TPferdemarkt in Stade: Sparkasse baut in großem Stil um
Michael Senf und Manuel Bossemeyer stehen in der großen Empfangshalle der Sparkasse. Hier sieht bald alles anders aus. Foto: Stehr
Bald ist die Filiale der Sparkasse Stade-Altes Land am Pferdemarkt nicht mehr wiederzuerkennen. Noch im Mai beginnt der große Innenumbau. Was das für Kunden bedeutet.
Stade. Immer mehr Menschen erledigen ihre Finanzgeschäfte online und gehen nur noch zum Geldabheben oder für gezielte Beratungsgespräche zur Bank. Das ist ein Grund, warum die Sparkasse Stade-Altes Land ihre Filiale am Pferdemarkt grundlegend umbaut.
Filiale am Pferdemarkt bleibt am 21. Mai geschlossen
Ab dem 21. Mai beginnen die Modernisierungsarbeiten auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche im Erdgeschoss. Bis voraussichtlich September 2027 müssen sich Kundinnen und Kunden auf Einschränkungen einstellen. Danach wird die Kassenhalle nicht mehr wiederzuerkennen sein.
Am 20. Mai öffnet die Filiale zum letzten Mal in ihrer jetzigen Form. Am 21. Mai bleibt das Beratungscenter aufgrund des Umzugs geschlossen. Etwa 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Erdgeschoss beschäftigt sind, arbeiten während des Umbaus im gegenüberliegenden Zeughaus. Das Gebäude gehört der Sparkasse und wird ebenfalls gerade saniert.
Ausweichquartier über den Nebeneingang erreichbar
Ab dem 22. Mai ist der Kundenservice wieder erreichbar. Und zwar in einem Ausweichquartier im ehemaligen S-Forum des Sparkassengebäudes. Der Eingang befindet sich etwas versteckt in der Inselstraße. Dort wird es einen persönlichen Service, SB-Geräte und Geldautomaten sowie einen Kassenbereich für Bargeldgeschäfte geben. Beratungen finden während der Umbauphase im Zeughaus statt.
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Dort lässt die Sparkasse wie berichtet aktuell die Fassade sanieren. Die Arbeiten werden sich voraussichtlich bis Juli hinziehen. Im Inneren wurden bereits moderne Büroflächen mit flexibel nutzbaren Arbeitsplätzen und viel neuer Technik geschaffen. Ebenfalls schon umgebaut ist das Obergeschoss der Sparkassenfiliale, in dem sich unter anderem das Vorstandsbüro befindet.

Michael Senf, Henrik Klinger und Manuel Bossemeyer im neu gestalteten Vorstandsbereich. Foto: Stehr
Überlegungen, die Filiale in Stade zukunftsfähig umzubauen, gebe es bereits seit 2019, sagt Vorstandsvorsitzender Michael Senf. Fünf Jahre zuvor war bereits der zweite große Sparkassenstandort in Jork umgebaut worden.

Michael Senf und Manuel Bossemeyer stehen am Nebeneingang in der Inselstraße, der den Kundinnen und Kunden ab dem 22. Mai zur Verfügung steht. Foto: Stehr
Nicht nur das Kunden-, sondern auch das Arbeitsverhalten habe sich verändert. Viele der 350 Sparkassenmitarbeiter arbeiten zunehmend mobil und brauchen dadurch deutlich weniger Platz, weil sie sich Arbeitsplätze teilen. Der Umbau habe also auch ökonomische Gründe. Im Fokus der Modernisierung in Stade steht aber eine ganz neue Willkommenskultur.
Was Kunden nach dem Umbau erwartet
„Statt des Hallencharakters wollen wir eher einen Hotelcharakter“, sagt Manuel Bossemeyer, Bereichsdirektor Privatkunden. Über ein Kundenleitsystem sollen die Sparkassenbesucher künftig schnell und unkompliziert entweder in den neuen Servicebereich oder in den Beratungsbereich gelangen.
Der Haupteingang bleibt, wo er ist. Linker Hand werden nach der Komplettentkernung des Erdgeschosses unter anderem Geldautomaten aufgebaut. Zudem gibt es hier die Möglichkeit, einen Videoberatungsservice zu nutzen. Die Beraterinnen und Berater können über den Bildschirm mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz in 36 Sprachen kommunizieren.

Michael Senf und Manuel Bossemeyer sind begeistert von den schallisolierenden Sitzboxen. Foto: Stehr
Die Kassenhalle wird zum modernen Warte-, Begegnungs- und Technologiebereich für Sparkassenangestellte und Kunden. In einer „grünen Oase“ gibt es Platz zum Austausch. Schallisolierte Büros im hinteren Bereich sollen für Beratungsgespräche genutzt werden. Das Immobilienzentrum wird künftig über einen extra Eingang erreichbar sein.
Vom Dresscode bis zur Anrede: Alles anders bei der Sparkasse
Die Sparkasse möchte außerdem Co-Working-Arbeitsplätze und Räumlichkeiten für Existenzgründer und Kunden anbieten. „Wer sich zum Beispiel geschäftlich in der Stadt treffen möchte, aber kein eigenes Büro hat, kann nach Absprache ein Büro von uns nutzen“, sagt Michael Senf.
Dass sich die Sparkasse insgesamt in einem Transformationsprozess befindet, zeigt sich auch im kollegialen Miteinander und bei der Kleiderordnung. Die Zeiten, in denen Sparkassenangestellte Anzug und Krawatte oder die Frauen ein klassisches Kostüm trugen, sind passé.
„Wir kleiden uns situativ“, sagt Michael Senf. Zum Pressegespräch trägt er ein hellblaues Hemd und weiße Sneaker. Zudem wurde im letzten Jahr das Du in der Belegschaft eingeführt.
Mit diesem Gesamtpaket will die Sparkasse erfolgreich ins Jubiläumsjahr kommen. 2036 feiert die Sparkasse Stade-Altes Land ihr 200-jähriges Bestehen.
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