TCDU trifft CDU: Es geht um Nahverkehr und Deichschutz im Alten Land
Die Hadag-Fähre Cranz-Blankenese soll reaktiviert werden - im Zuge eines Ringverkehrs auf der Elbe zwischen den Anlegern in Hamburg, in Grünendeich und in Wedel. Foto: Vasel
Es sind zwei Themen, die das gesamte Alte Land betreffen - im Kreis Stade und in Hamburg. Daher diskutierte die CDU mit der CDU über Nahverkehr und Deichschutz. Das sind die Ergebnisse.
Jork. Die Christdemokraten im niedersächsischen Teil des Alten Landes wollen ÖPNV, Deichsicherheit und Wirtschaft stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die Altländer auf einen Schulterschluss mit Hamburg. Um ihre Themen im Senat und in der Bürgerschaft platzieren zu können, bauen die Jorker auf einen engen Austausch mit der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Jetzt gab es ein weiteres Treffen in Finkenwerder. Diese Themen standen im Fokus.
Hamburger treffen Altländer: Die Christdemokraten Dennis Thering, Dr. Anke Frieling, Bernd Sänger und Michael Eble im Gespräch (von links). Foto: Vasel
ÖPNV: Landkreis Stade hinkt Hamburg und Schleswig-Holstein hinterher
Dass Fahrgäste aus dem Alten Land, Buxtehude, Jork und Neu Wulmstorf seit 2025 ohne Umstieg direkt die Hadag-Fähre 62 in Finkenwerder erreichen können, ist für den Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Jork „ein großer Fortschritt“.

Fahrgäste können an den Landungsbrücken in Finkenwerder vom Bus direkt auf die Hadag-Fährlinie 62 umsteigen und umgekehrt. Foto: Vasel
Bekanntlich fahren die Buslinien 550 und 2040 (Buxtehude - Jork - Neuenfelde - Finkenwerder) mittlerweile bis zur Fähranlegestelle der stadteigenen Hochbahn-Tochter Hadag.
Hochwasserschutz
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Doch für Eble ist das nur ein erster Schritt. Der öffentliche Personennahverkehr müsse im Hamburger Umland ausgebaut werden. Einige Buslinien enden kurz vor der Grenze. Michael Eble verwies auf den 150er (Bahnhof Altona - Cranz-Estebogen).
Der endet - ähnlich wie die Nachtbusse - kurz vor der Landesgrenze in Cranz. Fahrgastbeirat und Gemeinde Jork wünschen eine Verlängerung nach Jork oder Steinkirchen.

Ein KVG-Bus der Linie 2040 passiert das Rathaus in Jork. Foto: Vasel
Er kritisierte, dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in der Freien und Hansestadt Hamburg und in Schleswig-Holstein - mit Blick auf Bus und Bahn - deutlich besser als im Kreis Stade ausgebaut sei. Das südliche Umland werde im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) eher stiefmütterlich behandelt.
Der Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dennis Thering, und seine Stellvertreterin Dr. Anke Frieling regten an, sich in Hannover und in Hamburg für einen gemeinsamen Ausschuss der Parlamentarier starkzumachen. Mit dem Landtag von Schleswig-Holstein gebe es bereits ein Gremium.
S5 und Start Unterelbe für Pendler wenig attraktiv
Thering und Frieling wollen auch den Vorschlag von Klaus Müller vom Fahrgastbeirat in Hamburg platzieren. Die Altländer machen sich bekanntlich für eine Expressbuslinie von Jork oder Steinkirchen über die Finkenwerder Ortsumgehung und die Köhlbrandbrücke durch den Hamburger Hafen zur U- und S-Bahn-Station Elbbrücken stark.
Schließlich seien die S-Bahn (S5) und der Start Unterelbe für viele Altländer „wegen Überfüllung in den Hauptverkehrszeiten morgens und abends“ und „häufigen Betriebsstörungen“ wenig attraktiv. Der Bus würde so fahren wie viele Hamburg-Pendler.
Des Weiteren, so Dr. Anke Frieling und Michael Eble, sollte die Elbe als Wasserstraße ausgebaut werden. Ihre Idee: Die Fähre Cranz-Blankenese könne im Zuge eines Ringverkehrs zwischen dem Lühe-Anleger, Wedel und Hamburg reaktiviert werden. Sie haben Touristen und Pendler im Blick.
Deichschutz: Unterstützung an Borsteler Binnenelbe und Este gefordert
Bernd Sänger, aktiv in der CDU Jork und im Borsteler Hafenverein, warb um Unterstützung. Die Jorker hoffen auf Unterstützung für die Ausbaggerung der Borsteler Binnenelbe, um das Stauvolumen für Beregnungswasser (Obstbau) und Starkregen (Hochwasserschutz im Binnenland) zu erhöhen. 600.000 Kubikmeter müssen raus. Das Gewässer ist infolge der Elbvertiefung total verschlickt. Klei und Schlick könnten mit dem Bagger rausgeholt und auf Hahnöfersand für den Deichbau in Niedersachsen und Hamburg abgelagert werden.
Statt die stadteigene Insel nach Aufgabe des Gefängnisses für den Öko-Ausgleich für den Wohn- und Gefängnisbau in Hamburg-Billwerder in Beschlag zu nehmen, müssten größere Flächen für Kleilagerung vorgesehen werden. Die in dem Vertrag mit Hamburg im neuen B-Plan vorgesehenen 6,5 Hektar großen Kleilager seien zu wenig.

Verschlickt: Hafen-Wettern und Borsteler Binnenelbe sind ein wichtiger Wasserspeicher. Foto: Vasel
Weiteres Ziel müsse es sein, Hamburg in den Hochwasserschutzverband Este zu holen. Außerdem müsse ein Spitzenschöpfwerk an der Mündung der Este realisiert werden. Eigentlich gab es einen Prüfauftrag in der Bürgerschaft - initiiert auch von der grünen Bürgerschaftsabgeordneten Dr. Gudrun Schittek aus Cranz. Doch der rot-grüne Senat packte diesen in die Schublade.
Die Idee: Um das aufgestaute Wasser bei einer Starkregen- und Sturmflut mit einem über drei Tiden geschlossenen Este-Sperrwerk in Neuenfelde über den Deich in die Elbe zu pumpen, soll eine Riesenpumpe installiert werden. So sinke die Hochwassergefahr an der Untereste. Eble mahnte einen solidarischen Hochwasserschutz an.
Wirtschaft: Freude über Kauf der Sietas-Wert
Begrüßt wird der Kauf der Sietas-Werft durch Hamburg. Mit der Sicherung des Industriegebiets steige die Chance, dass der Bund die Este ausbaggert, war sich die CDU einig.
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