TWarum der BSV die Halle Nord nicht vollbekommt - und was jetzt helfen soll
Voller Einsatz, aber kein volles Haus: BSV-Spielmacherin Anika Hampel gibt alles im Pokalspiel gegen Neckarsulm. Foto: Jan Iso Jürgens
Der Buxtehuder SV wartet in dieser Saison noch auf ein volles Haus. Im Pokal waren es nur etwa 800 Zuschauer. Woran liegt’s? Der Verein und die Fans haben Erklärungen.
Buxtehude. Nach dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale steht Anika Hampel auf dem Spielfeld der Halle Nord und spricht über den Sieg gegen Neckarsulm - und den Support auf den Rängen.
„Das war eine tolle Stimmung. Man hatte auf dem Feld nicht das Gefühl, dass es nur 829 Zuschauer waren“, sagt die Spielmacherin des Buxtehuder SV. „Aber ich finde, dass unsere Leistung dafür sprechen sollte, dass mehr Menschen uns spielen sehen.“
BSV lebt vom Ticketverkauf
Die Halle Nord bietet Platz für 1500 Zuschauer, ist aber zum Saisonstart längst nicht ausgelastet. Zu den ersten beiden Bundesliga-Heimspielen kamen im Schnitt 1099 Zuschauer, beim Pokalspiel gegen Neckarsulm waren es 829. Warum bleiben so viele Plätze leer?
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Neu ist das Phänomen nicht. Auch in den vergangenen Jahren waren die ersten Heimspiele bis Mitte Oktober weniger stark besucht. In der vergangenen Saison blieb - abgesehen vom Eröffnungsspiel der neuen Halle Nord - bis zur WM-Pause im November jedes Heimspiel unter der Kapazitätsgrenze.

BSV-Geschäftsführer Timm Hubert. Foto: Scholz
BSV-Geschäftsführer Timm Hubert nennt mehrere Gründe: konkurrierende Veranstaltungen, die Urlaubszeit und die letzten warmen Tage des Jahres. Zufrieden gibt sich der Verein damit dennoch nicht. Denn der Ticketverkauf gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen.
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Und die Preise? Mit bis zu 33 Euro für die teuerste Karte liegt der BSV im Ligavergleich an der Spitze. Die anderen Bundesliga-Konkurrenten verlangen deutlich weniger: In Blomberg, Oldenburg und Thüringen zum Beispiel kostet die teuerste Karte 22 Euro. Auch einige BSV-Anhänger sehen die Preise als einen wesentlichen Grund für die derzeitige Auslastung.

Gegen Neckarsulm begrüßte der BSV nur 829 Zuschauer in der Halle Nord. Foto: Jan Iso Jürgens
Zudem weist ein Fan gegenüber dem TAGEBLATT darauf hin, dass Dauerkarten im DHB-Pokal nicht gelten. Gegen Neckarsulm habe das Einzelticket dadurch mehr gekostet als der anteilige Preis eines Spiels mit Dauerkarte.
So will der BSV mehr Zuschauer anlocken
Die Kritik an den Ticketpreisen ist dem BSV bekannt. Geschäftsführer Hubert verweist allerdings darauf, dass dies wirtschaftlich notwendig sei: „Wir möchten attraktiven Handball bieten - und der muss finanziert werden.“ Gleichzeitig will der BSV mehr Menschen für die Heimspiele begeistern und künftig auch das „Gesamterlebnis“ in der Halle Nord ausbauen. Geplant sind zum Beispiel mehr Showelemente.
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Für die nächsten beiden Heimspiele sind aktuell noch zahlreiche Tickets verfügbar. Um das zu ändern, hat der BSV sich Aktionen rund um die Partien überlegt. So steht das Spiel am Samstag (Anwurf 16 Uhr) gegen Halle-Neustadt unter dem Motto „Studi-Spieltag“: Studierende erhalten vergünstigte Tickets und ein Freigetränk. Beim Derby gegen Oldenburg am 31. Oktober soll die Halle in eine „kleine Halloween-Arena“ verwandelt werden. Verkleidete Kinder erhalten freien Eintritt.
Die Hoffnung der BSV-Fans
Die Fans hoffen darauf, dass es in der Halle wieder voller wird. In der vergangenen Saison steigerte sich der BSV sportlich nach einer langen Durststrecke ohne Sieg und war am Saisonende mit einem Schnitt von 1303 Zuschauern zufrieden.
„Man darf nicht vergessen, dass sich erst wieder herumsprechen muss, dass da wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft auf der Platte steht“, sagt ein BSV-Fan. „Fast ständig eine chancenlose Heimmannschaft zu sehen, macht halt auch potenzielle Zuschauer mürbe.“
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