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TVon Ahrenswohlde nach Amerika: Kaya Schmetgens lebt Fußballmärchen

Die Ahrenswohlderin Kaya Schmetgens (23) erlebt in Cornersville, Tennessee, ein eigenes Fußballmärchen. Mit ihrem Highschool-Team feiert sie große Erfolge.

Die Ahrenswohlderin Kaya Schmetgens (23) erlebt in Cornersville, Tennessee, ein eigenes Fußballmärchen. Mit ihrem Highschool-Team feiert sie große Erfolge. Foto: Privat

Tennessee statt Werder Bremen: Kaya Schmetgens verbringt ein Austauschjahr an der amerikanischen Cornersville Highschool und ist auch in den USA sportlich sehr erfolgreich.

Von Andreas Meier Montag, 23.02.2026, 06:50 Uhr

Ahrenswohlde. Die Cornersville Highschool – mitten in Tennessee gelegen – erlebte in den letzten Monaten ein kleines Fußballmärchen. Erstmals qualifizierte sich das Juniorinnen-Team des kleinen Ortes für die regionalen Ausscheidungsspiele und mittendrin in einer zentralen Rolle: die 16-jährige Kaya Schmetgens aus Ahrenswohlde.

„Ich kam mir vor wie in einem amerikanischen Highschool-Film“

Im Sommer ist die Schwester von Werders Jung-Profi Mick Schmetgens über den großen Teich nach Amerika geflogen und erlebt dort einen „amerikanischen Traum“. „Ich kam mir zu Anfang vor wie in einem dieser amerikanischen Highschool-Filme, habe dauernd Fotos und Filme gemacht“, erzählt die Werder-Nachwuchsspielerin.

Dabei hätte es eigentlich nach Arkansas gehen sollen. Doch wegen eines medizinischen Notfalls in der vorgesehenen Gastfamilie wurde der Zielort einen Tag vor der geplanten Abreise verschoben. Statt nach Arkansas ging es nach Tennessee, oder um genau zu sein, nach Cornersville.

Die Ahrenswohlderin Kaya Schmetgens ist gut in Amerika angekommen und fühlt sich in Tennessee sehr wohl.

Die Ahrenswohlderin Kaya Schmetgens ist gut in Amerika angekommen und fühlt sich in Tennessee sehr wohl. Foto: Privat

Cornersville ist ein vergleichsweise kleiner Ort, im Marshall County gelegen, eine Stunde von Nashville entfernt. Amerikanische Provinz im besten Sinne des Wortes. „Country-Land“, so Schmetgens. „Viele Felder, dazwischen Bauernhöfe, keine direkten Nachbarn. Die Menschen hier sind unheimlich nett und freundlich. Ich habe eine tolle Gastfamilie, fühle mich hier sehr gut aufgenommen und wohl.“

Kaya Schmetgens schreibt mit Schulteam Geschichte

Und auch sportlich lief es für die ehemalige A/O/B/H/Heeslingen-Spielerin. Die damals noch 15-Jährige kam zu Beginn der Saison an der Cornersville Highschool an und schrieb mit ihrem Schulteam Geschichte, denn die Juniorinnen waren erfolgreich wie nie – nicht zuletzt auch wegen der Deutschen im Team, und das blieb nicht unbemerkt. „Zu Saisonbeginn schauten vorwiegend die Eltern zu. Aber dann kamen von Woche zu Woche immer mehr Zuschauer“, so Schmetgens.

Es entwickelte sich in Schule und Stadt ein Hype um das Cornersville Highschool-Team. „Die letzten Spiele durften wir im Football-Stadion mit seinen Tribünen austragen. Da war gefühlt die ganze Schule da“, so Schmetgens. Erst in den Regionalrunde endete diese wunderbare, kleine lokale Erfolgsgeschichte, die ein wenig an den Sportfilm „Hoosiers“ (Deutscher Titel „Freiwurf“) mit Gene Hackmann erinnert. „Da sind wir gegen einen starken Gegner ausgeschieden“, so Schmetgens. „Meine direkte Gegenspielerin kam übrigens auch aus Deutschland.“

Norddeutsche entdeckt in Amerika auch Basketball für sich

Nach dem Ende der Fußballsaison entdeckte die Norddeutsche eine neue Sportart für sich. „Ich habe mit Basketball angefangen“, erzählt die 16-Jährige. „Mittlerweile bekomme ich sogar schon ein paar Minuten Spielzeit“, so Schmetgens, die besonders den „unglaublichen Teamgeist“ in ihrem Schulteam hervorhebt. „So etwas habe ich in dieser Form noch nie erlebt. Der Team-Spirit ist herausragend. Wir unternehmen auch privat so viel zusammen. Es macht unheimlich Spaß.“

Kaya Schmetgens (23) ist begeistert von dem starken Teamgeist, der in ihrem Schulteam herrscht.

Kaya Schmetgens (23) ist begeistert von dem starken Teamgeist, der in ihrem Schulteam herrscht. Foto: Privat

Die Ahrenswohlderin genießt die Tage im amerikanischen Süden. Mit ihrer Familie in der Heimat telefoniert sie regelmäßig am Sonntag. „Durch die Zeitverschiebung und meine ganzen Aktivitäten in der Woche passt es am besten, wenn wir am Wochenende miteinander sprechen“, erzählt die ehemalige Niedersachsen-Auswahlspielerin, die seit einigen Monaten auch sagen kann: Sie hat den großen Lionel Messi spielen sehen. „Das wollte ich unbedingt und dann bekam ich tatsächlich Karten für sein Spiel mit Inter Miami in Nashville“, so Schmetgens. „Das war richtig cool.“

Anfang Juni geht es zurück in die norddeutsche Heimat

Ebenfalls besuchte die 16-Jährige Basket- und Footballspiele der nahe gelegenen Vanderbilt University und wenn man schon mal in der Nähe von Nashville lebt, dann besucht man natürlich auch den nach der legendären Sängerin Dolly Parton benannten Dollywood-Freizeitpark.

Anfang Juni wird es wieder zurückgehen in die norddeutsche Heimat und zu Werder: „Ich werde dann wohl noch einige Male bei Werders U17 mittrainieren und mich dann in der nächsten Saison im Regionalliga-Team von Werder versuchen“, so Schmetgens.

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