Zähl Pixel
Einkaufen im Internet

Onlinehandel kann sich nach Absturz wieder fangen

2024 haben Menschen in Deutschland wieder etwas mehr online bestellt als im Vorjahr.

2024 haben Menschen in Deutschland wieder etwas mehr online bestellt als im Vorjahr. Foto: Sven Hoppe/dpa

Nach der Pandemie haben Kunden weniger online gekauft. Inzwischen schauen die Händler aber wieder etwas optimistischer nach vorn. Beim Kaufverhalten machen ihnen vor allem zwei Dinge Mut.

Von dpa 23.01.2025, 10:05 Uhr
12 Monate Premium-Zugriff für nur 1,00 € pro Woche! Langfristig sparen!

Berlin. Trotz sparsamer Kunden und Wirtschaftskrise hat sich der Onlinehandel in Deutschland nach zwei Jahren mit großen Umsatzrückgängen wieder stabilisiert und blickt zuversichtlicher nach vorn. Der Bruttoumsatz mit Waren im E-Commerce stieg 2024 nominal - also nicht inflationsbereinigt - um 1,1 Prozent auf 80,6 Milliarden Euro, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) mitteilte. 

„Der E-Commerce ist wieder im Plus, obwohl die schlechte Konsumstimmung in Deutschland anhält“, sagte bevh-Präsident Gero Furchheim. In diesem Jahr erwartet der Verband, dass die Umsätze nominal um 2,5 Prozent steigen. Bei gutem Verlauf sei auch mehr möglich, weil die Konsumenten viel gespart und damit Rücklagen gebildet hätten. Die Corona-Pandemie hatte dem Onlinehandel große Zuwächse beschert. Die Erlöse stiegen auf knapp 100 Milliarden Euro im Jahr, brachen 2022 und 2023 aber stark ein. 

Inzwischen schauen die Händler optimistischer in die Zukunft. Dafür gibt es laut Furchheim mehrere Gründe. Nicht nur sei zuletzt die Zahl derjenigen gestiegen, die künftig mehr Geld für Online-Käufe ausgeben wollen. Kunden kauften derzeit zudem besonders häufig nach einem Impuls auf Social-Media-Plattformen. Großer Nachfrage erfreue sich außerdem der Handel mit gebrauchten und wiederaufbereiteten Artikeln. 

Die Zahlen des Branchenverbands stützen sich auf repräsentative Verbraucherbefragungen. Mehr als 700 Menschen in Deutschland ab 14 Jahren werden jede Woche befragt, was sie online gekauft und wie viel Geld sie ausgegeben haben. 

Kunden geben mehr für Event-Tickets und Medikamente aus

Die größten Umsatzzuwächse im Onlinehandel verzeichneten 2024 laut Verband die Kategorien Medikamente (+6,3 Prozent), Lebensmittel (+5,5) und Tierbedarf (+5,4). Gesteigert wurden auch die Erlöse mit digitalen Dienstleistungen wie Reisebuchungen (+7,1) oder dem Verkauf von Event-Tickets (+14,5). Dies seien Nachholeffekte nach der Pandemie, wie es heißt. Ein Minus hinnehmen mussten Onlinehändler bei Elektroartikeln und Telekommunikation (-2,4). Kaum Bewegung gab es für den Modehandel. 

Die Online-Marktplätze konnten ihren Marktanteil den Angaben zufolge zuletzt von 53 auf 55 Prozent ausbauen. Davon profitierten auch Plattformen chinesischer Herkunft wie Temu, wie Furchheim sagt. „In 2024 machten diese Anbieter bereits 6 Prozent aller Bestellungen aus.“ Der Verband fordert: Die EU müsse endlich durchsetzen, dass keine unsicheren Produkte in den Markt drängten oder unfaire Wettbewerbsvorteile durch nicht gezahlte Steuern oder Zölle entstünden.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Schlichtung bei Lufthansa ohne Einigung beendet

Die Schlichtung zwischen Lufthansa und ihren Piloten ist gescheitert – doch erneute Streiks drohen vorerst nicht. Hinter verschlossenen Türen läuft ein zweiter Versuch zu einer umfassenden Einigung.

Microsoft wirbt um Vertrauen deutscher Kunden

Ob Word, Outlook oder Copilot, Anwendungen der US-Firma Microsoft sind stark präsent im Alltag. Vielleicht zu stark? In Köln lud die Firma zu einem Werbeevent, auch um solche Sorgenfalten zu glätten.

EU beschlagnahmt Rekordmenge an gefälschten Waren

Kinderspielzeug, CDs, Zigaretten: Gefälschte Waren im Milliardenwert überschwemmen den EU-Markt. Die Behörden melden Rekord-Beschlagnahmen. Deutschland spielt in einer Kategorie eine führende Rolle.