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Fußball

TWiepenkathen gewinnt Topspiel auch dank eines Regelkniffs

Björn Stobbe erlebt in Hedendorf ein „nie da gewesenes Verletzungspech“.

Björn Stobbe erlebt in Hedendorf ein „nie da gewesenes Verletzungspech“. Foto: Schmietow/FuPa

Trotz ihrer argen Verletzungsprobleme schlagen sich Bezirksligist Hedendorf/Neukloster und Kreisligist Wiepenkathen wacker. Da müssen auch ungeliebte Regeln herhalten.

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Von Jan Bröhan,
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Von Michael Brunsch
Montag, 27.04.2026, 19:00 Uhr

Landkreis. Der TSV Wiepenkathen hat das Spitzenspiel beim Tabellenzweiten der Kreisliga Stade, TuSV Bützfleth, mit 4:1 gewonnen und bleibt als Tabellendritter damit im Aufstiegsrennen - und das trotz der heftigen Verletzungssorgen.

Um die Reservebank in Bützfleth aufzufüllen, wurden selbst Trainer Nils Zielesniak und Co-Trainer Jannick Trispel im Kader gelistet. Dass sie nicht auflaufen mussten, vermied Zielesniak mit seinen reaktivierten Routiniers Mehmet Deger (36) und Viktor Pazer (42) und einem Regelkniff.

Nils Zielesniak muss in Wiepenkathen improvisieren und taktieren.

Nils Zielesniak muss in Wiepenkathen improvisieren und taktieren. Foto: Struwe (Archiv)

„Die Regel, die ich eigentlich überhaupt nicht mag, konnten wir jetzt mal für uns nutzen“, sagt Zielesniak. Er wechselte mehrmals ein und wieder aus. Die konditionell nicht mehr starken Deger und Pazer wurden ein- und wieder ausgewechselt. So verschaffte Zielesniak unter anderem seinen Stürmern Baris Duman und Jannik Spreckels „Luft“. Beide trafen nochmals nach ihren Wiedereinwechslungen.

„Unsere Extremsituation wird aber nicht besser“, klagt Zielesniak. Der ebenso ein- und wieder ausgewechselte Tobias Duwe erlitt einen Leistenbruch. „Wir gehen auf dem Zahnfleisch“, sagt Zielesniak.

In Hedendorf wird alles eingesetzt, was noch laufen kann

„Das ist ein nie da gewesenes Verletzungspech, so was habe ich in 20 Jahren noch nicht erlebt“, bringt Trainer Björn Stobbe die Situation bei den VSV Hedendorf/Neukloster auf den Punkt.

Er habe in dieser Saison schon alles eingesetzt, was möglich war. Nur auf Ü50-Spieler habe er bisher verzichtet. Beim 2:2 gegen den abstiegsbedrohten Deinster SV erzielte der erstmals in dieser Bezirksligasaison gebrachte Mirco Detje den Ausgleich in der 90. Minute. Auch sonst war die Mannschaft wieder mit Zweit- und Drittherrenspielern aufgefüllt.

„Und wir haben fast nur schwere Verletzungen“, sagt Stobbe und zählt Kreuzbandrisse, doppelte Bänderrisse und Meniskusschäden auf. Dazu kommen die „Spieltagssorgen“ mit Urlaub, Krankheit und Sperren. „Das ist eine schwierige Situation und es kostet Kraft“, sagt Stobbe.

Trotzdem stehen die Hedendorfer im gesicherten Mittelfeld. „Unter den Umständen leisten wir das Maximale, das wird mir auch zu wenig wertgeschätzt“, sagt Stobbe, „die, die noch da sind, schmeißen alles rein und verkaufen sich gut.“ In der kommenden Saison werden die VSV wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft auf Kurs bringen, blickt Stobbe schon voraus.

1. Kreisklasse: Prekäre Situation an der Tabellenspitze

Will oder kann in dieser Saison niemand in die Kreisliga aufsteigen? Die beiden führenden Teams, FC Oste/Oldendorf II und SV Drochtersen/Assel IV, können laut aktuellem Stand nicht aufsteigen, da in der Bezirksliga die Erste des FC Oste/Oldendorf und die dritte D/A-Mannschaft auf den Abstiegsrängen stehen.

Das würde bedeuten, dass der SV Agathenburg/Dollern als Tabellendritter und die SG Freiburg/Oederquart als Vierter aufsteigen würden. Selbst der TuS Harsefeld III und der SV Burweg, nach drei Siegen in den letzten vier Spielen, greifen so in den Aufstiegskampf ein. Verrückte Lage, denn sportlich könnte es für alle Mannschaften hinter dem ohnehin als Favoriten in die Saison gestarteten SV Agathenburg/Dollern in der Kreisliga ein ähnliches Desaster geben, wie es aktuell der MTV Hammah II durchlebt.

Fakt ist, die Agathenburger durchleben eine für ein Spitzenteam beispiellose Heimkrise, haben seit dem 9. November 2025 auf heimischer Anlage nicht mehr gewonnen. Auch gegen den SV Ottensen reichte es nur zu einem 2:2. Deshalb hinkt die Junge-Elf in der Tabelle nur hinterher. „Meine Nerven machen das nicht mehr lange mit“, sagt Trainer Carsten Junge.

Im Tabellenkeller könnten Entscheidungen schon früher fallen

Während dem TuS Jork gegen den TuS Harsefeld III ein starkes 4:0 gelang und der Abstand zum ersten Abstiegsplatz, SV Ahlerstedt/Ottendorf IV, auf acht Zähler angestiegen ist, geht die Negativserie des Tabellenletzten, TSV Apensen II, weiter. Das Heimspiel gegen den SV Burweg ging 2:3 verloren. Die Mannschaft von Trainer Björn Bleschke gewann zuletzt am 16. Oktober 2025 ein Punktspiel und steht bei acht Punkten Rückstand bereits mit eineinhalb Beinen in der 2. Kreisklasse.

Harsefelds Keeper Justin Beneke musste vier Mal hinter sich greifen.

Harsefelds Keeper Justin Beneke musste vier Mal hinter sich greifen. Foto: Brunsch

Bei den Torjägern hat sich Burwegs Louis von Ahnen mit 19 Treffern auf Platz eins geschossen, vor Ismail Topcu (FC Oste/Oldendorf II), der auf 18 Tore kommt, aber aktuell in der ersten Mannschaft spielt.

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