TVerletzungsmisere beim BSV: Wer kehrt wann ins Team zurück?
Jolina Huhnstock könnte die erste sein, die wieder in den BSV-Kreis zurückkehrt. Foto: Felix Schlikis
Der BSV kämpft mit Verletzungen: Wann feiern Huhnstock, Senel und andere ihre Comebacks? Diese Übersicht zeigt, wer dem Team bald wieder helfen kann - und wer nicht.
Buxtehude. Der Buxtehuder SV steckt tief im Abstiegskampf - der ausgedünnte Kader spielt dabei eine zentrale Rolle. Ob Beinbrüche, Kreuzbandrisse oder chronische Knieschmerzen: Die Verletzungen sind schwer und langwierig. Derzeit fehlen alle etatmäßigen Kreisläuferinnen.
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BSV-Trainer Nicolaj Andersson machte nach dem Heimspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe Hoffnung. Spielerinnen werden bald zurückkehren und dem Team mehr Breite geben - und spielerisch neue Möglichkeiten.
Wer alles verletzt ist und wann ein Comeback möglich ist, lesen Sie in unserer Übersicht.
Jolina Huhnstock

Die Kreisläuferin verletzte sich im Dezember bei der Handball-WM. Foto: Marijan Murat/dpa
Bei der Weltmeisterschaft im Dezember zog sich die 24-Jährige im zweiten Vorrundenspiel einen Sehnenanriss im linken Ellenbogen zu.
Huhnstock ist am Montag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und hat nächste Woche ein Kontroll-MRT. Zuvor trug Huhnstock sechs Wochen eine Schiene, machte Physiotherapie und zuletzt Muskelaufbau.
Sie will nun die Intensität steigern und beobachten, wie der Arm auf die Belastung reagiert. Ein Tape soll sicherstellen, dass er nicht wieder überstreckt.
Ohne unerwartete Rückschläge scheint ein Comeback im nächsten Heimspiel gegen Neckarsulm denkbar. „Ich möchte wieder das Gefühl haben, der Mannschaft helfen zu können“, sagt sie.
Huhnstock ist die einzige deutsche Nationalspielerin im Kader und wird sowohl im Mittelblock als auch als Kreisläuferin eine sehnlichst erwartete Verstärkung sein.
Carina Senel

Für den BSV konnte Carina Senel noch kein Spiel bestreiten. Foto: Lars Breitzke (nomo)
Auch Carina Senel nähert sich ihrem Comeback - und ihrem Debüt. Die zweite Kreisläuferin verletzte sich Ende April 2025 im Trikot ihres damaligen Vereins HSV Solingen-Gräfrath. Kreuzbandriss.
Die 28-Jährige wurde in Köln operiert, hat ihre Reha zunächst in Solingen und dann in Hamburg absolviert. Die harte Arbeit hat sich gelohnt.
Letzte Woche Donnerstag hatte Senel ihren Return-to-Play-Test. „Dieser hat gezeigt, dass die Kraft- und Sprungwerte zwischen dem verletzten und dem nicht verletzten Bein nahezu ausgeglichen sind“, sagt sie.
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Seit November ist Senel wieder im Handballtraining. Zunächst trainierte sie vor allem individuell und seit Januar vollständig mit der Mannschaft. „Das Knie fühlt sich derzeit gut an, auch wenn es in Spielsituationen noch einmal etwas anderes sein wird“, sagt sie. Ein Comeback Anfang Februar klingt realistisch.
Dann wird die starke Abwehrspielerin und Kreisläuferin aber wohl - wie alle Langzeitverletzten - Zeit brauchen, um zu alter Stärke zu kommen. „Sie hat fast neun Monate gar nicht gespielt“, sagt BSV-Manager Peter Prior.

