Nach Attacke in Einkaufspassage: Wo der Wolf ausgewildert wurde
Der in Hamburg verirrte Wolf hat den gesamten Senat der Hansestadt über Tage beschäftigt, sagt die Wissenschaftssenatorin. (Archivbild) Foto: Umweltbehörde Hamburg/dpa
Der Wolf, der eine Frau in einer Einkaufspassage in Altona verletzt hat, ist zurück an den Hamburger Stadtrand gebracht worden.
Hamburg. Der verirrte Wolf, der in der vergangenen Woche in einer Hamburger Einkaufspassage eine Frau verletzt hatte, hat laut Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal den gesamten Senat der Hansestadt in Atem gehalten. „Es hat uns natürlich sehr bewegt“, sagte die Grünen-Politikerin nach der wöchentlichen Sitzung der Landesregierung im Rathaus. „Wir hatten eine gefühlte Dauerstandleitung alle zueinander.“ Die Umweltbehörde habe das Thema aber „fest im Griff“ gehabt.
Wo der Wolf freigelassen wurde
Der junge Wolf war nach Angaben der Umweltbehörde am Ostersonntag, eine Woche nach dem Vorfall in der Einkaufspassage in Altona, mit einem Sender ausgestattet und „auf Bewährung“ ausgewildert worden.
Tier aus Binnenalster gefischt
Nach Attacke in Hamburg: Wolf wieder frei
Das Tier wurde im südlichen Hamburger Stadtgebiet an der Grenze zu Niedersachsen freigelassen. Das teilte das Umweltministerium in Hannover auf Anfrage mit. Die Hamburger Umweltbehörde hatte nicht bekanntgegeben, wo das Tier nach seiner Gefangenschaft in einer Wildtierauffangstation im niedersächsischen Sachsenhagen hingebracht worden war.
Vier weitere Wölfe in Hamburg mit Sender ausgestattet
Der Wolf war vor der Auswilderung mit einem Sender ausgestattet worden, sodass sein Standort nachvollzogen werden kann. Nach Behördenangaben wird das Jungtier im Rahmen des LIFE Wild Wolf-Projekts länderübergreifend überwacht. Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sprach von einer „Auswilderung auf Bewährung“.
In Niedersachsen waren dem Ministerium zufolge vor dem Hamburger Wolf bereits vier weitere Wölfe in das Forschungsprojekt aufgenommen und mit satellitengestützten Halsbandsendern ausgestattet worden: ein Tier im Jahr 2023, zwei Tiere im Jahr 2024 und ein weiteres Anfang März dieses Jahres.
Entscheidung über möglichen Wolfsabschuss nicht in Hamburg
Die Entscheidung, das Tier dann gegebenenfalls doch durch Jäger töten zu lassen, liege dann aber nicht mehr in Hamburger Händen. „Die Verantwortung Hamburgs bezieht sich darauf, dass wir da bestmöglich vorgesorgt haben über den Sender, über die Vorabsprachen. Ansonsten ist es natürlich jetzt nicht planbar, wohin das Tier geht.“ Die Entscheidung würden dann die lokalen Behörden treffen müssen, sagte Heinert.