Airbus: Passagierzahl verdoppelt sich bis 2045
Blick in einem Airbus A320neo. Foto: Jan Woitas/dpa
Neue Flugrouten fernab der Metropolen, ein Bedarf an mehr als 42.000 Jets und ein Boom bei Mittelstrecken: So sieht Airbus die Zukunft des Fliegens.
München/Toulouse. Der europäische Flugzeugbauer Airbus rechnet in den kommenden zwei Jahrzehnten mit einem weiter stark wachsendem Luftverkehr. Die Zahl der Passagiere werde sich bis 2045 bei einem durchschnittlichen Wachstum von 3,9 Prozent auf rund 10 Milliarden Menschen im Jahr verdoppeln, teilt das Unternehmen in seinem globalen Marktausblick mit. Ähnliche Schätzungen hat bereits der Welt-Airline-Verband IATA verbreitet.
Boeing-Konkurrent Airbus erwartet für den Zeitraum einen Bedarf von mehr als 42.000 Flugzeugen, von denen knapp die Hälfte (19.820) allein als Ersatz für aktuelle Jets benötigt würde. 22.240 Flugzeuge würden für Wachstum vorgesehen. 19 Prozent der Neuflotte würden als Großraumflugzeuge benötigt.
Treiber der Nachfrage seien Urbanisierung, Wirtschaftswachstum und eine wachsende Mittelschicht. Weil vor allem kleinere Städte statt der Metropolen wachsen, werde der Luftverkehr künftig dezentraler organisiert. Es entstünden neue Verbindungen zwischen mittelgroßen Städten abseits der großen Drehkreuze. Besonders gefragt blieben demnach sparsamere Kurz- und Mittelstreckenjets. Der Hersteller verwies auf sein eigenes Auftragsbuch mit mehr als 9.000 Maschinen.
Airbus und MTU wollen Brennstoffzellen-Triebwerk entwickeln
Airbus und der Triebwerkhersteller MTU wollen gemeinsam ein abgasfreies Brennstoffzellen-Triebwerk für Flugzeuge entwickeln. Ein Gemeinschaftsunternehmen soll ab voraussichtlich 2027 den neuen Antrieb entwickeln und vermarkten, wie die beiden Unternehmen mitteilten.
2025 hatten MTU und Airbus eine Absichtserklärung unterzeichnet, die angekündigte Gründung ist nun der nächste Schritt. Behördliche Genehmigungen und die Gespräche mit den Betriebsräten stehen noch aus.

Airbus und MTU wollen einen Wasserstoffantrieb für Flugzeuge entwickeln. (Symbolbild) Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Batterien zu schwer
Die Abgase herkömmlicher Flugzeugtriebwerke sind besonders klimaschädlich, da Düsenjets in großer Höhe fliegen. Elektrischer Batterieantrieb gilt in der Luftfahrtindustrie wegen des hohen Gewichts der Batterien als ungeeignet für größere Flugzeuge. Brennstoffzellen hingegen erzeugen Strom an Bord mit Hilfe der chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff.
Das geplante Gemeinschaftsunternehmen soll nicht nur den Brennstoffzellen-Antrieb bis zur Marktreife bringen, sondern verfolgt auch eine übergeordnete Botschaft: MTU und Airbus wollen europäische Technologieführerschaft demonstrieren. Beide Unternehmen haben in den vergangenen Jahren bereits an der Entwicklung von Brennstoffzellen-Triebwerken gearbeitet.

Blick in einem Airbus A320neo. Foto: Jan Woitas/dpa