TVerkehrsbehinderungen: Ingenieure prüfen Este-Klappbrücke in Jork-Hove
Blick in den Klappenkeller der Hove-Brücke: Auch der Hauptzylinder der Brücke wird regelmäßig gewartet, links oben ist das 120 Tonnen schwere Gegengewicht zu sehen. Foto: Vasel
Die Klappbrücke in Hove wird instandgesetzt. Das hat Folgen für den Verkehr auf der wichtigen Pendlerstrecke nach Hamburg. Damit müssen Autofahrer auf der L140 rechnen.
Jork. Etwa 400 Lkw und 7100 Pkw fahren laut der Verkehrsmengenkarte Niedersachsen täglich über die Klappbrücke in Hove. Hier quert die L140 die Este. Jetzt will die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade die Brücke warten. Behördensprecherin Carolin Selle hat Instandsetzungsarbeiten für die kommende Woche angekündigt.
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Diese starten am Montag, 23. März. Die Arbeiten sollen bis Freitag, 27. März, andauern. „Im Zuge der Instandsetzungsarbeiten wird es nötig sein, die Klappbrücke zwischen Königreich und Hove sowohl am Montag als auch am Freitag mehrmals zu öffnen“, erklärt Selle.
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Mit welchen Beeinträchtigungen für den Verkehr ist zu rechnen?
Von Dienstag bis einschließlich Donnerstag werden Arbeiten mit einem Brückenuntersichtgerät von der geschlossenen Brücke aus durchgeführt. Die Stahl- und Betonelemente werden kontrolliert, um Schäden zu erkennen und zu beheben.
Der Verkehr wird mit einer Ampel einseitig im Wechsel an dem Arbeitsgerät vorbeigeführt. Mit Verkehrsbeeinträchtigungen ist zu rechnen. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bittet um erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme im Bereich der Baustelle.
Im Jahr 1999 hatte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Technik der Brücke für 300.000 Euro erneuert. In den „Katakomben“ wurden die Hydraulikpumpen und die elektronische Steuerungstechnik ausgetauscht und modernisiert sowie Teile der Antriebstechnik, wie der Hauptzylinder im Klappenkeller, instandgesetzt.
Auch eine Lautsprecher- und Videoanlage wurde neu installiert, damit Brückenwärter den Schiffs- und Fahrzeugverkehr im Blick haben. Für den Ölwechsel waren 1600 Liter Hydrauliköl nötig.
Brückenbau von 1874/1875 war Anlass zum Streit
Die zehn Millionen Mark teure Brücke war am 1. Dezember 1996 nach einer Bauzeit von gerade einmal 27 Monaten für den Verkehr freigegeben worden. Der Stahlüberbau wiegt 168 Tonnen und ist 31,5 Meter lang. Zwei Motoren sorgen dafür, dass sich die schwere Brücke rechnergesteuert innerhalb von fast 90 Sekunden öffnet. Ist der Entriegelungswiderstand gebrochen, übernimmt das 120 Tonnen schwere Gegengewicht die Arbeit des Öffnens und versinkt im riesigen Klappenkeller. In diesem könnten locker zwei Einfamilienhäuser stehen.

Blick von der Este auf die Klappbrücke zwischen Königreich und Hove. Foto: Vasel
Der Brückenwärter kommt seit dem Jahr 2005 lediglich noch auf Anforderung, um die Brücke über die Bundeswasserstraße Este zu öffnen. Das allerdings passiert nach dem Bau der A-26-Brücke und dem Rückgang der Schifffahrt immer seltener - weniger als 100 Mal im Jahr.
Eine Brücke gibt es an dieser Stelle übrigens erst seit 1874/1875. Die damalige Drehbrücke wurde im Zuge des Baus der Stader-Francoper Chaussee errichtet. Die Estebrügger hatten vergeblich versucht, den Bau zu verhindern - aus Sorge vor wirtschaftlicher Schwächung.
„Hindernis“: Buxtehude entschied sich gegen Brückenbau
Auch Buxtehude lehnte den Bau ab, die Stadt sah in der Brücke ein „Hindernis“ für die Schifffahrt. Hove prosperierte nach dem Brückenschlag; neben dem Gasthof „Zum Goldenen Adler“ entstanden eine Bäckerei, ein Gemischtwarenladen und eine Schlachterei.
1928 wurde bei einer Prüfung festgestellt, dass die Brücke mit „minderwertigem Eisen“ errichtet worden war. Das zulässige Gewicht wurde auf neun Tonnen, die Höchstgeschwindigkeit auf acht km/h reduziert. Zum Neubau kam es nicht. Am 23. April 1945 sprengten Briten den Bau. 1946 wurde die Brücke wieder errichtet. Ab 1973/1980 wurde ein Neubau geplant, aber erst 1996 realisiert.
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