TPark-Ärger rund ums Elbe Klinikum Buxtehude: Anwohner verlangen Lösung
Ein Verkehrsschild, das Autofahrer auf der Suche nach einem Parkplatz nahe dem Elbe Klinikum Buxtehude oft ignorieren: Die Anwohner Michael Lemke (von links), Detlef Gottschalck und Lars Strohfeld weisen auf das Einfahrverbot in die Kantstraße hin. Nur für Anlieger gilt es nicht. Foto: Sulzyc
Wohnstraßen rund um das Buxtehuder Krankenhaus sind chronisch zugeparkt. Anwohner werden beschimpft - und sind genervt. Dieses Versprechen ringen sie der Stadt ab.
Buxtehude. Ausschließlich Anlieger dürfen in die Kantstraße in Buxtehude einfahren. Doch das Verkehrsschild an der Zufahrt zur Straße interessiert an diesem Vormittag einen Autofahrer mit einem Celler Kennzeichen nicht. Er fährt in die Straße hinein und stellt seinen Stadtgeländewagen am Fahrbahnrand ab. Anschließend geht er zu Fuß in Richtung Elbe Klinikum.
Anlieger ist der Autofahrer aus Celle also nicht. Als ein Anwohner ihn darauf anspricht, bellt der Mann nur zurück: „Mit Ihnen rede ich gar nicht.“ Der Ton sei noch harmlos, sagt eine Anwohnerin. Übelste Beschimpfungen habe sie in einem anderen Fall zu hören bekommen.
Klinik-Betrieb rund um die Uhr verschärft Parkdruck
Parkdruck herrscht seit Jahren in den Wohnstraßen rund um das Elbe Klinikum in Buxtehude. Er betrifft Anwohner, Klinikmitarbeiter und Besucher. Buxtehude ist kein Einzelfall: Parkärger rund um Krankenhäuser herrscht überall in Deutschland. Weil Kliniken oft in dicht besiedelten Wohngegenden liegen und der Betrieb rund um die Uhr läuft, sind die umliegenden Straßen chronisch zugeparkt.
10 Euro kostet das Tagesticket für das Parkhaus auf dem Gelände des Elbe Klinikums. Ein 14-Tage-Ticket ist für 60 Euro zu haben. Manche Klinikmitarbeiter und Besucher scheuen offenbar die Kosten und stellen ihr Fahrzeug in benachbarten Wohnstraßen ab.

Das Tagesticket in dem Parkhaus auf dem Gelände des Elbe Klinikums Buxtehude kostet 10 Euro. Foto: Sulzyc
Woanders gibt es ähnliche Fälle: Wegen hoher Parkgebühren haben laut Medienberichten am Altonaer Kinderkrankenhaus und am Städtischen Krankenhaus Kiel Klinikmitarbeiter mit Kündigung gedroht.
In unmittelbarer Nähe zum Parkhaus des Elbe Klinikums Buxtehude befinden sich die Kantstraße und die Straße Am Rethteich. Dass in beiden Straßen nur Anwohner parken dürfen, hält Fremdparker nicht ab.
So erleben Anwohner den Parkärger
Betroffene Anwohner sind maximal genervt: „Da ist ein Schild und zeigt keine Wirkung“, sagt Michael Lemke. „Und wenn man etwas sagt, wird man rasant angepöbelt“, fügt Anwohner Lars Strohfeld hinzu.
Paketzusteller sähen keine andere Möglichkeit, ihr Fahrzeug auf dem Fußweg abzustellen. „Wir hatten schon Handwerker, die sind wieder weggefahren, weil sie keinen Parkplatz gefunden haben“, sagt Michael Lemke.
Anwohner fänden selbst nach der Arbeit keinen Parkplatz. Ob Anwohner das teure Parkhaus des Krankenhauses nutzen sollen, damit dessen Besucher kostenlos in der Kantstraße parken können, fragt Anwohner Detlef Gottschalck in einem Schreiben an die Stadtverwaltung.
Der Parkärger in den Straßen rund um das Elbe Klinikum Buxtehude ist zum Politikum geworden. In der Einwohnerfragestunde des Buxtehuder Ausschusses für Ordnung und Sicherheit fordern Anwohner Maßnahmen.
Darum fühlen sich Anwohner im Stich gelassen
Anwohner fühlen sich im Stich gelassen. Zwei- bis dreimal in der Woche würden Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Kantstraße aufsuchen, behauptet Ordnungsamtsleiter Steffen Johannsen. Anwohner widersprechen dem vehement. Das decke sich nicht mit ihrer Wahrnehmung.
Knöllchen für Falschparker auszustellen, sei schwierig, sagt Michael Lemke. „Die Kontrolleure können nicht wissen, wer Anlieger ist.“ Manche würden ihr Fahrzeug aber auch auf Sperrflächen abstellen.
Den Vorschlag der Stadtverwaltung, in der Kantstraße eine Parkscheibenpflicht (wochentags von 8 bis 18 Uhr für drei Stunden) einzuführen, wehren die Anwohner in der Ausschusssitzung ab. Das hätte Fremdparker dazu eingeladen, einen Parkplatz in der Wohnstraße zu suchen, sagt Detlef Gottschalck. Das geltende Einfahrverbot in die Kantstraße wäre aufgeweicht worden.
Stadtverwaltung strebt Lösung für das Quartier an
Fachbereichsleiter Ralf Dessel verspricht, mit den Anwohnern in den Dialog zu treten. Er strebt eine Lösung des Parkproblems im allen betroffenen Straßen rund um das Elbe Klinikum an. Ein Arbeitskreis soll zusammentreten: jeweils ein Vertreter aus jeder im Stadtrat vertretenen Fraktion, Verwaltungsmitarbeiter und vier bis fünf Anwohner.
Wie könnte eine Lösung aussehen? „Wir brauchen eine intelligente Kombination aus mehreren Maßnahmen“, sagt Detlef Gottschalck. Zum Beispiel aus Anwohnerparken und Parkverboten. Und Michael Lemke sagt: „Den Druck herausnehmen könnte die Aufhebung der Gebührenpflicht für Parkplätze am Ottensener Weg.“
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