Zähl Pixel
Elbe Kliniken

TOliver Schulze: Vom Fachpfleger zum Betriebsratsvorsitzenden

Der neue Betriebsratsvorsitzende Oliver Schulze arbeitet seit 38 Jahren am Elbe Klinikum Stade.

Der neue Betriebsratsvorsitzende Oliver Schulze arbeitet seit 38 Jahren am Elbe Klinikum Stade. Foto: Wisser

Seine Begeisterung für die Arbeit und die Menschen ist spürbar. Als Betriebsratsvorsitzender vertritt er die Beschäftigten und wird voraussichtlich Gesamtbetriebsratsvorsitzender.

author
Von Karsten Wisser
Montag, 04.05.2026, 05:50 Uhr

Landkreis. Wenn Oliver Schulze erzählt, was er bisher am Elbe Klinikum Stade gemacht hat, wird schnell deutlich: Hier geht es nicht nur um einen Job. Für den 56 Jahre alten Fachpfleger für Anästhesie und Dozenten sind das Krankenhaus und seine Mitarbeiter auch ein Stück Zuhause und Familie.

Job voller Respekt und mit viel Begeisterung

Seit 38 Jahren arbeitet Schulze im Krankenhaus Stade – Station für Station. Er erzählt davon mit hörbarer Begeisterung. Er nennt die Menschen, die ihn beruflich gefördert haben, mit großem Respekt.

Der ehemalige Chefarzt Dr. Martin Gossler ist einer von ihnen. Der frühere Chef-Anästhesist am Elbe Klinikum Stade ging Ende 2018 in den Ruhestand. Sein Bild hängt an der Wand in Oliver Schulzes Büro. „Er war mehr wie ein Familienangehöriger als ein Vorgesetzter für mich“, sagt Schulze.

Kliniken größter Arbeitgeber im Landkreis

Das Büro ist das des neuen Betriebsratsvorsitzenden des Elbe Klinikums. Schulze und seine Betriebsratskollegen vertreten damit 2100 Beschäftigte in Stade. Er wird voraussichtlich auch Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Elbe Kliniken Stade und Buxtehude.

In Buxtehude kommen noch einmal 900 Beschäftigte dazu. Mit zusammen 3000 Beschäftigten sind die Kliniken der größte Arbeitgeber und der größte Ausbildungsbetrieb im Landkreis Stade.

Im Elbe Klinikum Stade arbeiten 2100 Menschen. Viele Gebäude werden in den kommenden Jahren durch Neubauten ersetzt.

Im Elbe Klinikum Stade arbeiten 2100 Menschen. Viele Gebäude werden in den kommenden Jahren durch Neubauten ersetzt. Foto: Wisser

In Oliver Schulzes Büro hängen auch Bilder seiner Familie und Plakate mit den Bildern der Kandidaten, mit denen er diesmal und bei der vergangenen Betriebsratswahl angetreten ist. Die Botschaft ist eindeutig. Er ist ein Teamplayer. Schulze kommt aus Heinbockel, ist verheiratet und hat eine Tochter.

Bei diesem Hobby kann Schulze entspannen

„Ich bin ein Mensch vom Lande“, sagt er offen. Sein großes Hobby ist das Meeresangeln in Dänemark oder Norwegen. „Das ist für mich die beste Möglichkeit, runterzukommen. Das spüre ich, sobald ich die dänische Grenze überquert habe“, sagt er. Den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden wählen die Betriebsräte aus Stade und Buxtehude gemeinsam. In der Regel übernimmt diese Aufgabe der Vorsitzende aus dem Haus mit der größeren Belegschaft.

Das ist der neue Betriebsrat am Elbe Klinikum Stade.

Das ist der neue Betriebsrat am Elbe Klinikum Stade. Foto: privat

Schulze erklärt, wie er seinen neuen Job sieht: „Ich verstehe mich als demokratisches Sprachrohr des Betriebsrats und nicht als Alleinunterhalter.“ Der neue Betriebsrat werde sich gemeinsam für die Interessen der Arbeitnehmer einsetzen. Schulze ist Nachfolger von Kai Holm und war vorher einer seiner beiden Stellvertreter. „Wir setzen auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber“, sagt Schulze.

Viele neue Leute im Stader Betriebsrat

Holm war drei Jahrzehnte Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Elbe Kliniken. Er ist vor zwei Wochen in den Ruhestand gegangen. Der Betriebsrat in Stade ist insgesamt jünger geworden. Von 19 Mitgliedern gehörten neben Schulze nur sechs weitere dem Gremium schon in der abgelaufenen vierjährigen Wahlperiode an.

Schulze betont die Gemeinsamkeit des Betriebsrats. „Nach dem Wahlkampf wollen wir uns jetzt gemeinsam für die Elbe Kliniken einsetzen“, schildert Schulze seine Intention. Die Betriebsratswahlen waren umkämpft. Erstmals seit vielen Jahren gab es wieder eine Gewerkschaftsliste von Verdi. Das verlief nicht konfliktfrei. Kai Holm trat deshalb bei Verdi aus.

Fünf freigestelle Plätze für Betriebsratsmitglieder

Holm und sein Nachfolger Schulze kandidierten auf unabhängigen Listen. Schulzes Liste „Mit einander - für einander“ kam auf zwölf Sitze. Verdi kam auf sechs Sitze, und die zweite unabhängige Liste Segelsetzen holte einen Sitz. Bei den Freistellungen für den Betriebsrat sind alle drei Gruppierungen dabei. Gesetzlich sind bei mehr als 2000 Beschäftigten fünf freigestellte Betriebsratsmitglieder vorgesehen. Der Betriebsrat verteilte das auf vier Vollzeitkräfte und vier Teilzeitkräfte.

Es ist gut möglich, dass der Name Oliver Schulze demnächst noch in einem anderen Zusammenhang zu hören ist. Wie sein Vorgänger Holm engagiert sich Schulze in der Kommunalpolitik.

Er will bei den Kommunalwahlen am 13. September für den Gemeinderat in Heinbockel, für den Samtgemeinderat Oldendorf-Himmelpforten und für den Kreistag kandidieren – allerdings für die CDU. Holm sitzt für die SPD im Stader Rat und im Kreistag.

Der SPD-Kreistagsabgeordnete Kai Holm ist als Betriebsratsvorsitzender in den Ruhestand gegangen.

Der SPD-Kreistagsabgeordnete Kai Holm ist als Betriebsratsvorsitzender in den Ruhestand gegangen. Foto: Wisser

Der Kreistag ist ein gutes Stichwort für die Aufgabe, die für den neuen Betriebsratsvorsitzenden über allen anderen Herausforderungen steht. „Die Elbe Kliniken müssen kommunal bleiben. Das ist für die Beschäftigten und die Patienten das beste“, sagt er. Nach dem Abschied der Stadt Stade gehört die Elbe Kliniken GmbH allein dem Landkreis Stade.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel