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Bildung

T„Perlenkette“: Wie die neue Grundschule Mulsum-Kutenholz aussehen soll

Eine von vielen Ideen des Architektenbüros BSKA, wie der geplante Neubau in Kutenholz im Inneren mit Leben gefüllt werden könnte.

Eine von vielen Ideen des Architektenbüros BSKA, wie der geplante Neubau in Kutenholz im Inneren mit Leben gefüllt werden könnte. Foto: Screenshot/BKSA (nomo)

27,6 Millionen Euro soll die neue Grundschule Mulsum-Kutenholz kosten. Die Architekten aus Hamburg gewähren Einblicke. Was erwartet Schüler, Lehrer und Kutenholz?

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Von Thies Meyer
Samstag, 13.06.2026, 13:50 Uhr

Mulsum. Drei Jahre soll es im Idealfall dauern, bis zum Schuljahresbeginn 2029/2030 Mulsumer und Kutenholzer Grundschüler Deutsch, Mathe oder Kunst in der neuen 6500 Quadratmeter großen Grundschule in der Schulstraße in Kutenholz lernen. Wer sie plant und was geplant ist.

Architektenbüro aus Hamburg plant Großprojekte bis in die Bundesliga

Peter Karn, Geschäftsführer des planenden Unternehmens BKSA aus Hamburg, und Helena Bejsekeev präsentierten dem Schulausschuss der Samtgemeinde Fredenbeck am Montag, was die neue Schule zu bieten haben könnte.

Das Architektenbüro ist auf Schulen, Kitas und Sporthallen spezialisiert, plante in der Vergangenheit aber auch noch größere Projekte wie das Fußballstadion des FC Ingolstadt oder das Hotel und Vereinsgebäude von Borussia Mönchengladbach. Bei der aktuell laufenden Erweiterung und Sanierung der Halepaghen-Schule in Buxtehude übernahmen die Hamburger ebenfalls die Planung.

Gemeinsam mit Karn schaute sich ein Planungsteam aus Fredenbeck - dazu gehören zum Beispiel Fredenbecks Fachbereichsleiterin für Bauen, Jutta Tietjens, und der Erste Samtgemeinderat, Ralph Löblich - Schulen in Hamburg an, um sich Ideen für Kutenholz zu holen.

Kein Anbiedern: Neue Grundschule soll „selbstbewusst“ sein

Derzeit lernen rund 200 Schülerinnen und Schüler an der zweizügigen Grundschule in deren alten Schulgebäuden das Schreiben, Rechnen und Malen - in der Grundschule Mulsum von 1891 in der Straße Im Dänsch und in der Grundschule Kutenholz von 1877 in der Schulstraße.

Bei der Typologie wolle sich das Unternehmen „nicht anbiedern ans Dörfliche“, so Karn. Der Neubau müsse unabhängig vom Dorfbild „selbstbewusst“ für sich stehen.

„Wir haben uns für eine Eingeschossigkeit entschieden, weil es einfach um kleine Menschen geht“, sagt der Geschäftsführer. Das Schulgebäude beziehungsweise die sieben einzelnen Teilgebäude reihen sich aneinander wie eine „Perlenkette“. Karn: „Es wird praktisch eine Art Dorfstraße, an der wir wie an einer Perlenkette entlang vom Kopf bauen.“ Wie kann das aussehen?

Ein Rundgang durch die neue Grundschule auf dem Papier

Die „Perlenkette“ sieht in der Vorstellung so aus: Schüler, Lehrer und Eltern gehen von der Schulstraße auf das Schulgelände. Links nach dem Gang durch den Haupteingang, einen Windfangbereich, befindet sich der etwas nördlicher gelegene Kopfbau.

Hier wird deutlich, was Peter Karn mit „Perlenkette“ meint: Die Draufsicht auf den Grundriss zeigt, wie sich ein Teilgebäude ans nächste kettet.

Hier wird deutlich, was Peter Karn mit „Perlenkette“ meint: Die Draufsicht auf den Grundriss zeigt, wie sich ein Teilgebäude ans nächste kettet. Foto: Screenshot/BKSA (nomo)

Dort umfassen Aula und Mensa 1085 Quadratmeter. Im vorderen Teil können die Schüler auf der Bühne Theaterstücke aufführen oder dabei vom Auditorium zuschauen. Auch öffentliche Veranstaltungen für das Dorf könnten hier stattfinden. Im hinteren Teil können sie sich ihr Mensaessen schmecken lassen. Biegt man im Windfangbereich rechts ab, beginnt das Herzstück der Schule mit dem Teilgebäude „Verwaltung“ inklusive Foyer, Sekretariat und Lehrerzimmer.

Blick auf den Vorentwurf eines sogenannten Clusters. Die Klassenstufen 1 bis 4 bekommen jeweils ein eigenes Teilgebäude - mit vielen Details wie Lerninseln.

Blick auf den Vorentwurf eines sogenannten Clusters. Die Klassenstufen 1 bis 4 bekommen jeweils ein eigenes Teilgebäude - mit vielen Details wie Lerninseln. Foto: Screenshot/BKSA (nomo)

Danach folgen vier weitere Teilgebäude, sogenannte Cluster. Erst- bis Viertklässler bekommen jeweils ihr eigenes Cluster, und pro Klassenstufe gibt es vier Klassenräume à 70 Quadratmeter. Oder wie Karn es beschreibt: Jede Stufe habe ein eigenes Dorf, das sich selbst versorgen könne.

Zwischen den Klassenräumen können sich die Schüler in Ruheräume für Kleingruppenarbeiten zurückziehen oder in der Bibliothek (84 Quadratmeter) stöbern. Das östlichste Teilgebäude könnte optional im Norden erweitert werden, so dass Platz für ein Archiv, Bewegungsräume, Kunst- und Werkräume wäre. Soweit der Vorentwurf.

Der Sportunterricht findet woanders statt: Sprinten, turnen oder werfen sollen die Kinder in der nahe gelegenen Sporthalle Kutenholz an der Heidestraße gegenüber der Kita dürfen.

Fredenbecker wollen sich nicht um „Peanuts“ streiten

Laut Schätzungen beziffern sich die Kosten auf rund 27,6 Millionen Euro brutto. Der Schulausschuss entschied sich für die teurere Variante mit einer Fassade aus Klinkersteinen - die Alternative mit Klinkersteinen und Metall wäre nach Kostenschätzungen 105.000 Euro günstiger. Der Neubau soll mit einem Satteldach und Photovoltaikanlagen ausgestattet werden.

Der Ausschuss war sich einig: Die Planungen mit BSKA liefen reibungslos. Zu den Lobenden gehört Ausschussmitglied Jörn Euhus (CDU). Es sei gut, dass die Kommunalpolitiker nicht jeden Cent umdrehen: „Wir haben uns schon so oft über Kleinigkeiten in verschiedenen Ausschüssen aufgeregt.“ Wenn man auf das große Ganze schaue, seien die 105.000 Euro „Peanuts“.

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