21.04.2017, 09:38
Neues Konzept für die Walkmühle
Leserbrief

OHRENSEN. Seit Jahrzehnten wird die Walkmühle an den Aue-Niederungen in Ohrensen von Jugendgruppen genutzt. Strenge Brandschutzrichtlinien schränken die Möglichkeiten aktuell allerdings ein. Die Pfadfinder vom Stamm Horse kämpfen dafür, dass die Einrichtung für die Nachwuchsarbeit erhalten bleibt.

Das reetgedeckte Fachwerkgebäude ist ein Fossil. Dunkle Balken hängen von der Decke, urige Tische und Stühle stehen im Gemeinschaftsraum. Inzwischen gibt es zwar elektrischen Strom und fließendes Wasser. Die sanitären Einrichtungen befinden sich aber weiterhin in einem Holzhäuschen auf dem Vorplatz. Der Handyempfang ist oft gestört, es gibt weder Duschen noch einen Fernseher oder Beamer. Dafür hören Gäste das Rauschen des Tiefenbaches und das Zwitschern der Vögel. Die Lage am Rand der Aue-Niederungen bildet in den Augen des ehemaligen Stammesführers der Harsefelder Pfadfinder, Torben Dankers, den Reiz an einem Aufenthalt in der Walkmühle. In den 1980ern war er selbst zum ersten Mal hier und hat seither unzählige Gruppen junger Menschen nach Ohrensen begleitet.

Derzeit sind es vor allem die Mitglieder des Stammes Horse, die das denkmalgeschützte Gebäude nutzen. Sie leben in der Gemeinschaft und fernab ihrer Eltern, übernehmen Verantwortung für sich und die anderen Mädchen und Jungen. Gefrühstückt wird bei schönem Wetter draußen im Grünen. „Das sind Erfahrungen, die sie sonst nirgendwo machen. Das bleibt hängen“, sagt Torben Dankers. Vor allem für die sieben- bis zehnjährigen Kinder ist der erste Besuch in der Walkmühle ein Erlebnis. Sie dürfen in dem Haus aber im Moment nicht übernachten, weil das Obergeschoss seit 2016 aus Brandschutzgründen gesperrt ist. Seither weichen die Pfadfinder auf andere Heime aus, wofür sie weite Wege in Kauf nehmen müssen. Vom Flecken aus dauerte der Fußmarsch nach Ohrensen keine Stunde. „Und das CO2-neutral und durchs wunderschöne Aue-Tal“, schwärmt der langjährige Harsefelder Stammesführer Torben Dankers.

Sponsoren stehen bereit

Er hält eine Lösung parat, um das Obergeschoss brandschutzgerecht herzurichten. Aus einem Notausstieg zur Gebäuderückseite müsste nach Einschätzung eines Sachverständigen eine feste Treppe nach draußen führen. Bisher steht nur eine portable Schiebleiter für den Fall der Fälle zur Verfügung. „Wir hätten Sponsoren“, sagt Torben Dankers. Zimmerleute und Tischler stünden bereit, die Fundamente zu schütten und die Treppe zu errichten. Die Jugend- und die Denkmalschutzbehörde seien einverstanden. Lediglich die Genehmigung durch den Landkreis Stader als Eigentümer fehle.

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Leserbrief



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