Erneute amtliche Hitzewarnung im Kreis Stade
Vor allem an die Flüßigkeitszufuhr ist zu denken. (Symbolbild) Foto: Thomas Warnack
Auch für Freitag gibt es jetzt eine amtliche Warnung, ist die Belastung durch Hitze und UV-Strahlung groß.
Hamburg/Landkreis. Im Kreis Stade muss in dieser Woche mit hohen Temperaturen gerechnet werden. Am Donnerstag soll das Thermometer für die Region auf bis zu 30 Grad klettern.
Am Donnerstag bleibt es mit Temperaturen von rund 35 Grad im Süden und Südwesten weiterhin heiß. An der Nordsee wird es bei rund 22 Grad deutlich milder. In der Nacht auf Freitag sinken die Tiefstwerte auf 20 Grad im Südwesten und 14 Grad im Wendland. Es bleibt klar oder etwas bewölkt.
Hitzewelle rollt auf Niedersachsen zu
Am Freitag, ab 11 Uhr, gibt es für den Landkreis Stade eine amtliche Warnung vor Hitze, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. Die Warnung gelte vorerst bis 19 Uhr am Freitag.
Am Freitag können dann sogar bis zu 38 Grad erreicht werden. Im Landkreis Stade sollen es bis zu 36 Grad werden, auf den Inseln bleibt es bei rund 27 Grad etwas angenehmer. In der Nacht kühlt es sich auf 19 bis 22 Grad ab. Am Wochenende steigen die Temperaturen im Binnenland dann sogar noch weiter. Im Landkreis Stade blebit es bei bis zu 36 Grad, ab Samstagnachmittag muss mit Unwettern gerechnet werden.
Wann hat der Norden zuletzt so geschwitzt?
Die Daten des DWD zeigen: Es ist fast vier Jahre her. Im Juli 2022 wurden im Norden die bisherigen Hitzerekorde geknackt. Am 20. Juli 2022 wurden in Hamburg-Neuwiedenthal 40,1 Grad gemessen - Hamburger Rekord und zugleich bundesweiter Bestwert.
Bis dahin hatte der Hamburger Rekord mehr als 30 Jahre lang bei 37,3 Grad gelegen, gemessen im August 1992 in Hamburg-Fuhlsbüttel.
Der heißeste Juni wurde bislang am 29. Juni 1947 registriert: 36,5 Grad an der ehrenamtlich betreuten Station Hamburg-Bergedorf. In den vergangenen 20 Jahren lag die Juni-Höchsttemperatur zuletzt am 30. Juni 2019 bei 35,7 Grad in Hamburg-Neuwiedenthal.
Hohe Sonnenbrandgefahr
Tückisch ist dabei die nicht direkt spürbare UV-Strahlung. Am Mittwoch und Donnerstag werden die bislang höchsten Indexwerte des Jahres erwartet, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte. In Norddeutschland werde ein UV-Index bis 8 erwartet, in Mitteldeutschland bis 9. Der UV-Index-Wert gibt an, welche Tagesspitzenwerte der sonnenbrandwirksamen Strahlung am Boden erwartet werden.
Aktuell hätten die Sonnenstrahlen einen kurzen Weg durch die Atmosphäre, erklärte das BfS. Zudem sei mit wenig schützendem Ozon in der Atmosphäre über Deutschland zu rechnen. Ab einem Indexwert von 3 sei UV-Schutz angebracht - besonders Kinder müssten geschützt werden: „Sonnenbrände im Kinder- und Jugendalter erhöhen das Risiko für UV-bedingte Erkrankungen von Haut und Augen im späteren Leben.“
Rotes Kreuz: Soziale Kontakte sind Schutz gegen die Hitze
Das Rote Kreuz ruft zur Bewältigung der Hitzewelle zu regelmäßigen Kontakten mit Verwandten, Freunden und Nachbarn auf. Auf das Befinden der Menschen im eigenen Umfeld zu achten, könne „entscheidend sein, um frühzeitig Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung der Gesundheit zu ergreifen“, sagte Mary Friel von der Internationalen Rotkreuz-Föderation (IFRC).
In der allgemeinen Wahrnehmung stehe der Schutz vor der Hitze im Freien im Vordergrund, doch hohe Temperaturen in Gebäuden seien oft „eine versteckte Gefahr“, warnte Friel. Das betreffe besonders Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Kranke, sowie Bewohner von überhitzten Wohngebäuden, die keinen Zugang zu kühleren Räumen hätten.
Das Rote Kreuz rief die Bevölkerung auch dazu auf, während der Hitzephase und einige Tage danach Menschen aus Risikogruppen im Blick zu behalten. Dazu gehören alte Menschen, Kinder, Schwangere, Arbeiter, Obdachlose und Migranten. (dpa/tip)
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