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Aufklärung

TStader Morde: Was jetzt über Fatih Khan G. bekannt wird

Die Morde in der Dankersstraße erschütterten ganz Stade.

Die Morde in der Dankersstraße erschütterten ganz Stade. Foto: Vasel

Nach dem Sechsfachmord in der Jugendhilfe-Einrichtung: CDU-Abgeordnete erhalten in einer Kleinen Anfrage Antworten und stoßen auf weitere Fragen.

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Von Karsten Wisser
21.08.2026, 18:50 Uhr

Landkreis. Deutsche Behörden erfuhren bereits 2017 von der Flucht von Fatih Khan G. aus einem türkischen Gefängnis. Am 29. Juni 2026 erschoss er sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade. Diese Informationen stammen aus einer Kleinen Anfrage der CDU-Landtagsfraktion.

Zum Tatzeitpunkt hielten sich seine Frau und sein Kind in der Einrichtung auf, blieben aber unverletzt. Die Opfer – vier Männer und zwei Frauen – arbeiteten beim Jugendamt der Region Hannover und in der Einrichtung in Stade. Die Antwort der Landesregierung auf die Anfrage der CDU-Abgeordneten André Bock (Winsen), Birgit Butter (Buxtehude) und Melanie Reinecke (Stade) zum tödlichen Schusswaffenangriff wirft nach Ansicht von Butter erhebliche neue Fragen auf.

Tatverdächtiger tot in der Zelle gefunden

Im März 2017 erhielt die Polizeiinspektion Goslar laut Landesregierung einen mündlichen Hinweis, dass Fatih Khan G. aus einem türkischen Gefängnis geflohen sei. Auf Nachfrage wurde den niedersächsischen Polizisten damals mitgeteilt, dass die Person den türkischen Behörden nicht bekannt sei.

Die Landesregierung spricht im Zusammenhang mit dem Täter von dem Verstorbenen. Am 21. Juli fanden Beamte ihn tot in seiner Zelle in der JVA Bremervörde. Nach aktuellem Stand handelt es sich um Suizid.

Fatih Khan G. besaß keinen Aufenthaltstitel

Die Landesregierung erlangte Erkenntnisse über türkische Strafverfahren und die Flucht aus der Untersuchungshaft erstmals durch Medienberichte nach der Tat. Die Landesregierung räumt zudem ein, dass der Tatverdächtige zum Zeitpunkt der Tat keinen Aufenthaltstitel besaß und damit ausreisepflichtig war.

Gleichzeitig ist ihr keine Prüfung einer aufenthaltsbeendenden Maßnahme bekannt. „Das ist erklärungsbedürftig“, sagt Birgit Butter. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Innenausschusses im Landtag.

Ausländerbehörde erfuhr von Aufenthalt nach der Tat

Besonders brisant aus Sicht der CDU: Der spätere Tatverdächtige lebte laut Landesregierung seit Mai 2025 in Garbsen, ohne dort gemeldet zu sein. Die zuständige Ausländerbehörde der Region Hannover erfuhr nach eigenen Angaben erst nach der Tat von seinem Aufenthalt. Auch der Umgang mit dem Hinweis von 2017 wirft für Butter Fragen auf.

„Wir wollen ausdrücklich keine vorschnellen Schuldzuweisungen treffen. Aber wir müssen wissen, wer wann welche Informationen hatte, was damit geschah und warum diese Informationen offenbar nicht zusammengeführt wurden“, so die CDU-Abgeordnete und stellvertretende Stader Landrätin Butter.

Birgit Butter, CDU-Landtagsabgeordnete aus Buxtehude.

Birgit Butter, CDU-Landtagsabgeordnete aus Buxtehude. Foto: Berlin

Auch der Polizeieinsatz an der Medizinischen Hochschule Hannover im April 2026 im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Täter bleibt für die CDU in wesentlichen Punkten ungeklärt. Die Landesregierung bestätigt einen Einsatz wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen - dem Kind des mutmaßlichen Täters. Sie verweigert aber unter Hinweis auf laufende Ermittlungen nähere Angaben.

Öffentlichkeit hat Anspruch auf Antworten

„Gerade deshalb darf die Aufarbeitung nicht bei Einzelinformationen stehenbleiben. Die entscheidende Frage ist, ob das Zusammenspiel von Polizei, Ausländerbehörden, Jugendhilfe, Justiz und anderen Stellen funktioniert hat“, betont Butter.

„Wir erwarten deshalb eine vollständige und transparente Aufklärung. Es geht nicht um Spekulationen über den Täter, sondern um die Frage, ob der Staat alle ihm zur Verfügung stehenden Informationen erkannt, bewertet und zwischen den zuständigen Behörden weitergegeben hat. Die Angehörigen der Opfer und die Öffentlichkeit haben Anspruch auf Antworten“, so Birgit Butter.

Für die CDU gilt: „Erst aufklären, dann bewerten. Aber Aufklärung muss jetzt auch konsequent erfolgen. Deshalb haben wir eine Unterrichtung im Innenausschuss beantragt“, so Butter.

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