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TTimm Hubert: Ein Leben für den Buxtehuder Handball und das Alte Land

In seiner Heimat, dem Alten Land: BSV-Geschäftsführer Timm Hubert.

In seiner Heimat, dem Alten Land: BSV-Geschäftsführer Timm Hubert. Foto: Scholz

BSV-Geschäftsführer, Unternehmer, Kommunalpolitiker und Jugendtrainer: Was treibt Timm Hubert an? Warum engagiert er sich so sehr? Und wie schafft er das alles?

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Von Tim Scholz
29.08.2026, 06:00 Uhr

Landkreis. An einem Donnerstagabend im Juli tauchen in der Ferne mehrere Radfahrerinnen und Radfahrer auf. Sie nähern sich dem Fährhaus Kirschenland in Wisch - angeführt von Timm Hubert.

Der 37-Jährige stammt selbst aus dem Alten Land und kennt sich hier bestens aus. Inzwischen hat er in der Saisonvorbereitung des Buxtehuder SV einen eigenen Programmpunkt etabliert - die Fahrradtour mit der gesamten Mannschaft durch das Alte Land.

Timm Hubert tanzt auf mehreren Hochzeiten

Die neuen BSV-Handballerinnen sollen so die Gegend besser kennenlernen. Die anderen Spielerinnen, die die Tour bereits kennen, kommentieren sie schon mal mit einem scherzhaften „Schon wieder“, erzählt der BSV-Geschäftsführer und lacht.

Hier kennt er sich bestens aus: Bei einer Radtour führte Timm Hubert die Buxtehuder Mannschaft durch das Alte Land.

Hier kennt er sich bestens aus: Bei einer Radtour führte Timm Hubert die Buxtehuder Mannschaft durch das Alte Land. Foto: Scholz

Für Hubert ist das Alte Land Heimat. Hier ist er aufgewachsen, hierhin ist er immer wieder zurückgekehrt, wenn er mehrere Monate in Australien gewesen war. Heute wohnt er „im Herzen von Jork“, wie er sagt, direkt über der Drogerie Hubert, die er vor mehreren Jahren von seinem Vater übernommen hat.

Doch Handball und das eigene Geschäft sind nicht alles in seinem Leben. Timm Hubert tanzt auf mehreren Hochzeiten. Seit 15 Jahren sitzt er im Jorker Gemeinderat, engagiert sich bei den Lions und trainiert Kinder und Jugendliche beim TuS Jork. Warum macht er das alles?

Sein Vater war bereits Bürgermeister in Jork

„Es liegt in der Familie“, sagt Timm Hubert. Im Gespräch erwähnt er immer wieder seine Eltern. Sein Vater Gerd engagiert sich in Vereinen, ist in der lokalen Wirtschaft verwurzelt, war viele Jahre Bürgermeister in Jork. Mutter Angela arbeitete bis zu ihrer Rente als Erzieherin.

„Sie haben es mir vorgelebt, sich zu engagieren und etwas für den Ort zu tun“, sagt Timm Hubert. Er habe erlebt, dass sich Dinge verändern lassen, wenn man sich einbringt. „Das hat mich fasziniert.“

„Politisch hat mich Papa geprägt“

Und es ging bereits früh los. Mit 17 übernahm Hubert die Breitensportgruppe beim TuS Jork, die er bis heute leitet. Mit 21 wurde er zum jüngsten Ratsmitglied. „Politisch hat mich Papa geprägt“, sagt Hubert, der sich im Bürgerverein Jork engagiert. Bei der Kommunalwahl im September tritt er zum vierten Mal in Folge an.

Die beiden Geschäftsführer des BSV: Timm Hubert (links) und Peter Prior.

