Harsefeld ergänzt, bleiben bis einschließlich Sonntag sowohl alle Sporthallen im Gebiet der Samtgemeinde, die Schwimmhalle Ahlerstedt sowie die Eissporthalle geschlossen.

Die Samtgemeinde Lühe hat aufgrund der Wetterlage und der erheblichen Schneelasten alle öffentlichen Gebäude mit Flachdächern ab sofort vorsorglich gesperrt, teilt Lühes Bürgermeister Timo Gerke mit.

Von der Sperrung betroffen sind auch die Sport- und Turnhallen in Guderhandviertel, Hollern-Twielenfleth und Steinkirchen sowie weitere öffentliche Gebäude mit Flachdächern.

Auch in der Gemeinde Jork werden alle Sporthallen vorsorglich gesperrt. Betroffen sind sowohl der Schulsport als auch der gesamte Vereinssport.

Die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten sperrt ihre Hallen über das Wochenende nicht, spricht aber die Empfehlung aus, Wettbewerbe und Trainings zu verschieben.

Unterricht im Kreis Stade fällt aus

Bereits am Donnerstag hatte der Landkreis Stade mitgeteilt, dass der Unterricht am 9. Januar ausfällt. Die Schulen stellen den Angaben nach eine Betreuung für diejenigen Schülerinnen und Schüler sicher, die nicht zu Hause bleiben können und deswegen zur Schule kommen.

In den Berufsbildenden Schulen Stade II und III sowie der Berufsbildenden Schule Buxtehude falle nur der Präsenzunterricht aus, Distanzunterricht finde statt. (bv/ari/ing/vdb/set/lw/tom/pm)

Unfälle im Kreis Stade - Autofahrer teils auf sich allein gestellt
Teilweise erschweren Schneeverwehungen die Einsätze, wie hier bei dem Unfall in Ohrensen.

Teilweise erschweren Schneeverwehungen die Einsätze, wie hier bei dem Unfall in Ohrensen. Foto: Feuerwehr

Ein Skipper sitzt vor Grünendeich mit seinem Segelboot auf einer Sandbank in der Elbe fest.

Ein Skipper sitzt vor Grünendeich mit seinem Segelboot auf einer Sandbank in der Elbe fest. Foto: Hellwig

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