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Ehrenamt

TLühes Feuerwehr-Chef sorgt sich um Sicherheit der Einsatzkräfte

Großfeuer in Bassenfleth im August 2025: Der Bewohner erliegt später den Folgen seiner Brandverletzungen.

Großfeuer in Bassenfleth im August 2025: Der Bewohner erliegt später den Folgen seiner Brandverletzungen. Foto: Vasel

Lühes Gemeindebrandmeister Jens Kuck sorgt sich nicht nur um die Sicherheit seiner Einsatzkräfte, sondern auch um die des Dorfpolizisten Torben Kubik. Die Altländer fordern Verstärkung.

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Von Björn Vasel
Sonntag, 22.02.2026, 11:50 Uhr

Hollern. Bei der Jahreshauptversammlung der sechs Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Lühe appellierte Gemeindebrandmeister Jens Kuck im Hollerner Hof an die Politik, weiter in neue Fahrzeuge und in die Modernisierung der Feuerwehr-Gerätehäuser zu investieren. Er verwies auf die Feuerwehrhäuser Neuenkirchen und Hollern, die nicht den Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse entsprächen.

Die Fahrzeuge seien im Schnitt mehr als 20 Jahre alt. Kuck mahnte an, dass nach der Indienststellung eines Mittleren Löschfahrzeuges (MLF) in Neuenkirchen, weitere Anschaffungen notwendig seien. Das Einsatzboot der Ortsfeuerwehr Grünendeich stammt aus dem Jahr 1988.

Auch die Einsatzleitwagen der Ortsfeuerwehren Hollern-Twielenfleth und Grünendeich würden „nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen“. Der Mannschaftstransportwagen in Steinkirchen (1999) und das Tanklöschfahrzeug in Grünendeich (2000) müssten in den nächsten Jahren neu beschafft werden.

Bei den Löschwasserentnahmestellen müsse aufgrund des Alters mehr Geld investiert werden. Die Geräte-Ausstattung bezeichnete Kuck „weitestgehend als gut“.

Bürgermeister hält an allen sechs Feuerwehr-Standorten fest

Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke dankte den Feuerwehrleuten und der zuständigen Rathaus-Mitarbeiterin Johanna Dorndorf für ihr Engagement. Er wolle an allen sechs Standorten festhalten.

Das Gerätehaus Mittelnkirchen ist fertig. Die Planung für Neuenkirchen soll am 9. März vergeben werden. 550.000 Euro sind für den Umbau des im Jahr 2004 errichteten Feuerwehrgerätehauses von der Politik in den Haushalt 2026 eingestellt worden.

Im Haushalts- und Finanzplan sind 100.000 Euro für Planungskosten in Hollern und 200.000 Euro für ein neues Einsatzboot für Grünendeich eingeplant. Das Boot soll 2027 kommen.

Das mehr als 300.000 Euro teure Mittlere Löschfahrzeug werde laut Gerke im März bestellt. Das Ziegler-Löschfahrzeug auf MAN-Basis soll 2027 an die Ortsfeuerwehr Neuenkirchen übergeben werden.

In den Ortsfeuerwehren Hollern-Twielenfleth, Grünendeich, Steinkirchen, Mittelnkirchen, Guderhandviertel und Neuenkirchen sind laut Kuck 287 Feuerwehrleute aktiv - unter ihnen 33 Frauen. Der Altersschnitt sei auf 38,9 Jahre gesunken. Die Arbeit in den Kinder- und Jugendfeuerwehren zahle sich aus, um die 79 Kinder und Jugendlichen kümmern sich 25 Betreuer. Neuer Jugendwart ist Nico Schube, er folgte auf Matthias Brandt.

Im November 2025 wird ein Sprinter-Fahrer an der L140 in Huttfleth gerettet.

Im November 2025 wird ein Sprinter-Fahrer an der L140 in Huttfleth gerettet. Foto: Vasel

2025 rückten die Wehren zu 141 Einsätzen aus. Bei 17 AED-Einsätzen seien elf Menschen gerettet worden. In den drei Notfallgruppen sind 60 Feuerwehrleute aktiv.

Die beiden schlimmsten Einsätze an der Lühe

Herausragende Einsätze waren der Großbrand am 6. August in Bassenfleth - der verletzte Bewohner starb später - und der schwere Unfall am 5. November in Huttfleth. Bei diesem war ein Sprinter-Fahrer an der L140 gegen einen Baum gefahren.

