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Landtag

Klare Kante gegen Antisemitismus: Butter fordert Konsequenzen

Birgit Butter ist CDU-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Buxtehude.

Birgit Butter ist CDU-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Buxtehude. Foto: privat

CDU-Politikerin Birgit Butter warnt vor antisemitischen Tendenzen innerhalb der Linken und fordert politische Konsequenzen. Ihre Forderung: Null Toleranz für Antisemitismus.

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Von Karsten Wisser
Montag, 04.05.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. „Antisemitismus hat keinen Platz in unserer Gesellschaft – unabhängig davon, aus welcher politischen Richtung er kommt. Wer unter dem Deckmantel vermeintlicher Israelkritik das Existenzrecht Israels infrage stellt, antisemitische Narrative bedient oder den jüdischen Staat dämonisiert, überschreitet eine klare Grenze“, erklärt Birgit Butter.

Die CDU-Landtagsabgeordnete aus Buxtehude ist Mitglied im Ausschuss für Inneres und Sport und widerspricht dabei einem Parteitagsbeschluss der Partei Die Linke. Butter sitzt für die CDU auch im Rat der Stadt Buxtehude und ist Ortsbürgermeisterin von Hedendorf.

In dem Beschluss des Linken-Landesparteitags im März wird unter anderem ein „heute real existierender Zionismus“ abgelehnt. Die Linke erklärte, dass es der Partei um Kritik an der israelischen Regierung gehe, nicht aber um pauschale Kritik an Juden oder das Existenzrecht Israels.

Israelbezogener Antisemitismus

Butter kritisiert insbesondere, dass mit Begriffen wie „Genozid“ oder „Apartheid“ zentrale Muster israelbezogenen Antisemitismuses bedient würden. „Solche Begriffe relativieren historische Verantwortung, schüren Ressentiments und dürfen nicht als legitimer Beitrag zu einer politischen Debatte verharmlost werden. Dass ein solcher Beschluss auf einem Landesparteitag gefasst wurde, ist alarmierend und verlangt eine klare politische Antwort.“

Zugleich unterstreicht Butter die Forderung der CDU-Fraktion nach einer intensiveren Befassung des Verfassungsschutzes mit entsprechenden Strukturen innerhalb der Partei Die Linke. „Wo konkrete Anhaltspunkte für linksextremistische oder antisemitische Bestrebungen bestehen, muss der Rechtsstaat hinschauen. Wer jüdische Selbstbestimmung grundsätzlich infrage stellt, stellt Grundprinzipien unserer freiheitlichen demokratischen Ordnung infrage.“

Es darf nicht sein, dass staatliche Mittel direkt oder indirekt Strukturen zugutekommen, die antisemitisches oder extremistisches Gedankengut verbreiten.

Birgit Butter, CDU-Landtagsabgeordnete

Mit Blick auf den von der CDU-Fraktion eingebrachten Gesetzentwurf zur Stärkung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung betont Butter: „Es darf nicht sein, dass staatliche Mittel direkt oder indirekt Strukturen zugutekommen, die antisemitisches oder extremistisches Gedankengut verbreiten. Gerade nach der Verankerung des Schutzes jüdischen Lebens in der Niedersächsischen Verfassung braucht es nun auch konsequentes politisches Handeln.“

Keine Zusammenarbeit mit den Linken

„Antisemiten und Linksextremisten dürfen keinen Platz in unseren Parlamenten haben. Eine Zusammenarbeit von Demokraten mit einer Linkspartei, die sich nicht eindeutig von antisemitischem Gedankengut und linksextremistischen Strömungen distanziert, verbietet sich von vornherein“, so Butter.

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Peter Exner
04.05.202616:48 Uhr

Die Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes enthält eine Definition von Völkermord.
Nach Artikel II versteht man darunter, die an einer nationalen, ethnischen, rassischen oder religiösen Gruppe begangenen Handlungen:
Tötung von Mitgliedern der Gruppe;
Verursachung von schwerem körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe;
vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen;

Es macht sich also schon jemand des Völkermordes schuldig, der lediglich beabsichtigt, also den Vorsatz hat, eine Menschengruppe zu vernichten. Ist eine der Taten von Artikel II a bis e der Konvention tatsächlich durchgeführt worden in Vernichtungsabsicht, dann ist es unerheblich, ob oder wie viele Mitglieder der Gruppe wirklich vernichtet worden sind. Letztendlich braucht man für die Strafbarkeit das „Ziel“ nicht erreicht zu haben.

