TSPD-Umfrage: Das wünschen sich die Menschen für Stade
SPD-Bürgermeisterkandidat Kai Koeser stellte am Freitagabend die Ergebnisse der Bürgerumfrage vor. Stades Ex-Bürgermeisterin Silvia Nieber drückt ihm für die Wahl die Daumen. Foto: Stehr
Wie sicher fühlen sich die Menschen in Stade? Was fehlt in der Stadt und was hat das alles mit dem Wahlprogramm der Stader SPD zu tun? Kai Koeser lieferte Antworten.
Stade. Kai Koeser will im September Stades neuer hauptamtlicher Bürgermeister werden. Vorher wollte der SPD-Ratsherr und Ortsvereinsvorsitzende wissen, wo den Menschen in der Stadt der Schuh drückt.
Von September bis Dezember 2025 lief deswegen eine Zufriendenheits-Umfrage der Stader SPD. Die Ergebnisse stellte Koeser am Freitagabend vor 80 Gästen beim Neujahrsempfang seiner Partei in der Seminarturnhalle vor.
Die Mehrheit der Stader fühlt sich wohl in der Stadt
Erfreulich: 74 Prozent der 509 Staderinnen und Stader, die sich an der Umfrage beteiligten, fühlen sich in ihrer Stadt wohl, 80 Prozent gaben das explizit für ihren Stadtteil an. Die deutliche Mehrheit sieht sich in der Nachbarschaft gut integriert. Trotzdem teilten 40 Prozent der Befragten mit, dass sie sich in Stade nicht oder eher nicht sicher fühlen.

Der Neujahrsempfang der Stader Sozialdemokraten fand in der Seminarturnhalle statt. Foto: Stehr
Einen Zusammenhang sieht Koeser dabei im Fehlen von Treffpunkten für Jugendliche. Sowohl jüngere als auch ältere Befragte hätten kritisiert, dass es zu wenig Räume und Angebote für junge Menschen in Stade gebe. Sie sehen Jugendarbeit als zentralen Punkt für ein gutes Zusammenleben in der Stadt.
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Daran will Koeser anknüpfen und eine Jugendkonferenz ins Leben rufen, wenn er Bürgermeister werden sollte. „Ich will jungen Menschen eine Stimme geben“, sagt der Sozialdemokrat. Derzeit hätten viele Jugendliche offenbar das Gefühl, von der Politik nicht ausreichend wahrgenommen zu werden.

Corinna Lange, Stefan Politze und Kai Koeser sprachen beim Neujahrsempfang der SPD Stade über die Ergebnisse der Bürgerumfrage. Foto: Stehr
Nicht zufrieden zeigten sich 42 Prozent der Befragten mit der Infrastruktur in Bezug auf Verkehr und Parkplätze in Stade. Grundsätzlich komme man in Stade zwar gut von A nach B, aber mit der S-Bahn nicht gut rein und raus. Das sei keine gute Werbung für den Standort, so Koeser.
„Die Leute wollen gehört und ernst genommen werden“
Mehr als die Hälfte der Befragten ist zudem der Meinung, dass es nicht genug Fachärzte in der Stadt gibt. Die Stader wünschen sich außerdem mehr Sauberkeit und mehr Nähe zur Politik. „Die Leute wollen gehört und ernst genommen werden und eine besser funktionierende Stadt“, so Kai Koeser.
Sollte er Bürgermeister werden, wolle er Politik greifbarer machen und an den Nachbarschaftsspaziergängen festhalten, die die SPD regelmäßig in den Stadtteilen anbietet. „Vor Ort leben die wahren Experten“, sagt Koeser.

Etwa 80 Menschen nahmen am Neujahrsempfang in der Seminarturnhalle teil. Foto: Stehr
Apropos leben: Mehr als 20 Prozent der Befragten gaben an, mit den Lebenshaltungskosten im Verhältnis zu ihrem Einkommen nicht oder eher nicht gut zurechtzukommen. Auf das Thema bezahlbares Wohnen ging Koeser beim Neujahrsempfang aber nicht konkreter ein. In seinem Umfeld kämen die Menschen noch gut über die Runden, so seine Wahrnehmung.
Digitalisierung und Tourismus stärken
Zur Chefsache will Koeser das Thema Digitalisierung im Rathaus machen. Außerdem möchte er am Ausbau des Tourismus mitarbeiten. Davon würden am Ende auch alle Staderinnen und Stader profitieren.
Auf Rückfrage von Stades ehemaliger Bürgermeisterin Silvia Nieber äußerte sich Kai Koeser zum Wirtschaftsstandort Stade.
Die Stadt brauche eine starke industrielle Basis. Am Ende würden viele Faktoren dazu beitragen, dass sich Unternehmen gern in Stade ansiedeln. Dazu zählen für Koeser unter anderem eine gute Kinderbetreuung, genügend Fachärzte, eine gute Verkehrsinfrastruktur sowie attraktive Angebote für alle Generationen.
Umfrage als Grundlage fürs Wahlprogramm
An der SPD-Umfrage konnten die Bürger online und analog teilnehmen. Dafür verteilte die Stader SPD 5000 Postkarten an Haushalte und war zweimal mit einem Infostand in der Stadt vertreten. Mitgemacht haben Frauen und Männer gleichermaßen.
Die Befragten kamen aus allen Stadtteilen.
262 der 509 Teilnehmer arbeiten in Stade oder im Landkreis Stade. 23 Prozent waren älter als 65, der Anteil der unter 18-Jährigen war mit 9,6 Prozent eher gering. 42 Prozent der Teilnehmer leben in einer Familie mit Kindern, 61 Prozent sind verheiratet, 18 Prozent alleinstehend.
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Die Umfrage soll nun die inhaltliche Grundlage für das Wahlprogramm der SPD Stade zur Kommunalwahl 2026 bilden. „Im Mai stellen wir das Programm vor“, so Kai Koeser. Beim Neujahrsempfang wurde er auch von der SPD-Landtagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden Corinna Lange interviewt.
Stefan Politze, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, war als Ehrengast mit seiner Frau in Stade dabei. Sein Eindruck von Kai Koeser: „Er brennt für seine Stadt und wird ein guter Bürgermeister.“ Am 13. September wird gewählt.
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