TSanierung in Eigenverantwortung: So erklärt Familie Dammann die Krise
Jannes und Nadine Dammann erklären die wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens. Foto: Dammann
Das Familienunternehmen aus Buxtehude geht nach schlechten Nachrichten in die mediale Offensive und erklärt die wirtschaftliche Schieflage.
Buxtehude. Warum gerät Dammann aus Hedendorf gerade in wirtschaftliche Schieflage? Die Nachricht, dass der traditionsreiche Familienbetrieb aus dem Buxtehuder Ortsteil ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung eingeleitet hat, sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Das Unternehmen galt als Mittelstandserfolgsgeschichte. Die schlechte Nachricht passt in die allgemein schlechte Wirtschaftslage.
Familie Dammann dreht ein Erklärvideo
In einem Video haben Geschäftsführerin Nadine Dammann und ihr Sohn Jannes Dammann noch einmal erklärt, warum Dammann einen Neustart braucht. Sein Großvater habe vor knapp 60 Jahren seine erste eigene Pflanzenschutzspritze gebaut. In den vergangenen fast 50 Jahren sei daraus ein starkes und führendes Unternehmen entstanden, sagt Jannes Dammann.
„Seitdem haben wir viele schwere Zeiten bewältigt, Ölkrise, die Wendezeit, der 11. September 2001, starke Wirtschaftskrisen“, sagt er. Die Firma habe die Corona-Zeit ohne Kurzarbeit und ohne Entlassungen überstanden. Doch die Welt befinde sich weiter im Krisenmodus. Der anhaltende Krieg in der Ukraine und nun vor allem der Krieg und die aktuelle Lage im Iran machten vieles deutlich schwieriger und verschärften die Situation enorm.
Viele Kunden üben große Zurückhaltung
„Die Auswirkungen, die merken wir in der Kundschaft“, sagt Jannes Dammann. Die Preise für Pflanzenschutzmittel, Düngemittel und Energie seien stark gestiegen. Die Lieferketten seien ins Straucheln geraten. Das führe bei den Kunden zu großer Unsicherheit und großer Zurückhaltung. Niemand wisse, was wirklich passieren werde.
„Ich würde mal behaupten, dass das schon fast ein Tiefpunkt ist“, sagt Jannes Dammann mit Blick auf die Agrarbranche. Das liege daran, dass die Erzeugerpreise leider „irgendwo im Keller“ seien.
Geschäftsführerin Nadine Dammann hat eine zentrale Botschaft: Das eingeleitete Sanierungsverfahren sei nichts Negatives, sondern eine Chance für einen starken Neustart. Viele Unternehmen gingen diesen Weg derzeit. Alle 143 Mitarbeiter blieben an Bord. „Der Kundendienst ist selbstverständlich verfügbar und wird weiterlaufen, und die Versorgung von Ersatzteilen ist garantiert“, sagt Nadine Dammann.
Social Media: Warnung vor dubiosen Nachrichten
Jannes Dammann warnt außerdem davor, Nachrichten über das Unternehmen zu glauben, die in dubiosen Gruppen oder auf irgendwelchen anderen Kanälen zu finden seien. Er verspricht: „Wir veröffentlichen alle Neuigkeiten.“
Hedendorfs Bürgermeisterin Birgit Butter reagierte auf die Krise des Unternehmens. „Viele der Mitarbeiter wohnen hier in Hedendorf. Es ist klar, dass man sich Sorgen macht, wenn der größte Arbeitgeber im Ort Probleme hat“, sagt die CDU-Landtagsabgeordnete und Ratsfrau. Sie verweist ausdrücklich auf die Innovationskraft des Unternehmens. „Ich setze darauf, dass Dammann die Krise überwindet“, sagt sie.
Wirtschaftsförderung unterstützt Sanierung
„Die Nachricht von der Insolvenz in Eigenverwaltung bewegt uns hier im Stadthaus sehr, ganz besonders mit Blick auf die Beschäftigten und ihre Familien“, sagt Buxtehudes Wirtschaftsförderin Kerstin Maack. Dammann gehöre seit bald 50 Jahren zu den bedeutenden produzierenden Technologieunternehmen in Buxtehude und sei ein wichtiger Arbeitgeber mit hochqualifizierten Arbeitsplätzen. Maack sagt: „Als Wirtschaftsförderung werden wir Dammann auf dem Weg der Sanierung, im engen Austausch mit dem Insolvenzverwalter und weiteren relevanten Akteuren, bestmöglich unterstützen.“
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