Die beiden Geschäftsführer des BSV: Timm Hubert (links) und Peter Prior. Foto: Jan Iso Jürgens

Doch an erster Stelle, betont er, stehe für ihn der Buxtehuder SV - „mein Hauptjob“. Vor sechs Jahren fing er beim Bundesligisten als Marketingchef an, 2023 wurde er gleichberechtigter Geschäftsführer an der Seite von Peter Prior. Ein Job, auf den er es eigentlich gar nicht abgesehen habe, sagt er. Doch nach dem Ausscheiden von Michael Schmidt bekam Hubert die Chance.

„Eigentlich komme ich nicht aus dem Handball“

Während sich der 69-jährige Prior um die sportliche Planung kümmert, verantwortet Hubert unter anderem Sponsoring, Digitalisierung und die Organisation der Spieltage. „Eigentlich komme ich nicht aus dem Handball“, erklärt er. „Wir teilen uns die Arbeit klug auf, stimmen uns aber eng miteinander ab.“

Und der Altersunterschied? Kein Problem. Im Gegenteil: „Peter hat sehr viel Fachwissen und Erfahrung. Ich kann viel von ihm lernen“, sagt er und ergänzt: „Es ist schon komisch, wenn wir ein, zwei Tage mal nichts voneinander hören.“

„Ich möchte mit den Leuten ins Gespräch kommen“, sagt Timm Hubert (links).

„Ich möchte mit den Leuten ins Gespräch kommen“, sagt Timm Hubert (links). Foto: Jan Iso Jürgens

Huberts großes Ziel beim BSV ist es, den Handball in Buxtehude „zukunftssicher“ zu machen. Was das bedeutet, zeigte er vor Kurzem bei einem Sponsorenabend in Buxtehude: Hubert stellte dort die „Vision 2030“ vor, einen langfristigen Plan, mit dem der BSV nach Jahren des Mittelmaßes und Abstiegskampfes sportlich und finanziell wieder erfolgreich werden soll.

Timm Hubert führt Familienunternehmen weiter

Wie bleibt da noch Zeit für ein eigenes Geschäft? Timm Hubert hat die 1936 von seinem Großvater gegründete Drogerie bereits 2012 übernommen, nachdem sein Vater Bürgermeister geworden war. „Ich wollte das Familienunternehmen gerne weiterführen“, sagt er. Gelernter Drogist ist er nicht. Doch auch diese Aufgabe nahm er an. „Ich wurde da sozusagen reingeschmissen“, sagt er. „Das zieht sich durch mein Leben.“

Hubert baute das Sortiment um und nahm Produkte heraus, die es im Discounter oder Supermarkt gibt. „Stattdessen setzen wir auf Saisonales und Regionales“, erklärt er. Viel Verantwortung hat er seiner langjährigen Mitarbeiterin Tanja Mühlhausen-Nauerz übertragen. „Sie ist meine rechte Hand, ihr kann ich zu 100 Prozent vertrauen“, sagt er.

Timm Hubert, Tanja Mühlhausen-Nauerz und Gerd Hubert (von links) vor der Altländer Drogerie in der Bürgerei in Jork.

Timm Hubert, Tanja Mühlhausen-Nauerz und Gerd Hubert (von links) vor der Altländer Drogerie in der Bürgerei in Jork. Foto: Vasel

Wenn es zeitlich passt, steht Hubert auch selbst im Laden, vor allem samstags. „Ich möchte mit den Leuten ins Gespräch kommen“, sagt er. Auch das habe er sich von seinem Vater abgeschaut: Menschen kennenlernen, Kontakte pflegen. Das Kommunizieren und Netzwerken macht ihm Freude.

Manchmal fragt er sich: „Warum tue ich mir das an?“

So kommt es nicht selten vor, dass Huberts Arbeitstage zehn Stunden oder länger dauern. „Manchmal kostet das viel Kraft“, gesteht er. In seiner Ferienwohnung an der Ostsee schafft er es abzuschalten.

Trotzdem stellt er sich manchmal die Frage: „Warum tue ich mir das an?“ Die Antwort liefert er gleich selbst: „Es ist einfach mein Ding, mittendrin zu sein.“

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