TPfand danebenstellen? Auch in der Region Stade offiziell Umweltfrevel
Eine große Ansammlung von leeren Pfandflaschen - entweder sie landen im Kreislaufsystem oder im Müll. Foto: picture alliance / Amelie Geiger
Ist das daneben? Pfandflaschen neben den Mülleimer zu stellen, damit Flaschensammler sie mitnehmen können? Klingt eigentlich gut, hat aber einen Haken.
Landkreis. TAGEBLATT-Leser Gerhard Porath aus Stade sieht das kritisch. Sein Vorstoß gegen den Verstoß von Krombacher und Co., berichtet er, lief ins Leere. Er sei „mit einem nahezu hämischen Antwortschreiben abgebügelt“ worden. Dabei hatte Porath nur auf die geltende Rechtsprechung hingewiesen.
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Worum geht’s? Krombacher oder auch Astra zum Beispiel unterstützen die bundesweite Aktion „Pfand gehört daneben“. Sie war von fritz-kola initiiert worden. Menschen werden aufgerufen, ihre Flaschen eben nicht in den Mülleimer oder Altglascontainer zu werfen, sondern sie danebenzustellen.
Eine Million Menschen sammeln Pfandflaschen
Flaschensammler freuen sich über das Pfand. In Deutschland sollen eine Million Menschen unterwegs sein, um im Müll auf Verwertbares zu stoßen. Und: Pfandflaschen im Wert von 180 Millionen Euro landen demnach jährlich im Müll.
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Porath macht völlig zu Recht darauf aufmerksam, dass die Aufforderung auf den Etiketten der Brauereien als Aufruf zur illegalen Müllentsorgung gewertet werden kann, also als zu einer Ordnungswidrigkeit. Gerade erst hat es einen Mann in Dortmund getroffen.
Mann wird in flagranti erwischt und muss 130 Euro Bußgeld zahlen
Er war nichts Böses ahnend beim Flaschendanebenstellen in flagranti erwischt worden und musste ein Bußgeld in Höhe von 130 Euro berappen. Da half auch der Aufruf eines Rechtsanwaltes nicht, über den „Augen-zudrück-Paragrafen“ Gnade vor Recht walten zu lassen. Kritiker monieren ohnehin die Vermüllung, Schnittgefahr durch Scherben und dass das Grundproblem der Armut damit nicht gelöst wird. Soweit die Moral. Doch wie wird die Regelung im Kreis Stade und der Region umgesetzt?
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Im Landkreis gibt es mehr als 400 Altglascontainer, teilt die Pressestelle des Landkreises mit. Dort ist auch die Untere Abfallbehörde angesiedelt, sie könnte auch Ordnungswidrigkeiten verhängen. Weiter heißt es: „Derzeit gibt es jedoch keine Rückmeldungen, dass die Untere Abfallbehörde diesbezüglich tätig werden müsste.“ Noch pragmatischer fällt die Antwort der Stadt Stade aus.
So geht die Stadt Stade mit dem Thema um
„Weder unserem Ordnungsamt noch den Kommunalen Betrieben Stade sind solche Fälle bisher bekannt“, so die Pressestelle. Die Kommunalen Betriebe Stade (KBS) räumten Pfandflaschen neben Altglascontainern nicht weg, „um diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, die Pfandflaschen für sich zu nutzen“. Das kann gerne so bleiben. Einfach ein Auge zudrücken. Wiederum einen Schritt weiter ist die Stadt Buxtehude.
Auch sie ahndet diese Fälle nicht. Zudem gibt es im Stadtgebiet bereits mehrere Pfandringe - auf Antrag der Linken 2017. Vor dem Freizeithaus sind ebenfalls Pfandringe aufgestellt - aus einer Initiative von Jugendlichen heraus. Die Erfahrungen bisher: gut.
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