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Winterspiele

TZwischen Biathlon und Busstau: So erleben Hedendorfer die Winterspiele

Vier Hedendorfer bei den Winterspielen: Lutz und Petra Becker sowie Birgit und Thomas Butter (von links) vor der Bergkulisse in Cortina d‘Ampezzo.

Vier Hedendorfer bei den Winterspielen: Lutz und Petra Becker sowie Birgit und Thomas Butter (von links) vor der Bergkulisse in Cortina d‘Ampezzo. Foto: privat (nomo)

Zwei Hedendorfer Ehepaare verfolgen die Winterspiele in Norditalien. Ein Stader berichtet fürs ZDF aus Mainz. Zwei unterschiedliche Perspektiven auf das Großereignis.

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Von Tim Scholz
Samstag, 14.02.2026, 05:50 Uhr

Landkreis. Petra und Lutz Becker sowie Birgit und Thomas Butter haben ihre Begeisterung für die Olympischen Spiele entdeckt. Schon 2024 reisten die befreundeten Paare aus Hedendorf zu den Sommerspielen nach Paris. Schnell war für sie klar: „Die Winterspiele sind relativ nah vor der Haustür. Da wollen wir dem olympischen Gedanken nochmal folgen und dabei sein“, sagt Birgit Butter, CDU-Abgeordnete im niedersächsischen Landtag.

Vor Ort besuchten die Vier mehrere Wettkämpfe: Rodeln in Cortina d’Ampezzo und zweimal Biathlon in Antholz. Vor allem der Biathlon habe sie begeistert. „Wir haben mitgenommen: Biathlon ist ein geiler Sport“, sagt Lutz Becker, Vorsitzender des Sportvereins VSV Hedendorf/Neukloster.

Wintersport ist ihnen nicht ganz fremd

Einen klassischen Wintersport-Hintergrund haben die Norddeutschen nur teilweise. „Ich für mich: nein. Aber ich finde Sport insgesamt cool“, sagt Lutz Becker. Seine Frau Petra widerspricht schmunzelnd: „Ich gucke seit vielen Jahren Biathlon. Und außerdem hat mein Mann nicht ganz recht: Er guckt auch immer die Abfahrt - die Streif.“

Lutz Becker (links) und Thomas Butter mit einem Biathlon-Fan aus Norwegen.

Lutz Becker (links) und Thomas Butter mit einem Biathlon-Fan aus Norwegen. Foto: privat (nomo)

Birgit Butter wiederum bringt Wintersport-Erfahrung aus ihrer Kindheit im Sauerland mit: „Ich bin mit Schnee, Skifahren und Skilanglauf groß geworden. Winterberg liegt in der Nähe meines Heimatortes.“

Und ihr Mann Thomas? „Als Kind war ich Skilaufen und habe mir gleich dreimal das Bein gebrochen, aber trotzdem verfolge ich es gerne“, sagt er lachend.

Birgit Butter begeistert von „olympischer Familie“

Besonders beeindruckt zeigte sich die Gruppe von der Landschaft. „Die Berge mit Schnee, das ist eine fantastische Kulisse für solche Wettkämpfe“, sagt Petra Becker. Auch die Atmosphäre sei besonders gewesen.

„Die Stimmung war sehr freundschaftlich, im Gegensatz zu Paris sehr familiär“, berichtet Birgit Butter. Immer wieder habe man bekannte Gesichter getroffen. „Die olympische Familie“, nennt sie das.

Ganz ohne Kritik blieb der Besuch in Südtirol nicht. Die weiten Wege zwischen den Austragungsorten und die Infrastruktur in den kleinen Orten verlangten den Besuchern einiges ab. „Es gibt dort Regionalbahnen, aber vom Bahnhof sitzt man oft stundenlang im Bus, weil man im Stau steht“, erklärt Lutz Becker. Hinzu kamen lange Fußmärsche bergauf. „Das ist nichts für Fußkranke, man muss fit sein. Wir haben das auch als Sport empfunden.“

Kritik an Merchandising und Infrastruktur

Auch organisatorisch lief nicht alles rund. Besonders enttäuscht war Petra Becker vom Merchandising. „Am zweiten Wettkampftag gab es das Maskottchen nicht mehr, das wir unserer Tochter mitbringen wollten. Es war überall ausverkauft.“

Die Hedendorfer zusammen mit Olympia-Maskottchen Tina in Antholz.

Die Hedendorfer zusammen mit Olympia-Maskottchen Tina in Antholz. Foto: privat (nomo)

An der Bob- und Rodelbahn in Cortina fehlten zudem Zuschauertribünen. Stattdessen standen die Besucher in einem Gemisch aus Erde, Schnee und Stroh, berichtet Lutz Becker. Gleichzeitig lobte er die Volunteers, die freiwilligen Helfer: „Unglaublich nette Menschen, die immer ein freundliches Wort hatten, auch wenn sie mal keine Antwort wussten.“

Thomas Butter ist überzeugt: „Die Menschen nehmen die Spiele an. Ich bin frohen Mutes, dass man Olympia in Hamburg wagen kann.“ Und die nächsten Winterspiele? Ausschließen wollen sie nicht, 2030 in die französischen Alpen zu reisen.

Wintersport-Premiere für Florian Obst

Während die Hedendorfer wieder zu Hause sind, beginnt für Florian Obst das Olympia-Abenteuer erst. Der 31-jährige Stader startet am Sonntag in seinen Einsatz für das ZDF. Obst wird nicht vor Ort sein, sondern im Sendezentrum in Mainz Zusammenfassungen verschiedener Wettkämpfe produzieren.

Florian Obst war bereits bei den letzten beiden Sommerspielen im Einsatz.

Florian Obst war bereits bei den letzten beiden Sommerspielen im Einsatz. Foto: privat (Archiv)

Für ihn sind es die dritten Olympischen Spiele, aber die ersten Winterspiele. „Das ist schon eine andere Nummer.“ Schon als Kind habe er die Winterspiele im Fernsehen verfolgt und sich über die Jahre ein gutes Grundwissen angeeignet. „Am meisten Spaß würden mir Biathlon und Skispringen machen.“

Für welche Disziplinen er eingeteilt wird, entscheidet sich kurzfristig. Dann heißt es: Wettkampf schauen, Text schreiben, vertonen, schneiden und den Beitrag zeitnah für Fernsehen, Mediathek und YouTube liefern.

Stader hat seinen Hauptjob in anderer Branche

Obst arbeitet hauptberuflich als Social-Media-Manager beim Landkreis Stade, hat aber Erfahrung im Sportjournalismus. Nach dem Studium kommentierte er für einen Hamburger Sender mehr als 300 Fußballspiele, außerdem Partien des Buxtehuder SV in der Handball-Bundesliga der Frauen.

Wegen der hohen zeitlichen Belastung und seiner Familie - Obst hat einen achtjährigen Sohn - wechselte er vor einigen Jahren die Branche, blieb dem Sport aber verbunden. Bei den Sommerspielen 2021 in Tokio war er erstmals für das ZDF im Einsatz, zuletzt produzierte er Spielberichte für das „Aktuelle Sportstudio“ in der Fußball-Bundesliga.

Für die Olympia-Woche nimmt sich Florian Obst extra Urlaub - das ist es ihm wert.

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