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Handball-Bundesliga

TWer ist die Nummer eins im Tor? Der BSV zählt auf sein ganzes Trio

Nikki van der Vorst gehört laut Statistik zu den besten Torhüterinnen der Bundesliga.

Nikki van der Vorst gehört laut Statistik zu den besten Torhüterinnen der Bundesliga. Foto: Jan Iso Jürgens

Unter den drei BSV-Torhüterinnen herrscht Konkurrenz, doch eine klare Hierarchie gibt es nicht. Torwarttrainerin Debbie Klijn erklärt, worauf es ihr ankommt.

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Von Tim Scholz
18.09.2026, 14:00 Uhr

Buxtehude. Debbie Klijn freut sich natürlich, wenn ihre Torhüterinnen in der Liga starke Leistungen abliefern und die Fans zahlreiche Paraden bejubeln können. Doch für die Torwarttrainerin des Buxtehuder SV ist das längst nicht alles. „Da hängt noch viel mehr dran“, sagt sie.

Klijn, die selbst einige Jahre im BSV-Tor stand, schaut deshalb nicht nur auf die Statistik. Wie entwickeln sie ihre Torhüterinnen? Wie performen sie im Training? Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit mit der Abwehr? Und vor allem: Wie sind sie mental drauf? Ihr übergeordnetes Ziel: „Wir wollen wieder ein stabiler Faktor werden.“

Diese Saison plant der BSV mit einem Trio

In der vergangenen Saison fehlte dem BSV noch genau diese Stabilität. Der frühe Kreuzbandriss von Sophie Fasold riss ein „großes Loch“ (Klijn) ins Torhüterteam. Zwischenzeitlich reaktivierte der BSV die frühere Kapitänin Marie Andresen, anschließend kam die Schwedin Annie Linder bis zum Saisonende.

Torwarttrainerin Debbie Klijn stand von 2006 bis 2011 im BSV-Tor.

Torwarttrainerin Debbie Klijn stand von 2006 bis 2011 im BSV-Tor. Foto: Jan Iso Jürgens

Umso größer ist die Erleichterung, dass Fasold in der Sommerpause zurückgekehrt und der BSV diesmal mit einem Trio in die Saison gegangen ist. Neben Fasold (32) gehören Oliwia Kaminska (28) und Neuzugang Nikki van der Vorst (19) zum Gespann. International sei ein dreiköpfiges Torhüterteam inzwischen Standard, erklärt Klijn. „So eine Situation wie vergangene Saison wollen wir nicht noch mal erleben.“

BSV-Torhüterin Sophie Fasold zog sich in der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss zu. Im Sommer kehrte sie zurück.

BSV-Torhüterin Sophie Fasold zog sich in der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss zu. Im Sommer kehrte sie zurück. Foto: Jan Iso Jürgens

Vor allem van der Vorst hat einen starken Start hingelegt. Mit 34 Paraden steht die Niederländerin weit oben im ligaweiten Ranking. „Es ist schön, wie sie sich entwickelt hat“, sagt Klijn. „Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinkommen wollen.“

Auf den Spuren von Katharina Filter?

Klijn kennt die 19-Jährige bereits aus ihrem Job als Torwarttrainerin der niederländischen Nationalmannschaft. Dort gehört van der Vorst zum erweiterten Kreis und sammelte bereits erste Länderspielerfahrung. Ob sie bei der EM im Dezember dabei ist, ist noch offen.

Klijn traut ihrer Landsfrau jedenfalls eine internationale Karriere zu. „Buxtehude ist der erste Schritt. Wenn sie so weitermacht, wird es vielleicht schneller gehen“, sagt sie. In Buxtehude denkt man da vor allem an Katharina Filter, die unter Klijn durchstartete und heute zu den besten Torhüterinnen weltweit gehört.

Warum es (noch) keine feste Nummer eins gibt

Klijn hatte van der Vorst schon Monate vor ihrem Wechsel einen Trainingsplan an die Hand gegeben, um ihre Fitness zu verbessern. In der Saisonvorbereitung machte sie dann große Fortschritte, wurde explosiver und schneller. Deshalb hatte Klijn auch „ein gutes Gefühl“, zum Saisonstart häufiger auf van der Vorst zu setzen. „Mental ist sie schon weiter als eine 19-Jährige“, sagt sie.

Die Niederländerin Nikki van der Vorst kam im Sommer aus Amsterdam zum BSV.

Die Niederländerin Nikki van der Vorst kam im Sommer aus Amsterdam zum BSV. Foto: Jan Iso Jürgens

Was bedeutet das für die Hierarchie? Aktuell gebe es keine feste Nummer eins, betont Klijn. „Das kann sich im Saisonverlauf vielleicht herausstellen.“ Wichtiger sei, dass sich das Trio aufeinander verlassen könne. „Klar gibt es Konkurrenz, aber eine Torhüterin allein kann keine komplette Saison durchspielen.“

Ein Beispiel: Wie entscheidet sich, wer im Tor steht?

Überhaupt scheint es ein dynamischer Prozess zu sein, wer wann zum Einsatz kommt. Das zeigte sich zuletzt in Neckarsulm. Van der Vorst hatte zur Pause bereits sieben Paraden auf dem Konto und wurde trotzdem ausgewechselt. „Sie hat nicht schlecht gehalten“, erklärt Klijn. „Unsere Abwehr stand nicht mehr so wie geplant. Wir mussten etwas verändern.“

Oliwia Kaminska hielt am vergangenen Spieltag den Auswärtssieg gegen Neckarsulm fest.

Oliwia Kaminska hielt am vergangenen Spieltag den Auswärtssieg gegen Neckarsulm fest. Foto: Jan Iso Jürgens

Im zweiten Durchgang kam Kaminska, die laut Klijn zuletzt einen besonders motivierten Eindruck hinterlassen habe, und zeigte ebenfalls sieben Paraden.

Genau das ist es, was Debbie Klijn von ihrem Team sehen möchte: Dass es nicht darauf ankommt, wer gerade zwischen den Pfosten steht, sondern dass auf jede Torhüterin Verlass ist. Am Samstag (16 Uhr) im Heimspiel gegen die HSG Bensheim/Auerbach soll sich das erneut zeigen. Tickets gibt es unter tickets.bsv-live.de, in der Geschäftsstelle und an der Tageskasse.

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