TBSV-Trainer Salim Aichaoui hält Kontakt zu tunesischem WM-Profi
Salim Aichaoui im WM-Fieber: Der Trainer der BSV-Fußballer hat tunesische Wurzeln. Foto: privat (nomo)
BSV-Trainer Salim Aichaoui fiebert mit Tunesien mit. Nach der Auftaktpleite schickt er aufmunternde Worte an einen früheren Mitspieler, der heute im Nationalteam spielt.
Landkreis. In Aichaouis Brust schlagen zwei Herzen, eines für Tunesien und eines für Deutschland. Geboren und aufgewachsen ist er in Buxtehude, seine Eltern stammen aus Tunesien. Müsste er sich entscheiden, welcher Mannschaft er mehr die Daumen drückt, wäre es Tunesien. „Ich freue mich auch, wenn Deutschland weit kommt“, erklärt er. „Aber bei Tunesien schwingt dieses Underdog-Gefühl mit.“
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Für Tunesien begann die WM mit einer 1:5-Klatsche gegen Schweden. Aichaoui stellte sich extra den Wecker auf 4 Uhr morgens, „aber ich hätte auch einfach weiterschlafen können“, sagt er mit hörbarem Frust. „Es war ein Albtraum.“
Aichaoui begrüßt den Trainerwechsel
Noch in der WM-Qualifikation hatte Tunesien kein einziges Gegentor kassiert. Nun klingelte es gleich fünfmal. Aichaoui fragt sich, warum die Mannschaft plötzlich einen anderen Fußball spielt und viel offensiver agiert. Dass sich der tunesische Verband anschließend vom Trainer getrennt hat, hält er für die richtige Entscheidung. Vom Nachfolger erhofft er sich neue Impulse, glaubt aber nicht mehr so recht an ein Weiterkommen.
Nach der Auftaktniederlage schickte Aichaoui sogar aufmunternde Worte ins tunesische WM-Lager, und zwar an seinen Freund Elias Saad. „Ich habe ihm geschrieben, dass wir alle hinter der Mannschaft stehen“, erzählt er. „Ansonsten werde ich ihn aber in Ruhe lassen.“
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Bis 2019 spielten beide zusammen in der Offensive des Buxtehuder SV in der Landesliga: Saad als großes Talent aus der eigenen Jugend, Aichaoui als erfahrener Flügelstürmer. „Er hat damals schon jeden im Eins-gegen-Eins auseinandergenommen“, erinnert sich Aichaoui. „In der Landesliga konnte ihn keiner stoppen.“
Von der Landesliga in die Bundesliga
Über die Stationen Barmbek und Norderstedt kam Saad zum FC St. Pauli. Dort wurde er mit 23 Jahren Profi und gab wenig später auch sein Debüt in der tunesischen Nationalmannschaft. In der vergangenen Saison spielte der inzwischen 26-jährige Stürmer erst für den FC Augsburg, bevor er im Winter an Hannover 96 ausgeliehen wurde.

Elias Saad (Mitte) spielte zuletzt bei Hannover 96. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
„Ein super Typ“, sagt Aichaoui. „Wir verstehen uns gut, haben den gleichen Humor und sind in Kontakt geblieben.“
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Noch heute bekommt Aichaoui Gänsehaut, wenn er seinen früheren Mitspieler im Fernsehen sieht. „Er spielt gegen die Superstars“, schwärmt er. So auch in der WM-Vorbereitung, als Tunesien auf die belgischen Topspieler um Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku traf.
Aichaoui führte den BSV in die Bezirksliga
Aichaoui selbst legte nach dem Absturz des BSV ein Intermezzo beim ASC Cranz-Estebrügge ein, kehrte 2022 nach Buxtehude zurück und übernahm später die Mannschaft als Trainer in der Kreisliga. In der vergangenen Saison führte er das Team in die Bezirksliga.

Salim Aichaoui feierte mit dem BSV den Aufstieg in die Bezirksliga. Foto: Berlin
„Diese Liga ist schwer einzuschätzen. Wir wollen uns erst mal rantasten“, sagt Aichaoui kurz vor dem Beginn der Saisonvorbereitung. Ein Platz unter den ersten Acht sei das Ziel.
Im Moment versucht Aichaoui, möglichst viele WM-Spiele zu verfolgen - soweit es sein Job im Hamburger Hafen zulässt. Vor allem die Topspiele sowie die Auftritte der tunesischen Nationalmannschaft sind dabei fest eingeplant. Deshalb wird er sich auch am Sonntagmorgen wieder den Wecker stellen, um das Spiel gegen Japan (6 Uhr) nicht zu verpassen.
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