TWassertourismus in Buxtehude: Viel geplant, nichts umgesetzt
Das Foto aus dem Jahr 2024 zeigt die Barkasse „Wappen von Lübeck“ auf der Este in Höhe der Altländer Ortschaft Estebrügge. Ihr Heimathafen ist seitdem Buxtehude. Foto: Sulzyc
Der Hafen der Hansestadt gilt als abgehängt - und Geld für neue Angebote auf und am Wasser gibt Buxtehude überraschend anders aus. Woran hakt es?
Buxtehude. Der Fluss Este eröffnet Buxtehude den Zugang zu einem der prominentesten Wasserwege Deutschlands: die Elbe. Dennoch spielt die Stadt für Wassertouristen kaum eine Rolle.
Viel zu wenig Nutzen ziehe Buxtehude aus dem Wassertourismus. Das sagte die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Landkreis Stade/Elbe, Ines Utecht, im Januar im Buxtehuder Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus.
Fischrestaurant und Kanuverleih nicht in Sicht
Ein wassertouristisches Konzept stammt aus dem Jahr 2017. Der darin als Ziel formulierte große Wurf, eine maritime Ladenzeile mit Kanuverleih, Bootsbekleidung, Fischrestaurant und Hafenkneipe im Buxtehuder Hafen, ist bis heute nicht mal ansatzweise in Sicht.
Warum Buxtehudes Wassertourismus nicht vorankommt, wurde jetzt im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus deutlich. Anlass war eine Präsentation der Arbeitsgemeinschaft Maritime Unterelbe, in der 23 Elbanrainerkommunen, darunter die Stadt Buxtehude, organisiert sind. Deren Stiftung Elbefonds ist zwölf Millionen Euro schwer.
Stiftung für landseitiges Kulturerbe ist in Aufbau
In Aufbau sei eine Stiftung, die landseitiges Kulturerbe fördern werde, berichtete Geschäftsstellenleiter Dr. Sebastian Ipach. Damit seien Leuchttürme, Kornspeicher, Spülschleusen oder Anlegestellen gemeint. In ein bis zwei Jahren werde die Stiftung aktiv werden.
Buxtehudes Problem ist wasserseitig. Die Este leidet unter starker Versandung. Manche sprechen auch von Verschlickung. Darunter leidet die Schiffbarkeit. Die Autobahnbrücke über den Fluss ist ein Hindernis, das nur Boote und Schiffe flacher Bauart überwinden können. Schlechte Voraussetzungen also, größere Menschenmengen auf dem Wasserweg nach Buxtehude zu bringen.

Die Brücke führt auf die Autobahn A26 über die Este. Für die Schifffahrt ist sie ein Hindernis. Foto: Sulzyc
Ausschussmitglied Thomas Lange (Grüne) sieht Buxtehude „Hafentechnisch abgehängt“. Er stellt die Mitgliedschaft der Stadt in der Arbeitsgemeinschaft Maritime Landschaft Unterelbe infrage. „Ich weiß nicht, ob wir da gut aufgehoben sind.“ 6700 Euro Mitgliedsbeitrag zahlt Buxtehude nach Angaben der Verwaltung in diesem Jahr.
„Der Hafen in Buxtehude könnte besser sein“, sagt auch Ipach. Die Chancen auf Wassertourismus stünden und fielen mit der Schiffbarkeit. Die Este ist eine Bundeswasserstraße und fällt in die Zuständigkeit des Wasser- und Schifffahrtsamtes.
Neuer Heimathafen
T Wappen von Lübeck: Dieser Stader holt eine alte Barkasse nach Buxtehude
Mitte des 19. Jahrhunderts und bis in die Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein herrschte noch starker Schiffsverkehr auf der Este. Aber seitdem spielt die Berufsschifffahrt - zuletzt hatte noch die Sietas Werft dazu beigetragen - keine Rolle mehr.

Die Barkasse „Wappen von Lübeck“ fährt die Este entlang. Die Schiffbarkeit ist von der Tide abhängig. Foto: Weselmann
Wie also könne Buxtehude das Wasser- und Schifffahrtsamt dazu bewegen, die Este auszubaggern oder von Schlick freizuspülen? Vage fällt Ipachs Ratschlag an die Politiker und Politikerinnen aus. Buxtehude müsse den ökonomischen Nutzen einer solchen Maßnahme deutlich machen. Was genau die Behörde überzeugen könnte, sagte Ipach aber nicht.
Ohne Zweifel ist die Stadt Buxtehude ein bedeutendes touristisches Ziel im Landkreis Stade. Laut einer Studie sorgte der Tourismus 2024 für 75,5 Millionen Euro Bruttoumsatz in Buxtehude. Vor allem Tagesgäste besuchen die Stadt. Die Gäste sorgen für Millionenumsätze, von denen Hotels, Restaurants und Einzelhandelsgeschäfte profitieren.
Politik zeigt sich überrascht
Wie die Bedeutung von Wassertourismus in Buxtehude an Gewicht verloren hat, zeigte eine Veränderung im Haushaltsplan, die während der Ausschusssitzung öffentlich wurde. Viele Politiker und Politikerinnen zeigten sich überrascht davon.

Die Barkasse „Wappen von Lübeck“ fährt die Este entlang. Die Schiffbarkeit ist von der Tide abhängig. Foto: Weselmann
192.000 Euro, ursprünglich für Maßnahmen des Wassertourismuskonzeptes vorgesehen, wurden in den Topf für Sicherheit und Ordnung umgeschichtet. Das Geld sei stattdessen für die Sicherung von städtischen Veranstaltungen ausgegeben worden, teilte die Verwaltung auf Nachfrage dem TAGEBLATT mit.
Kein Geld mehr für Wassertourismus in 2026
Dabei handele es sich um die Zufahrtsperren, die Attentate mit Fahrzeugen verhindern sollen. Sie kamen zum ersten Mal beim Weihnachtsmarkt „Wintermärchen“ im November und Dezember 2025 zum Einsatz. Den Beschluss habe die Politik im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss gefasst.
„In diesem Jahr haben wir kein Geld für Maßnahmen des Wassertourismuskonzepts“, sagte Elke Engwicht, stellvertretende Fachgruppenleiterin Kultur, Tourismus und Marketing, in der Ausschusssitzung. „Im Moment können wir nicht kurzfristig in die Umsetzung kommen.“
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