Kuck dankte den Feuerwehren Stade, Horneburg und Jork sowie der DLRG für die gute Zusammenarbeit. Werte in Höhe von 1,8 Millionen Euro seien erhalten worden. Die Schäden wurden mit 600.000 Euro beziffert, so Vize-Gemeindebrandmeister Jens Kleine.

Günter Hamann radelt vor 70 Jahren mit dem Rad zur Feuertaufe

Bei der Ehrung von Günter Hamann (91) aus Bassenfleth erhoben sich alle von ihren Plätzen. Zu seinem ersten Feuer fuhr er vor 70 Jahren mit dem Rad: „Ich hatte noch keine Uniform, ich war gerade erst eingetreten. Die Einsatzjacke bekam ich am Brandort.“ Sein schwierigster Einsatz: An das Großfeuer von 1983 auf dem Obsthof Eckhoff in Hollern könne er sich noch gut erinnern, die „Hitze war enorm“.

70 Jahre in der Feuerwehr: Vize-Gemeindebrandmeister Jens Kleine (links), Gemeindebrandmeister Jens Kuck und Kreisbrandmeister Henning Klensang (rechts) gratulieren Günter Hamann (91) aus Bassenfleth.

70 Jahre in der Feuerwehr: Vize-Gemeindebrandmeister Jens Kleine (links), Gemeindebrandmeister Jens Kuck und Kreisbrandmeister Henning Klensang (rechts) gratulieren Günter Hamann (91) aus Bassenfleth. Foto: Vasel

In den ersten Jahren gehörte er der Gruppe Bassenfleth an. Der Feuerwehrmann aus Hollern-Twielenfleth engagierte sich nicht nur als Kassierer seiner Wehr, sondern unter anderem auch im Samtgemeinderat und bis heute im Blasorchester Altes Land. „Er lebt das Ehrenamt“, sagte der Vorsitzende der CDU-Lühe, Gerd Dehmel.

Altländer fordern zweiten Dorfsheriff für Steinkirchen

Bürgermeister Gerke und Gemeindebrandmeister Kuck unterstrichen die gute Zusammenarbeit mit „unserem Polizisten“ Torben Kubik. Der sorgt seit 2022 für Recht und Ordnung in der Samtgemeinde Lühe mit ihren 10.000 Einwohnern. Die Altländer fordern Verstärkung für die Ein-Mann-Station. Sie sorgen sich um die Sicherheit ihres Dorfsheriffs.

Intensive Zusammenarbeit: Bürgermeister Timo Gerke und Dorfsheriff Torben Kubik weisen auf das Silvesterfeuerwerksverbot in der Samtgemeinde Lühe hin.

Intensive Zusammenarbeit: Bürgermeister Timo Gerke und Dorfsheriff Torben Kubik weisen auf das Silvesterfeuerwerksverbot in der Samtgemeinde Lühe hin. Foto: Vasel

Die Wache in Steinkirchen müsse zeitnah mit zwei Beamten besetzt werden, sagte Rathaus-Chef Timo Gerke. Es könne nicht sein, dass der Polizist alleine ausrücken müsse. Bei einem der Einsätze habe ihm ein Mann das Brustbein gebrochen, drei Messer-Einsätze gab es, so Kubik.

Höhere Einsatzzahlen - mehr Personal gefordert

Er hoffe, dass der Leiter der Polizeiinspektion Stade, Jan Kurzer, und seine direkte Chefin im Polizeikommissariat Buxtehude, Mailin Bartels, für Verstärkung sorgen. Die Arbeitsbelastung steige, die Fallzahlen hätten sich verdoppelt.

Im Sommer 2025 hatte der Buxtehuder Polizist Thorsten Fetz seinen Kollegen unterstützt. Gemeindebrandmeister Kuck sagte, unter großem Beifall, in Richtung Kubik: „Wenn Du Hilfe brauchst, wähl‘ 112. Wir sind für Dich da.“

Überraschung gelungen: Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke wird mit der Hochwasser-Ehrennadel 2023 des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Foto mit Gemeindebrandmeister Jens Kuck, Vize-Gemeindebrandmeister Jens Kleine und Kreisbrandmeister Henning Klensang (von links).

Überraschung gelungen: Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke wird mit der Hochwasser-Ehrennadel 2023 des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Foto mit Gemeindebrandmeister Jens Kuck, Vize-Gemeindebrandmeister Jens Kleine und Kreisbrandmeister Henning Klensang (von links). Foto: Vasel

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