Der BSV vermisst derzeit die Durchschlagskraft von Levke Kretschmann. Foto: Jan Iso Juergens IsoluxX Fotogr
Levke Kretschmann
Mit Levke Kretschmann fehlt dem BSV die beste Spielerin und Torschützin der vergangenen Saison. Die 25-Jährige hat sich im Oktober im Training das linke Wadenbein gebrochen, zudem das Syndesmoseband und Innenbänder im Knöchel gerissen. Kretschmann wurde im BG Klinikum Boberg operiert.
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Ein Comeback der Rückraumspielerin würde dem BSV mit ihren Durchbrüchen enorm helfen. Und beim BSV lebt die Hoffnung, dass Kretschmann in der heißen Saisonphase zurückkehren kann. Eine realistische Einschätzung ist bei einer solchen schweren Verletzung allerdings nicht möglich, so Kretschmann.
Larissa Kroepel

Larissa Kroepel will wieder mit dem BSV jubeln. In dieser Saison wird sie das allerdings nicht als aktive Spielerin können. Foto: IsoluxX Fotografie
Mit der 21-Jährigen fehlt derzeit auch die dritte etatmäßige Kreisläuferin. Kroepel rutschte in einem Trainingsspiel Ende September nach einem Torwurf aus und verdrehte sich das linke Knie. Das Kreuzband, Innenband und der Meniskus rissen.
„Jetzt sind 15 Wochen nach der OP, ich kann schon viel mehr machen und arbeite jeden Tag daran, meine Muskeln im linken Bein wieder aufzubauen“, sagt Kroepel.
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Trotz des Saisonaus und auslaufendem Vertrag blickt das Eigengewächs nach vorn: „Ich hoffe, ich kann zur Vorbereitung nächste Saison schon voll dabei sein“, so Kroepel. Bis dahin will sie ihre Mitspielerinnen im Training und bei Spielen von der Seite unterstützen.
Sophie Fasold

BSV-Torhüterin Sophie Fasold war bis zu ihrer Verletzung Leistungsträgerin. Foto: Jan Iso Jürgens
Mit Sophie Fasold vermisst der BSV eine Routinierin. Die 32-Jährige wurde beim überraschenden Punktgewinn im Heimspiel gegen den Thüringer HC mit ihren Paraden zur Matchwinnerin.
Fasold war in Topform, als sie sich bei einem Rettungsversuch am 13. September im Auswärtsspiel gegen Neckarsulm das vordere Kreuzband riss.
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Sie befindet sich nach der Operation derzeit in der Reha. „Ich mache Fortschritte, doch es ist noch ein langer Weg“, sagt Fasold. Zu lang für diese Saison. Fasold, deren Vertrag am 30. Juni endet, wird der Mannschaft im Abstiegskampf nicht mehr aktiv helfen können.
Fasold will aber so oft beim Training sein wie möglich und die anderen Torhüterinnen unterstützen.
Maja Schönefeld

Talent Maja Schönefeld wird Zeit brauchen, um das Vertrauen in ihr Knie wiederzufinden. Foto: Jan Iso Jürgens
Die 21-Jährige gilt als talentierte Spielmacherin und Verteidigerin, hat aber beim BSV die längste Verletztenliste: Kreuzbandriss im März 2023, Fuß-OP im März 2024, danach mehr als 600 Tage ohne Handball. Auf ein kurzes Comeback folgte vor einem Jahr der nächste Rückschlag und im August 2025 eine Meniskus-OP.
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Schönefeld ist derzeit dreimal in der Woche im BG Klinikum Hamburg in der Reha. „Mein Knie war lange nicht mehr so stabil und mit so wenigen Schmerzen wie jetzt, aber es liegt trotzdem noch einiges an Arbeit vor mir“, sagt sie.
Ihr Name steht auf der Liga-Website im Kader des BSV. An ein Comeback will sie aber nicht denken. Das sei in der Vergangenheit nie gut ausgegangen. „Ich schaue einfach, wie sich alles entwickelt, und setze mir nur kleine Ziele.“
Derzeit käme für sie maximal eine Rückkehr in der 3. Liga infrage. „Ich habe mich bewusst entschieden, Druck herauszunehmen“, sagt Schönefeld. Sie wolle erst mal wieder Handball spielen, und wenn das Knie langfristig halte, werde man sehen, was sportlich möglich sei.
Der BSV muss sich durch eine Seuchensaison arbeiten.
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