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T Warum der Einzelhandel in Buxtehude robust ist - und was ihn gefährdet

In Buxtehude ist laut einer Studie das Einkaufen der wichtigste Grund für einen Besuch in der Innenstadt. Das Bild zeigt die Fußgängerzone an einem verkaufsoffenen Sonntag.

In Buxtehude ist laut einer Studie das Einkaufen der wichtigste Grund für einen Besuch in der Innenstadt. Das Bild zeigt die Fußgängerzone an einem verkaufsoffenen Sonntag. Foto: Altstadtverein Buxtehude

In einer Talkrunde des Wirtschaftsvereins Buxtehude sprachen Experten über die Entwicklung der Innenstädte. Das antwortete C&A zur Zukunft der Filiale in Buxtehude.

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Von Thomas Sulzyc
Freitag, 06.03.2026, 18:50 Uhr

Buxtehude. In Buxtehude und anderen Städten des Elbe-Weser-Raums besuchen Menschen die Innenstädte vor allem, um einzukaufen. Im übrigen Niedersachsen ist das anders.

Das macht die Buxtehuder Innenstadt so besonders

Als besonders wertvoll erachten dort Besucher in den Stadtzentren die Gastronomie und Erlebnisse in der Freizeit. Was die Buxtehuder Innenstadt so besonders macht, erklärte Kathrin Wiellowicz, Expertin für Stadtentwicklung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Elbe-Weser, in einer Talkrunde während der Jahreshauptversammlung des Wirtschaftsvereins Buxtehude. Das Thema: die Zukunft der Innenstädte.

Sie diskutieren über die Zukunft der Innenstädte (von links): Buxtehudes Stadtbaurätin Michaela Springhorn, Moderatorin Birte Christiansen, Kaufhauschef Fabian Stackmann und Kathrin Wiellowicz (IHK Elbe-Weser).

Sie diskutieren über die Zukunft der Innenstädte (von links): Buxtehudes Stadtbaurätin Michaela Springhorn, Moderatorin Birte Christiansen, Kaufhauschef Fabian Stackmann und Kathrin Wiellowicz (IHK Elbe-Weser). Foto: Sulzyc

Der Einzelhandel in Buxtehude zeigt sich besonders robust. Bei den Ausgaben in den Zentren sei der Elbe-Weser-Raum die Nummer eins in Niedersachsen. Durchschnittlich 200 Euro gäben Besucher dort aus, wenn sie in den Innenstädten shoppen gehen. Selbst in Hannover seien es weniger, sagte Kathrin Wiellowicz. Sie beruft sich dabei auf die Zentrenstudie Niedersachsen und Bremen 2024 der Cima Beratung und Management.

Leerstand in der City noch auf niedrigem Niveau

Dennoch sind Zeichen der Krise im Einzelhandel auch in Buxtehude unübersehbar: Innerhalb von drei Jahren hat sich die Leerstandsquote verdoppelt: Von 1,55 Prozent im Jahr 2024 auf 3,13 Prozent im Jahr 2026 - das hat die Wirtschaftsförderung der Stadt Buxtehude ermittelt. Das sei ein Leerstand auf niedrigem Niveau. Selbst fünf bis sieben Prozent Leerstand gelten noch als gesund.

„Es wird weniger Geld in den Geschäften gelassen“, sagte Fabian Stackmann, Chef des gleichnamigen Modehauses in Buxtehude. Die Menschen kauften mehr im Internet ein.

Auf die Frage nach den Ideen der Stadt Buxtehude zur weiteren Entwicklung der Innenstadt gab sich Stadtbaurätin Michaela Springhorn zurückhaltend. In erster Linie sei das Sache der Wirtschaft. Was die Stadt beeinflussen könne, sei, Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Idee: Sonnensegel in der Fußgängerzone

Fördergeld für Klimaanpassungsmaßnahmen habe die Stadt beantragt. Zum Beispiel zum Schutz vor Hitze. Was mit dem Geld geschaffen werden könnte, ließ die Stadtbaurätin unbeantwortet.

Stattdessen nannte Moderatorin Birte Christiansen, Vorstandsmitglied im Wirtschaftsverein Buxtehude, Ideen: gekühlte Räume, in die Innenstadtbesucher gehen könnten. Oder Sonnensegel.

Mehr Handeln im praktischen Nutzen wünscht sich Fabian Stackmann von der Stadtverwaltung. Beispiel: Die zwei digitalen Informationsstelen für Besucher der Stadt seien seiner Meinung nach falsch platziert. Die Folge: Der Effekt verpuffe.

An den Informationsdisplays erhalten Besucher Hinweise zu Veranstaltungen und Ausflugstipps. Die Stelen sind auch interaktives Wegeleitsystem - nützlich für Touristen.

Kaum jemand weiß von den digitalen Infostelen

Wer von den digitalen Stelen wisse, wollte Moderatorin Birte Christiansen vom Publikum wissen und forderte es auf, Handzeichen zu geben. Von den 80 Gästen, Unternehmer aus Buxtehude und Umgebung, hoben gerade einmal fünf oder sechs die Hand.

Digitale Infostele am Geesttor.

Digitale Infostele am Geesttor. Foto: Sulzyc

Die zwei Informationsstelen befinden sich auf dem Altstadtparkplatz (bei der Toilette) und bei der Fahrradabstellanlage am Geesttor. Ein besserer Standort wäre an den Eingängen zur Altstadt gewesen, sagte Fabian Stackmann.

Kritik an geplanter Verpackungssteuer

Die in Buxtehude geplante Steuer auf nicht wiederverwendbare Verpackungen schade dem Wirtschaftsstandort, warnt Kathrin Wiellowicz. Einnahmen von 400.000 Euro pro Jahr erwartet die Stadt ab 2028 daraus. Aber: Die Steuer komme zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, weil die Wirtschaft klamm sei.

„Mir ist kein Beispiel zu Ohren gekommen, dass die Verpackungssteuer dazu beigetragen habe, dass weniger Verpackung anfällt“, sagte Kathrin Wiellowicz.

Die Einzelhandelslandschaft im Landkreis Stade ist in Bewegung. Das bedeutet, dass sie noch lebendig ist. In Buxtehude beendete die auf Geschenk- und Dekoartikel spezialisierte Kette Nanu-Nana einen Leerstand in der Fußgängerzone.

In der Stadt Stade hat die Modekette C&A ihre Filiale geschlossen - aber mit der Kaufhauskette Woolworth zieht ein Nachmieter ein.

C&A hat in den vergangenen Jahren mehrere Geschäfte in Deutschland geschlossen. Die Modekette betreibt derzeit in Deutschland nach eigenen Angaben rund 350 Filialen. 2021 waren es laut einem Bericht der Wirtschaftswoche noch 427 Filialen.

Die Filiale der Modekette C&A in Buxtehude.

Die Filiale der Modekette C&A in Buxtehude. Foto: Sulzyc

Droht auch die Schließung des C&A-Hauses in Buxtehude? „Zu potenziellen zukünftigen Maßnahmen an einzelnen Standorten, einschließlich Buxtehude, kommentieren wir keine Spekulationen und bitten um Verständnis, dass wir hierzu keine Aussagen treffen“, antwortete eine Unternehmenssprecherin dem TAGEBLATT.

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