TPendler: Arbeiten in Cranz enden, doch nächste Sperrung steht bevor
Die Baugrube wird nächste Woche verfüllt, die Trinkwasserleitung am Estedeich in Cranz liegt im Boden. Foto: Vasel
Tausende Pendler Richtung Airbus und Hamburg sind betroffen: Nach den Tiefbauern sind im Alten Land die Straßenbauer am Zug. Was Autofahrer wissen müssen.
Altes Land. In der nächsten Woche sollen die Baugruben am Estedeich verfüllt und asphaltiert werden. Das heißt: Erst bauen die Straßenbauer in den Bereichen eine frostsichere Schicht aus verdichtetem Mineralgemisch ein, danach wird asphaltiert. Auf die dickere Asphalttrag- kommt im zweiten Zug eine dünne -deckschicht. „Es geht tatsächlich sehr gut voran“, freut sich der Sprecher von Hamburg Wasser, Ole Braukmann.
Blick auf die Baustelle am Estedeich nahe des Inneren Este-Sperrwerks: Die Trinkwasserleitung in Cranz ist verlegt. Foto: Vasel
Die Rohrleitungsbauer aus Buxtehude/Hanstedt haben am Dienstag „die letzten Verbindungen gemacht, der Leitungsbau ist damit fertig“. Die neue Trinkwasserleitung ist in einer Tiefe von 90 Zentimetern auf einer Länge von 400 Metern in der Fahrbahnmitte zwischen der Alten Schule und dem Inneren Este-Sperrwerk verlegt worden. 19 Hausanschlüsse erneuerten die Arbeiter.
Die alte Wasserleitung war fast 100 Jahre alt. Es gab bereits Rohrbrüche. Kurzum: Die Rohre in Cranz waren „bruchgefährdet“. 2023 und 2024 mussten wiederholt Straßen im Alten Land nach Wasserrohrbrüchen über Wochen voll gesperrt werden. Ein Beispiel: Im Januar 2024 brach in Nincop auf dem Obstmarschenweg (Nincoper Straße) zwischen Jork und Neuenfelde eine Trinkwasserleitung von 1955 vor dem Lidl-Markt. Tausende Liter Wasser ergossen sich über die Kreuzung. Die Pendlerstrecke war fast vier Wochen lang voll gesperrt.
Vollsperrung in Cranz soll Mitte Juni enden
Die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt könnte Ende nächster Woche am 12./13. Juni aufgehoben werden. Doch auf einen festen Termin will sich Braukmann nicht festnageln lassen. Die Maßnahme muss vor einer Verkehrsfreigabe abgenommen werden. Außerdem stünden auch noch Abstimmungen bezüglich des Straßenbaus an.

Blick auf eine Spülpumpe am Estedeich. Foto: Vasel
Tausende Pendler sind betroffen: Die Verbindung zwischen Königreich (L140) und dem Elbdeich ist eine Lebensader des Alten Landes. Von Oktober/November 2025 bis Ende März 2026 sollte gebuddelt werden. Doch witterungsbedingt gab es Verzögerungen. Der Wintereinbruch wirbelte den Zeitplan durcheinander. Durch die Schneeschmelze stieg der Grundwasserspiegel stark an, auf fast 60 Zentimeter unter Straßenniveau. Hamburg Wasser musste Grundwasserabsenkungen beantragen, das kostet Zeit.
Anlieger und Anwohner sind nicht ausgesperrt. Damit die Cranzer ihre Häuser erreichen können, wurde die Maßnahme in sieben Abschnitte aufgeteilt. Kunden konnten und können das Schuhhaus Tamcke und das Gasthaus zur Post erreichen. Weil die viel befahrene, kurvenreiche Straße nur 5,80 Meter breit ist, konnten die Arbeiter nur im Schutz einer Vollsperrung die Trinkwasserleitung verlegen.
Die von der Stadtentwässerung geplante Sanierung des Abwassernetzes liegt auf Eis. Das war zeitgleich nicht möglich.

Blick in eine Baugrube: Unter der Fahrbahn von 1963/2012 ist das alte Pflaster der Straße Estedeich in Cranz zu sehen. Foto: Vasel
Die Fahrbahn wird nicht komplett neu asphaltiert. Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Gudrun Schittek (Grüne), aktiv im Arbeitskreis Cranz, will das wie Anwohner Dr. Boy Friedrich im Auge behalten. Stichworte: Verkehrslärm und Schäden an Häusern. 2012 war diese Straße „wegen erheblicher Schäden und Unebenheiten“ mit einem Fahrbahndeckenüberzug aus zwei Zentimetern Asphalt überzogen worden.
Nach der Vollsperrung ist vor der Vollsperrung
Damit nicht genug: Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer - kurz LSBG - erneuert von Montag, 15. Juni, 5 Uhr, bis Sonntag, 21. Juni, 17 Uhr, die Fahrbahn am Nincoper Deich. Die Straße ist eine wichtige Verkehrsader zwischen A26-Anschlussstelle Neu Wulmstorf und dem Obstmarschenweg.

Nächste Vollsperrung: Die Straße Nincoper Deich wird ab Mitte Juni saniert. Foto: Vasel
Hamburg will nicht nur die Asphalt-Deckschicht erneuern, sondern auch die Leitpfosten und die Verkehrszeichen ersetzen sowie die Entwässerung instandsetzen. Für die Sanierung muss die Straße zwischen den Ortschaften Neuenfelde-Nincop (Hausnummer 34/Ortsschild) und Rübke (Landesgrenze Niedersachsen) voll gesperrt werden - für die Auto- und die Fahrradfahrer sowie die Fußgänger. Der Fahrzeugverkehr wird über Buxtehude und Jork-Königreich beziehungsweise Neu Wulmstorf und Francop großräumig umgeleitet.

Das sind die Umleitungsstrecken während der Vollsperrung der Straße Nincoper Deich. Foto: LSBG/Geoportal Hamburg
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