TDie nächste Baustelle: Vollsperrung für Lkw auf der K39 in Jork-Borstel
Blick auf die asphaltierte Umfahrung im Deichkörper in Hinterdeich in Jork-Borstel. Foto: Vasel
Brummi-Verbot im Alten Land: Die Kreisstraße 39 wird in Jork-Hinterbrack ab Montag für den Lkw-Verkehr im Bereich der Deichbaustelle voll gesperrt. Das hat Folgen.
Jork. Die Kreisstraße 39 wird ab Montag, 11. Mai, auf Höhe der Deichbaustelle in Hinterbrack für Lkw „voll gesperrt“. Das hat Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts mitgeteilt. Entlang des Elbdeiches sind tagtäglich bis zu 12.000 Kraftfahrzeuge unterwegs, darunter bis zu 1200 Lkw.
Umleitung für Lkw über die A26 oder die B73
Diese sollen bis zum 25. Mai auf die Autobahn 26 und/oder die Bundesstraße 73 ausweichen, so der Oberdeichrichter der II. Meile Alten Landes. Die großräumige Umleitung ist ausgeschildert. Die Pkw-Fahrer auf der wichtigen Pendlerstrecke nach Hamburg sind nicht betroffen.
Die Lkw-Fahrer müssen allerdings auch in Buxtehude mit Verkehrsbehinderungen rechnen. In der Ortschaft Ovelgönne werden - zwischen dem Gewerbegebiet und der Kreuzung von B3/B73 - zwei Bushaltestellen am Hemberg bis zum 6. Juni behindertengerecht ausgebaut. Die Bundesstraße 73 ist in Fahrtrichtung Neu Wulmstorf/Hamburg gesperrt, die Umleitung führt über Elstorf.
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Diese Überschneidung habe sich nicht vermeiden lassen. Bis zum Herbst, wenn die Sturmflutsaison beginnt, soll der Sielbau in Jork-Borstel abgeschlossen sein. Im Bereich des Deichsiels - zwischen dem Radiomuseum und dem Blitzer in Hinterbrack - soll binnendeichs das Einlaufwerk errichtet werden.

Blick auf die Baustelle des Auslaufbauwerks des Siels in Hinterbrack im Oktober 2024. Foto: Vasel
Zwischen 2023 und 2025 hatten die Deichbauer bereits einen Großteil des rund 70 Meter langen Sielrohrs unter der K39 und dem Hauptdeich verlegt - inklusive des Auslaufbauwerks an der Elbe. Das mehr als vier Millionen Euro teure Bauwerk sichert die Ent- und Bewässerung in dem 300 Hektar großen Obstbaugebiet an der Hinterbracker Wettern.
Der letzte Abschnitt des Sielrohrs, der Durchmesser beträgt einen Meter, wird wieder in einem Spundwandkasten liegen. Dafür müssen 15 Meter lange Spundwandbohlen in den Untergrund getrieben werden. Der Kasten sorgt dafür, dass auch dieses Sielrohr-Stück sicher im Altländer Untergrund liegen wird, so Ulferts.
Auf Höhe des Ein- und Auslaufs in die Hinterbracker Wettern wird das gegenüberliegende Ufer vor dem schmucken Altländer Fachwerkhaus von 1733 befestigt, um Auskolkungen zu vermeiden. Die Spundwandbohlen aus Stahl dienen als Ufersicherung und als Gründung des Einlaufbauwerks des Siels.
Aufgrund der Rammarbeiten ist es erforderlich, beide Fahrbahnen der K39 im Bereich der Baustelle bis zum 25. Mai vollständig zu sperren, erklärt Calvin Herbst vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Stade.
Provisorische Umfahrung am Deichfuß angelegt
Um trotzdem einen Pkw-Verkehr zu ermöglichen, haben der NLWKN und der Deichverband eine drei Meter breite temporäre Umfahrung angelegt. Der Deichfuß wurde dafür abgebaggert.
„Der Pkw-Verkehr wird dort mittels einer Lichtsignalanlage geregelt“, sagt Calvin Herbst. Auch die Fußgänger und Fahrradfahrer können die Umfahrung nutzen. Der Fahrzeugverkehr wird weiter im Wechsel vorbeigeführt. Allein für den Lkw-Verkehr bleibt die Strecke in diesem Bereich vollständig gesperrt.
„Der Untergrund ist nicht tragfähig“, sagt Ulferts. 85 Zentimeter Schotter unter der provisorischen Asphaltschicht reichten nicht, um Lkw-Verkehr zu ermöglichen. Das hätten die Druckversuche gezeigt.

Blick auf die asphaltierte Umfahrung, unter ihr liegen 85 Zentimeter Schotter. Ein Lkw würde hier versacken. Foto: Vasel
Nach Abschluss der Spundwandarbeiten werde sich der Platzbedarf der Baustelle verringern, so dass anschließend - nach dem 25. Mai - wieder eine halbseitige Sperrung der K39 mit Lichtsignalanlage (Ampel) eingerichtet werden könne. Ende August 2026 soll alles fertig sein.
Die eigentliche Deicherhöhung soll am 15. April 2027 starten. 2027 und 2028 werden je 1000 Meter in der sturmflutfreien Zeit von April bis Oktober erhöht, Restarbeiten folgen 2029. Mittlerweile sind Kosten von 5,5 Millionen Euro im Gespräch.
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