Ratgeber

TWie gewöhne ich mein Kind ans Wasser? Buxtehuder Expertin gibt Tipps

Kinder müssen sich ans Wasser und Schwimmstile gewöhnen, aber auch Ausdauer lernen, um sichere Schwimmer zu werden.

Kinder müssen sich ans Wasser und Schwimmstile gewöhnen, aber auch Ausdauer lernen, um sichere Schwimmer zu werden. Foto: DLRG

Eva Hünerbein von der DLRG Buxtehude bringt seit 16 Jahren Kindern das Schwimmen bei. Wann ist ein Kind ein sicherer Schwimmer? Und wer hat im Freibad die Aufsichtspflicht?

author
Von Steffen Buchmann
29.06.2026, 11:14 Uhr

Vor kurzem hat Horneburg das Mindestalter für Kinder, die alleine im Freibad schwimmen wollen, von acht auf zehn Jahre angehoben. In welchem Alter sollten Kinder schwimmen können?

Es gibt kein Idealalter für Kinder, wann sie schwimmen können sollen. Jedes Kind ist anders. Manche brauchen länger, manche lernen es schneller.

Kommunen und Freibäder legen die Badeordnung nach eigener Einschätzung von Gefahren und anderen Sicherheitsaspekten fest.

Wie groß ist das Interesse von Eltern, dass ihre Kinder schwimmen lernen?

Die Kursangebote etwa der DLRG Buxtehude sind stark nachgefragt. Es gab schon immer Wartelisten. Ich rate Eltern, die keinen Platz bekommen haben, auch bei anderen DLRG-Standorten nachzufragen.

Gibt es eine Pflicht, dass Kinder das Schwimmen in einem Schwimmkurs lernen müssen?

Nein, die gibt es nicht. Ich kenne Eltern, die ihre Kinder bereits privat auf Abzeichen wie das Seepferdchen oder Bronze vorbereiten. Schwimmkurse von Anbietern wie der DLRG sind jedoch immer eine sichere Nummer.

Wir wollen den Kindern vermitteln, dass Wasser nichts Böses ist. Wir wollen die Akzeptanz für Wasser stärken und Ängste abbauen, wenn sie etwa mal Wasser ins Gesicht bekommen.

Worauf müssen Eltern achten, wenn sie ihr Kind aufs Schwimmen vorbereiten wollen?

Um Kinder an Wasser zu gewöhnen, gibt es eine Reihe von spielerischen Übungen. Die kann man ganz leicht zu Hause ausprobieren. Beispielsweise beim Duschen können Kinder sich daran gewöhnen, dass ihnen Wasser über den Kopf ins Gesicht läuft.

Oder die Kinder blubbern mit einem Strohhalm Blasen in der Badewanne und gewöhnen sich so daran, im Wasser auszuatmen. So trauen sie sich vielleicht bald, das Gesicht dabei ins Wasser zu legen.

Der DLRG-Bundesverband hat auf seiner Homepage eine Liste mit kindgerechten Übungen und Spielen zur Wassergewöhnung zusammengestellt.

Freibäder setzen bei Kindern das Bronze-Schwimmabzeichen voraus. Wieso reicht das Seepferdchen nicht aus?

Beim Seepferdchen beweisen die Kinder, dass sie 25 Meter weit schwimmen können. Dadurch sind sie jedoch noch keine sicheren Schwimmer.

Beim Bronze-Abzeichen lernen Kinder unter anderem, längere Strecken auf dem Bauch oder dem Rücken zu schwimmen, zu tauchen oder ins Wasser zu springen.

Wir zeigen Kindern auch, wie sie ihre Ausdauer verbessern und sich ihre Kräfte beim Schwimmen einteilen können. Deshalb ist Bronze ein guter Mindeststandard.

Was motiviert Kinder am meisten, schwimmen zu lernen?

Ich habe es häufig erlebt, dass Kinder für einen Schulausflug schwimmen lernen wollten.

Das Seepferdchen-Abzeichen macht Kinder nicht zu sicheren Schwimmern. (Symbolbild)

Das Seepferdchen-Abzeichen macht Kinder nicht zu sicheren Schwimmern. (Symbolbild) Foto: Laudien

Aber auch, um zum Beispiel mit den Freunden ins Freibad oder zum Badesee loszuziehen.

Bringen Sie nur Kindern das Schwimmen bei?

Nein, die Nachfrage unter Erwachsenen ist ebenfalls sehr hoch. Wir haben Kursteilnehmer teils bis ins Seniorenalter, die schwimmen lernen wollen.

Wie kommt das?

Das kann verschiedene Gründe haben. Manche wollen ihre Kinder oder Enkel ins Freibad begleiten. Andere haben es in ihrer Heimat nie gelernt oder hatten schlechte Erfahrungen mit Wasser.

Wer trägt im Freibad die Aufsichtspflicht für die Kinder?

Weiterhin die Eltern. Die Aufsichtspflicht endet nicht im Freibad, nur weil dort ein Bademeister im Einsatz ist. Die Eltern oder eine Aufsichtsperson müssen die Kinder weiterhin im Auge behalten.

Welche Tipps haben Sie für einen gelungenen Freibadbesuch?

Man sollte die Baderegeln beachten und auf andere Badegäste Rücksicht nehmen. Die eigenen Kräfte nicht überschätzen und nicht vergessen, ab und an ein schattiges Plätzchen aufzusuchen. Mein wichtigster Tipp ist aber: Spaß haben.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel