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Schülerzahlen

TStadt vertagt wieder Entscheidung über neue Grundschule in Buxtehude

Die Grundschule Stieglitzweg in Buxtehude besuchen in diesem Jahrgang 344 Schülerinnen und Schüler. Der Gebäudezustand ist schlecht.

Die Grundschule Stieglitzweg in Buxtehude besuchen in diesem Jahrgang 344 Schülerinnen und Schüler. Der Gebäudezustand ist schlecht. Foto: Wisser

Neue Schülerzahlen führen zu Verzögerungen beim Masterplan Grundschulen für Buxtehude. Droht Schülern Unterricht in Containern?

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Von Karsten Wisser
Mittwoch, 18.02.2026, 20:16 Uhr

Buxtehude. Die Entscheidung über eine sechste Grundschule in Buxtehude ist erneut vertagt worden. Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) bestätigte diese Information.

Ursprünglich sollte der Masterplan Grundschulen am 19. März in einer gemeinsamen Sitzung des Schul- und Sportausschusses sowie des Bauausschusses vorgestellt werden. Die Stadt sagt den Termin ab. Er soll nun im April nach den Osterferien stattfinden.

„Wir prüfen die neuen Schülerzahlen und gleichen sie mit den Baugebieten ab“, erklärte Katja Oldenburg-Schmidt die Verzögerung. Die neuen Schülerzahlen kamen später und sind noch nicht öffentlich – deshalb die Vertagung.

Weniger Grundschüler in Buxtehude als vorhergesagt

Nach Informationen des TAGEBLATT fällt das Schülerwachstum für die Grundschulen geringer aus als in der letzten Prognose vor eineinhalb Jahren. Ob dies ausreicht, um auf eine neue, sechste Grundschule zu verzichten, ist eine der entscheidenden Fragen.

Im Gespräch: Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) und Ulrich Felgentreu (Bündnis 90/Die Grünen). Der Ratsherr ist Vorsitzender des Schul- und Sportausschusses.

Im Gespräch: Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) und Ulrich Felgentreu (Bündnis 90/Die Grünen). Der Ratsherr ist Vorsitzender des Schul- und Sportausschusses. Foto: Wisser

Die letzte Schülerzahlenprognose bis 2035 ergab, dass die vier innerstädtischen Grundschulen in Buxtehude keine zusätzlichen Schüler mehr aufnehmen können. Das Schülerwachstum kann nur durch eine neue Schule aufgefangen werden. Besonders die Grundschule Altkloster überschreitet laut Prognose die gesetzlich festgelegte Anzahl von vier Klassen pro Jahrgang.

1600 Schüler besuchen die fünf Grundschulen

Das Wachstum fällt jetzt etwas geringer aus als geplant. Ein Grund dafür ist, dass sich die Geburtenraten nach dem Knick in der Corona-Pandemie nicht im prognostizierten Ausmaß erholt haben. Derzeit besuchen 1600 Schüler die städtischen Grundschulen Rotkäppchenweg, Harburger Straße, Stieglitzweg mit Außenstelle Ottensen, Altkloster mit Außenstelle Hedendorf und Neukloster. Besonders die Schulen Stieglitzweg und Altkloster haben Baumängel. Gutachten empfehlen hier den Abriss von Gebäuden.

Um auf einer gesicherten Datenbasis zu agieren, will die Stadt prüfen, wie weit der Baufortschritt in den großen Neubaugebieten mit Mehrfamilienhäusern ist. In der Giselbertstraße fehlt ein Teil der Bebauung. Hier werden einige Grundstücke nach dem Konkurs des ersten Käufers neu vergeben. Unklar ist auch, wann das Projekt an der Bahnstraße startet. Hier sollen 140 Wohnungen an den Bahngleisen der Strecke Hamburg-Cuxhaven entstehen. Die Umsetzung des Wohnbauprojekts hat sich mehrfach verschoben.

Ottensen als Standort wahrscheinlich

Oldenburg-Schmidt sieht nach der ersten Durchsicht der neuen Daten noch keine Entscheidung für oder gegen eine neue Schule. 75 Schüler weniger gebe die neue Prognose nicht her. Diese Schülerzahlen bräuchte es für einen Jahrgang in einer neuen dreizügigen Grundschule. Als Standort für eine neue Grundschule ist Ottensen im Gespräch. Dort hat die Stadt ein Grundstück gekauft.

Jedes Mal, wenn wir eine Entscheidung verschieben, wird das Projekt teurer.

Olaf Riesterer, CDU-Ratsherr

Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt kritisiert die erneute Verlegung. „Jedes Mal, wenn wir eine Entscheidung verschieben, wird das Projekt teurer“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Olaf Riesterer. Viele der Dinge, die jetzt noch geprüft werden müssten, hätte die Verwaltung schon vorher prüfen können, so Riesterer. Eigentlich sollte der Masterplan vor der Sommerpause 2025 fertig sein. Eine neue Grundschule wird voraussichtlich mehr als 20 Millionen Euro kosten.

Grundschülern droht bald Containerunterricht

Inzwischen ist fraglich, ob eine neue Grundschule rechtzeitig fertig wird, um den erwarteten Schüleranstieg in zwei bis drei Jahren aufzufangen. Angesichts der vielen offenen Fragen und der hohen Wahrscheinlichkeit, dass auf dem Grundstück für die neue Grundschule erst noch Baurecht geschaffen werden muss, gibt es erhebliche Zweifel an der rechtzeitigen Fertigstellung. Es droht somit Unterricht in Schulcontainern für die Grundschüler.

„Es kann nicht sein, dass die Grundschüler darunter leiden, dass wir zu langsam sind“, ärgert sich Ulrich Felgentreu über diese Entwicklung. Der Grünen-Ratsherr ist Vorsitzender des Schulausschusses. Er stellte den ersten Antrag für eine neue Schule 2018. Damals sei die Entwicklung absehbar gewesen.

Teile der Grundschule Altkloster stehen auf der Liste für dringenden Sanierungsbedarf.

Teile der Grundschule Altkloster stehen auf der Liste für dringenden Sanierungsbedarf. Foto: Wisser

Felgentreu fordert zudem für die Grundschulen absolute Priorität. Die Grundschulen seien in einem schlechten Zustand. Zur Not müsse auch der Neubau für den Zug II der freiwilligen Feuerwehr warten, bis die Schulen saniert seien.

Vorbildliches Konzept, marode Gebäude. Die Grundschule Stieglitzweg wird für die pädagogische Arbeit von allen gelobt. Die Gebäude sind aber abgängig.

Vorbildliches Konzept, marode Gebäude. Die Grundschule Stieglitzweg wird für die pädagogische Arbeit von allen gelobt. Die Gebäude sind aber abgängig. Foto: Wisser

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