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Streik: Stader Schwinge-Brücke voll gesperrt – Staus im Berufsverkehr

Es staut sich am Dienstabend am Kreisverkehr Glückstädter Straße/Schölischer Straße.

Es staut sich am Dienstabend am Kreisverkehr Glückstädter Straße/Schölischer Straße. Foto: Richter

Stau in und um Stade am Dienstag: Die Schwingebrücke an der L111 ist wegen eines Streiks gesperrt. Es wird nicht der letzte sein, kündigen die Beschäftigten von Landesstraßenbauverwaltung und Autobahn GmbH an.

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Von Anping Richter,
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Von Britta Feindt
Dienstag, 20.01.2026, 16:40 Uhr

Landkreis. Verdi hat zu gemeinsamen Warnstreiks in zwei großen Tarifrunden aufgerufen. Auch aus dem Landkreis Stade sind viele dem Aufruf gefolgt, der bundesweit an die rund 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH sowie mehrere Tausend Beschäftigte der Landesstraßenbauverwaltungen ging. „Wir fordern 7 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro mehr - und 200 Euro für die Auszubildenden“, erklärt Verdi-Gewerkschaftssekretärin Marlene Stitz, die am Dienstagmittag mit 150 Beschäftigten aus Nordniedersachsen an einer Kundgebung in Hannover teilnahm.

Beschäftigte der Straßenmeistereien und der Autobahn GmbH beim Sternmarsch in Hannover.

Beschäftigte der Straßenmeistereien und der Autobahn GmbH beim Sternmarsch in Hannover. Foto: Marlene Stitz/Verdi

Bisher hätten die Arbeitgeber in zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt, sagt Stitz. „Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 11./12 .Februar werden wir den Druck massiv erhöhen. Es wird auch in den Kommenden Wochen Streiks geben“, kündigt sie an. Wann und wo die Streiks und damit verbundene Straßensperrungen stattfinden, soll erst kurzfristig mitgeteilt werden.

Staus in der Stader Innenstadt

Die größten Behinderungen durch den Warnstreik gab es im Kreis Stade auf der Landesstraße 111. Die Brücke über die Schwinge war den kompletten Dienstag voll gesperrt. Das bestätigte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf TAGEBLATT-Nachfrage. Als Umleitungsstrecke blieb Autofahrern nur die Stader Innenstadt, es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Die Schwinge-Brücke ist seit Dienstagmorgen gesperrt. (Symbolbild)

Die Schwinge-Brücke ist seit Dienstagmorgen gesperrt. (Symbolbild) Foto: Strüning

Anders sah es bei der Klappbrücke in Jork-Hove aus. Deren Betrieb war den Angaben den ganzen Tag lang nach sichergestellt.

Lange Staus vor dem Elbtunnel in Hamburg

Massive Verkehrsprobleme rund um den Hamburger Elbtunnel: Wegen des Streiks war der Tunnel auf der A7 nur eingeschränkt befahrbar, pro Richtung standen lediglich zwei von drei Fahrspuren zur Verfügung. Nach Angaben der Verkehrsleitzentrale waren sowohl der Elbtunnel selbst als auch die Ausweichstrecken stark überlastet.

Auf der A1 in Richtung Hamburg staute sich der Verkehr auf rund zwölf Kilometern, ebenso vom Autobahndreieck Südwest auf der A7. Auch auf der B75 bis Wilhelmsburg ging es kaum voran. Ausweichrouten wie die Bremer Straße oder die B4 waren nur im Stop-and-go-Verkehr passierbar.

Zahlreiche Leuchttafeln zeigen mit Aufschriften wie "Stop" oder einem roten Kreuz die Sperrung des Elbtunnels an. 

Zahlreiche Leuchttafeln zeigen mit Aufschriften wie "Stop" oder einem roten Kreuz die Sperrung des Elbtunnels an. Foto: Jonas Walzberg/dpa

Richtung Süden stockte der Verkehr laut Verkehrsleitzentrale ebenfalls erheblich, unter anderem von der A23 ab Halstenbek-Krupunder bis durch den Elbtunnel. Auch Bundesstraßen stadteinwärts, etwa die Kollaustraße, waren stark belastet.

Verdi: „Ihre Arbeit gehört besser bezahlt“

Verdi wollte mit dem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeberseite im Tarifkonflikt erhören. „Straßen sind der Verkehrsträger Nummer 1 in Deutschland – jeden Tag kümmern sich Abertausende Beschäftigte um einen möglichst reibungslosen Verkehr auf Autobahnen, auf Bundes- und Landesstraßen, auf Brücken und in Tunneln“, sagte Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende in einer Mitteilung. „Und sie wollen mit diesem gemeinsamen Streiktag zeigen, dass ihre Arbeit besser bezahlt gehört.“

Wie der Stand bei den Verhandlungen ist

Der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), hatte die Gewerkschaftsforderungen wegen knapper Länderhaushalte zuletzt wiederholt als überzogen zurückgewiesen. Er zeigte sich am Freitag aber zuversichtlich, dass ein Abschluss der Tarifverhandlungen im Februar zustande kommt. Man spüre die „gemeinsame staatspolitische Verantwortung“ und sei an mehreren Punkten „trotz großer Differenzen“ vorangekommen.

Verdi kritisierte die Position der Tarifgemeinschaft deutscher Länder danach dagegen als ungenügend und unkonkret. „Da muss definitiv mehr kommen“, sagte Verdi-Vize Behle. „Und das wissen die Arbeitgeber auch: Wir brauchen attraktive Arbeitsbedingungen, um Menschen für diese extrem wichtigen Aufgaben zu halten und zu gewinnen.““ (fe/ari/mit dpa)

Beschäftigte der Straßenmeistereien und der Autobahn GmbH beim Sternmarsch in Hannover.

Beschäftigte der Straßenmeistereien und der Autobahn GmbH beim Sternmarsch in Hannover. Foto: Marlene Stitz/Verdi

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