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Nutztierhaltung

TSittenser Landwirt unter Schock: acht Lämmer verschwunden – Polizei ermittelt

Von vormals zehn sind Volker Burfeind nur noch zwei Lämmer seiner seltenen Haustierrasse geblieben. Das Rauhwollige Pommersche Landschaf steht auf der roten Liste der bedrohten Nutztierarten.

Von vormals zehn sind Volker Burfeind nur noch zwei Lämmer seiner seltenen Haustierrasse geblieben. Das Rauhwollige Pommersche Landschaf steht auf der roten Liste der bedrohten Nutztierarten. Foto: Hahn

Als Volker Burfeind seine Schafe auf die Weide im Vierdener Alleeweg bringt, ahnt er noch nicht, welch traurige Entdeckung er dort später machen wird: Neun von 17 Tieren sind verschwunden.

Von Monika Hahn Sonntag, 03.05.2026, 13:50 Uhr

Landkreis Rotenburg. Seit einigen Jahren hält der Hobbybauer Volker Burfeind Schafe auf drei verschiedenen Flächen in der Samtgemeinde Sittensen (Landkreis Rotenburg). Die Tiere halten das Gras bodenschonend kurz. Eine dieser Flächen liegt am Vierdener Alleeweg, ringsum die ehemaligen Klärteiche.

„Am 9. April war ich am Nachmittag noch hier, da waren noch alle Schafe vor Ort“, erinnert sich Burfeind, als wir ihn am Ort des Geschehens in Vierden treffen. Das Grundstück liegt außerhalb der Ortschaft und es ist mit einem Pkw erreichbar. Auch unerkannt in eine andere Richtung zu fahren, ist problemlos möglich.

Morgendliche Kontrolle und der Verdacht auf Diebstahl

„Als ich am Sonnabend, 11. April, morgens zur Weide komme, sind die Muttertiere erkennbar nervös und es fehlt ein erwachsenes Tier, sowie acht Lämmer“, erinnert er sich. Er sucht das Gelände ab. Weder der Zaun ist aufgebrochen, noch sind Pflanzen ringsum niedergetrampelt.

Auf dieser Weide im Vierdener Alleeweg bei den ehemaligen Klärteichen standen die Schafe von Volker Burfeind aus Klein Meckelsen, als er am Morgen des 11. April feststellt: Ein Muttertier und acht Lämmer fehlen.

Auf dieser Weide im Vierdener Alleeweg bei den ehemaligen Klärteichen standen die Schafe von Volker Burfeind aus Klein Meckelsen, als er am Morgen des 11. April feststellt: Ein Muttertier und acht Lämmer fehlen. Foto: Hahn

„Selbst wenn sie ausgebüxt wären, hätten sich die Lämmer nie weit von den Muttertieren entfernt“, so der Schäfer. Immerhin waren die Lämmer erst etwa zehn Tage alt. „Die Tiere lassen sich leicht mit Futter anlocken“, sagt der Schäfer über seine zutraulichen Tiere. Er kann über den Verbleib nur mutmaßen und denkt, bestohlen worden zu sein. Die Lämmer ließen sich leicht über den Zaun heben. Schwieriger sei das wohl bei dem Muttertier gewesen, aber möglich. Burfeind hat bei der Polizei Anzeige erstattet.

Acht Lämmer sind verschwunden

Auf Nachfragen gibt Polizeisprecher Marvin Teschke bekannt, dass die Ermittlungen weiterhin laufen. „Es gibt zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Beschuldigten oder Tatverdächtigen. Vereinzelt sind Hinweise bei der Polizeistation Sittensen eingegangen; diese sind nach jetzigem Stand aber eher vager Natur und haben noch zu keinen konkreten Ansätzen geführt“, geht er ins Detail.

Angesprochen auf die Spekulationen auf Social Media bezüglich des Falls, ordnet der Beamte ein: „Ein Kommentar oder Ähnliches ersetzt in keinem Fall eine polizeiliche Zeugenaussage. Wir appellieren, mit konkreten Hinweisen und unter Angabe der Personalien an uns direkt heranzutreten, statt Spekulationen auf den Online-Plattformen anzufeuern.“

Lämmer, seltene Rasse und Folgen für den Halter

Auch Burfeind kennt die Spekulationen, möchte sich daran allerdings nicht beteiligen. Auf die Frage, ob das überhaupt möglich sei, die Tiere am Leben zu halten, bei nur einem Muttertier auf acht Lämmer, antwortet er: „Man kann Lämmer mit der Flasche aufziehen. Aber offen gesagt gehe ich davon aus, dass die Tiere nicht mehr leben.“

Die verbliebenen Tiere stehen nun auf einer im Wohngebiet gelegenen Weide in Vierden und erholen sich von dem Schock.

Die verbliebenen Tiere stehen nun auf einer im Wohngebiet gelegenen Weide in Vierden und erholen sich von dem Schock. Foto: Hahn

Dabei gelten seine Rauhwolligen Pommerschen Landschafe nicht als Fleischrasse. „Sie sind eine robuste und seltene Nutztierrasse“, so Burfeind. Den materiellen Verlust schätzt er auf 130 Euro pro Tier. Der emotionale Verlust ist ungleich größer, die Anteilnahme aus der Bevölkerung groß. Er hofft, dass vielleicht doch jemand an dem beliebten Spazierweg etwas Verdächtiges beobachtet hat und die Polizei bei ihren Ermittlungen unterstützen kann.

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