H
Harald Widera antwortete am
04.05.202617:23 Uhr

Das ist zu opulent und nicht gegenwartsbezogen. Das dient der moralischen Etikettierung, hat aber keine praktischen Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung.
Insofern kann man das als Monstranz vor sich hertragen. Aber politisch dürfte das derzeit bedeutungslos sein. Und war "derzeit" beendet ist, wissen die Götter.- Harald Kaiser

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Peter Exner
04.05.202616:42 Uhr

Frau Butter schießt mit Kanonen auf Spatzen. Im genannten Parteitagsbeschluss der PdL ist nirgends ein antisemitischer Passus zu finden. Sorgen bereitet mir eher Frau Butters Forderung nach dem Einsatz der Überwachungssoftware Palantir auch in Niedersachsen. Das hat mit Stärkung der Demokratie nun wirklich nichts zu tun.

H
Harald Widera antwortete am
04.05.202617:29 Uhr

Palantir passt doch zur CDU. Damit schmiegt sich die Landtagsabgeordnete B. an die politische Position des derzeitigen Bundesinnenministers an (der ja auch diskrete Kontakte zur ansonsten diskreditierten Taliban-Vertretern zu unterhalten scheint, wenn es seiner Abschiebeintensität passt).
Ein Grund mehr, diese Partei mit diesen personifizierten Überwachungsaffinitäten in Niedersachsen von der Macht fernzuhalten. - Harald Kaiser

H
Harald Widera
04.05.202616:10 Uhr

Der Konflikt, den Frau B. mit der Linken hat, ist doch christdemokratsiche Folklore. Das muss man nicht ernst nehmen. Allerdings ist der Vorwurf des Genozids gegenüber der palästinensischen Bevölkerung wirklich starker Tobak. Klar, der Staat Israel hat das Recht zur Selbstverteidigung weit überschritten. Daraus Völkermord zu machen, entwertet die Taten, die diesen Begriff rechtfertigen. Da gibt es viele Baustellen im Staate Israel. Die Westbank, die von Siedlern okkupativ besetzt wird, die Behandlung einheimischer Palästinenser in Israel (s. d. https://jacobin.de/artikel/israel-palaestina-westbank-1948-haifa), das Verhalten gegenüber der Bevölkerung in Gaza. Alles nicht in Ordnung. Aber Genozid? Nein!
Der israelischen Politik fehlen die Erkenntnise und die politische Reife der Politiker Jitzchak Rabin und Ariel Sharons. Letzter hatte sich auch vom Saulus zum Paulus gewandelt. - Harald Kaiser

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Ralf Poppe
04.05.202615:32 Uhr

Die CDU-Politikerin Birgit Butter unterstellt Teilen der Partei die Linke linksextremistische und antisemitische Bestrebungen, fordert eine intensivere Befassung des Verfassungsschutzes mit dieser Partei und will ihr staatliche Mittel streichen lassen. 
Als Begründung wird lediglich angeführt, dass es einen Landesparteitagsbeschluss gebe, in dem ein „heute real existierender Zionismus“ in Israel abgelehnt wird und die Begriffe „Genozid“ und „Apartheid“ vorkommen, kein Kontext. Aus diesen dürftigen Tatsachen kann der Leser Butters Unterstellungen und Forderungen schwerlich nachvollziehen. Deshalb kann man den Artikel wohl als "Hass und Hetze" abtun.

H
Heiko Kania
04.05.202609:51 Uhr

Selbstverständlich sind die Aussagen insgesamt sehr richtig. Allerdings scheint Frau Butter die Probleme ihres Thüringer Parteigenossen Mario Voigt in ihrer Absolutheit zu negieren. Es war so, es ist so und es wird so bleiben: der FEIND DER DEMOKRATIE IN DEUTSCHLAND STEHT RECHTS!

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