Wegen Hitze: Bahn rät von Reisen ab – Störungen und Ausfälle
Im Regionalverkehr kommt es beim Metronom wegen der Hitze zu Einschränkungen. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Aufgrund der extremen Temperaturen raten Bahnunternehmen von nicht dringend notwendigen Reisen ab. Es gibt auch Geld zurück.
Uelzen/Berlin. Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen raten wegen der Hitze am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Das teilte die Deutsche Bahn online mit. „Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekord-Hitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen“, heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus warne der Deutsche Wetterdienst vor Gewittern und Starkregen.
Der bundeseigene Konzern erklärte: „Gemeinsam mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Branchenorganisationen wie dem Bundesverband Schienennahverkehr (BSN) rät die Deutsche Bahn: Bitte vermeiden Sie heute und morgen alle nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr.“
Metronom: Verbindungen brechen zusammen
Mehrere hitzebedingte Störungen an der Schieneninfrastruktur beeinträchtigen den Betrieb der Metronom-Züge im Süden Hamburg, wie das Unternehmen mitteilte. Gleichzeitig erreichten auch die Klimaanlagen in den Fahrzeugen ihre technischen Leistungsgrenzen. Es werde versucht, ein Grundangebot im Zugverkehr aufrechtzuerhalten.
- Auswirkungen RE3/RB31 (Hamburg-Lüneburg)
Aufgrund von Infrastrukturstörungen auf der Strecke es zu mittleren bis hohen Verspätungen und kurzfristigen Zugausfällen. Durch ausgefallene Klimaanlagen in den Zügen steht nur ein begrenztes Platzangebot zur Verfügung.
- Auswirkungen RE4/RB41 (Hamburg Hbf-Bremen Hbf)
Aufgrund mehrerer Signal- und Weichenstörungen auf der Strecke nach Bremen Hbf kommt es zu hohen Verspätungen und kurzfristigen Zugausfällen.
Zusätzlich zu den noch fahrenden Zügen ist ein Ersatzverkehr mit Bus eingerichtet. Ab Hamburg Hauptbahnhof pendelt der Bus bis Rotenburg und zurück.
Weichenschäden und Böschungsbrände möglich
Bereits am Donnerstag hatte der bundeseigene Konzern mitgeteilt, dass Tickets für Fernverkehrsreisen bis einschließlich Dienstag, 30. Juni, kostenfrei storniert werden können, sofern sie vor dem 23. Juni gekauft wurden.
Ausfälle bei Klimaanlagen gibt es in den Fernverkehrszügen aufgrund einer deutlich verjüngten Flotte nicht mehr so oft. Anfälliger ist dafür die Infrastruktur. Weichen sowie Leit- und Sicherheitstechnik können bei den hohen Temperaturen und stundenlanger direkter Sonneneinstrahlung beschädigt werden. Das kann zu weiteren Problemen auf dem ohnehin stark störanfälligen Netz der Bahn führen.
Zudem steigt das Risiko für Böschungsbrände, die ebenfalls Schaden anrichten können. Außerdem können Starkregen, Gewitter und Sturmböen ebenfalls zu Problemen führen.
Schon im Sommer des vergangenen Jahres kam es bei großer Hitze im Juni und im Juli zu Weichendefekten und in der Folge zu Zugausfällen und Verspätungen.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.