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Handball-Bundesliga

TNiederlage im Kellerduell: BSV beendet Hinrunde ohne einzigen Sieg

Isabelle Dölle erzielte drei Tore gegen Halle.

Isabelle Dölle erzielte drei Tore gegen Halle. Foto: Objektfoto/Volker Ballasch

Die Zuversicht war groß: Der Buxtehuder SV wollte gegen Schlusslicht Halle-Neustadt den ersten Saisonsieg feiern, erlebte jedoch ein Debakel.

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Von Tim Scholz
Samstag, 03.01.2026, 20:35 Uhr

Halle. Die Fans lärmen mit Trommeln und Klatschpappen auf den Rängen, ein bissig dreinschauendes Maskottchen namens Wildcat blickt zu ihnen hinauf. Vor dem Hallenser Fanblock hängt ein rotes Banner: „Holt euch den Sieg, Wildcats!“

Schnell wurde klar, worum es am Samstagabend geht: In der mit 1200 Zuschauern ausverkauften SWH-Arena empfängt der Tabellenletzte SV Union Halle-Neustadt den Vorletzten Buxtehuder SV. Kellerduell in der Handball-Bundesliga.

Der BSV, nach neun Spielen noch sieglos, reiste mit 20 Fans an - und reichlich Optimismus. Schließlich hatten die Buxtehuderinnen unter ihrem neuen Trainer Nicolaj Andersson erst am Dienstag gegen den Tabellenzweiten Bensheim trotz 28:31-Niederlage eine ihrer besten Saisonleistungen gezeigt. Für den BSV bot sich damit wohl die größte Chance, die Hinrunde mit einem Sieg zu beenden.

Schwedische Keeperin bleibt zunächst draußen

Doch es kam anders. Beim Aufsteiger unterlag der BSV mit 24:33 (10:15), beendete die Hinrunde ohne einen einzigen Sieg und rutschte auf den letzten Tabellenplatz ab. „Es war enttäuschend. Wir haben das Spiel schon in der ersten Halbzeit verloren und uns mental herunterziehen lassen“, sagte Andersson. Beste Werferin war Maj Nielsen mit sechs Treffern.

Trainer Andersson hielt an seinem System fest. Hinten ließ er mit einer offensiven 5:1-Deckung mit Kapitänin Teresa von Prittwitz auf der Spitze verteidigen, vorne spielte Johanna Andresen, eigentlich Rückraumspielerin, erneut am Kreis.

Einzige Änderung: Im Tor bekam Oliwia Kaminska (8 Paraden) den Vorzug. Winterzugang Annie Linder (1 Parade), die noch gegen Bensheim ein starkes Debüt gefeiert hatte, saß zunächst auf der Bank.

Schwieriger Start mit Fehlpässen und Pfostentreffern

Der BSV tat sich schwer, geriet im Angriff unter Zeitdruck, leistete sich Fehlpässe und Pfostentreffer. Die Hallenserinnen schalteten schnell um und bestraften die Fehler. Trainer Andersson kniete sich am Spielfeldrand mit Taktiktafel neben Spielmacherin Anika Hampel und gab neue Anweisungen.

20 Fans unterstützten den BSV in Halle.

20 Fans unterstützten den BSV in Halle. Foto: Scholz

Hinten war der BSV noch ein paar Schritte zu spät, lag aber nur 3:5 (9.) zurück, da Halle entweder das Aluminium traf oder Torhüterin Kaminska parierte. Der BSV mühte sich im Angriff, Nielsen vergab einen Siebenmeter.

Der BSV kam dennoch heran, nachdem Nielsen dann doch von der Linie und von Prittwitz nach Ballgewinn zum 6:6 (16.) getroffen hatte; die Kapitänin feierte am Samstag ihren 25. Geburtstag.

Annie Linder sichert den Pausenstand

Anders als noch vor vier Tagen gegen Bensheim leistete sich der BSV jede Menge technische Fehler und kam im Rückzug nicht hinterher. Nachdem Abwehrspezialistin Lin Lück eine Zeitstrafe kassiert hatte, ging Halle mit vier Toren in Führung (12:8, 24.).

Kurz vor der Pause scheiterte der BSV immer wieder an Torhüterin Ela Szott: zuerst Johanna Andresen, dann Maj Nielsen. „Weiter geht’s“, brüllte die Hallensprecherin mit donnernder Stimme. Die Zuschauer erhoben sich. Annie Linder, inzwischen im BSV-Tor, hielt mit ihrer ersten und einzigen Parade den Pausenstand fest (10:15).

Im zweiten Durchgang wurde es deutlich. Andresen kassierte eine Zeitstrafe, Anika Hampel ließ sich viel zu leicht den Ball abluchsen, und Halle lag plötzlich mit acht Toren vorn (18:10, 33.).

Buxtehuder Aufholjagd währt nur kurz

Danach hatte der BSV wieder eine stärkere Phase, lag eine Viertelstunde vor Schluss nur noch mit 18:22 (45.) zurück, brachte sich durch Stürmerfouls oder unkonzentrierte Aktionen um ein besseres Ergebnis. Bezeichnend: Isabelle Dölle tankte sich durch bis an den Kreis, warf den Ball jedoch neben das Tor. Die Rückraumshooterin schüttelte den Kopf.

Mit einem 3:0-Lauf zog Halle auf 25:18 (49.) davon. Andersson wechselte auf einigen Positionen, gab auch den Nachwuchskräften Spielpraxis. Vor allem Spielmacherin Enna Oberländer erledigte ihre Sache ordentlich und erzielte zwei Treffer. Schließlich versuchte es Andersson mit zwei Kreisläuferinnen. Jedoch ohne Wirkung.

Der BSV fand kaum noch den Weg zum Tor, und wenn doch, scheiterte er an Torhüterin Szott (12 Paraden). Halle traf dagegen nach Belieben. Anderthalb Minuten vor Schluss kassierte Johanna Andresen nach ihrer dritten Zeitstrafe die Rote Karte.

„Haben nicht unser wahres Gesicht gezeigt“

„Leute, Gänsehaut! Wir haben den Sieg!“, brüllte die Hallensprecherin nach Spielende, während die Hallenser Mannschaft im Kreis tanzte. Die Buxtehuder Spielerinnen traten ernüchtert vor die eigenen Fans. „Wir haben heute nicht unser wahres Gesicht gezeigt“, sagte Maj Nielsen. „Wir haben mit jedem Fehler mehr Spielwitz verloren.“

Der BSV muss damit weiter auf den ersten Saisonsieg warten. Bereits am kommenden Mittwoch, 7. Januar, 19.30 Uhr, startet der BSV in die Rückrunde. Gegner in eigener Halle ist die HSG Blomberg-Lippe.

BSV-Tore: Kaminska (8 Paraden), Linder (1 Parade); Nielsen 6/3, Mittag, Frey, Hampel 4/2, Dölle 3, Oberländer 2, Andresen, Kaufmann 1, von Prittwitz 5, Ternede 3, Lück, Pieperjohanns

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