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Buxtehude

TBalanceakt auf der Este: Das ist die neue Kunstinsel im Stadtpark

Die neue Kunstinsel von Folkert Bockentien steht unter dem Titel „balance 3 - birds in balance".

Die neue Kunstinsel von Folkert Bockentien steht unter dem Titel „balance 3 - birds in balance". Foto: Weselmann

Die neue Buxtehuder Kunstinsel schwimmt. In der TV-Serie „Frischer Wind im Alten Land“ ist ihr Gestalter zufällig auf ein passendes Zitat für seinen Balanceakt gestoßen.

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Von Fenna Weselmann
Freitag, 24.04.2026, 16:50 Uhr

Buxtehude. Mit „balance 3 - birds in balance“ präsentiert Folkert Bockentien bereits zum dritten Mal ein Werk auf dem Kunstponton im Wasser der Este. Die neue Arbeit knüpft an seine früheren Kunstinsel-Installationen an. Dabei spielt er immer wieder mit beweglichen Elementen.

Folkert Bockentien spielt mit dem Gleichgewicht

Die erste Installation von 2010 erinnerte an ein nautisches Seezeichen - mit rotierenden Edelstahlkugeln. 2020 folgte mit „balance 2 - out of balance“ ein über einer Erdkugel pendelndes Lot. Alle drei Werke kreisen um das Thema Gleichgewicht. „Schon als Kind war ich fasziniert von Wippen“, erzählt Bockentien vom Ursprung seines Motivs.

Seine zweite Kunstinsel bestückte Folkert Bockentien mit einem überdimensionalen Lot.

Seine zweite Kunstinsel bestückte Folkert Bockentien mit einem überdimensionalen Lot. Foto: Bockentien

Die Idee zum aktuellen Balanceakt hatte der 77-Jährige schon vor rund 50 Jahren, im Kunstkurs der Fachhochschule. Hier gestaltete er ein ähnliches Werk. Die einst aus langen Pappen gebaute Konstruktion lieferte das Vorbild für die jetzige Kunstinsel.

Wind und Wellen bringen die Kunst in Bewegung

Im Zentrum von „balance 3 - birds in balance“ stehen drei stilisierte Vögel, die auf einer Stange sitzen - inspiriert von der Liedzeile „like a bird on a wire“ von Leonard Cohen. Anders als statische Skulpturen sind die Objekte beweglich konzipiert: Wind und Wellen können sie in Bewegung versetzen. „Ich bin gespannt auf die Wirkung“, so Bockentien.

Die Konstruktion besteht aus verleimtem Sperrholz. Die Oberflächen sind mit Autofolie gestaltet. Im Inneren ist Blei eingearbeitet, um das fragile Gleichgewicht der Installation auszutarieren.

Schöner Gruß und Hinweis auf ein Ungleichgewicht

Blau und Gelb spiegeln die Farben der Stadt, lassen aber auch an die Ukraine denken. Der erste Entwurf war inspiriert vom Gefieder der Elstern - mit Schwarz, Weiß und Blau. Schließlich fiel die Wahl auf den leuchtenden Kontrast als „einen schönen Gruß an Buxtehude“, wie der Künstler sagt.

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So wie Bockentiens letzte Kunstinsel verweist das Werk aber auch auf eine Realität jenseits der sichtbaren Harmonie und deutet auf ein zunehmendes Ungleichgewicht. Laut NABU Deutschland sind die Bestände von Singvögeln seit 1980 um rund 40 Prozent zurückgegangen, bei Feldvögeln sogar um bis zu 88 Prozent. Die Installation greift diese Entwicklung subtil auf und eröffnet gedanklichen Raum zwischen ästhetischer Wahrnehmung und ökologischer Reflexion.

Zu seiner Auseinandersetzung ist er jüngst auf ein passendes Zitat gestoßen. In der aktuellen Folge der TV-Serie „Frischer Wind im Alten Land“ zum Wolf sagt Beke (Felicitas Woll): „Es ist schwer, eine Balance zu finden und sich nicht im Streit zu verlieren.“ Im Miteinander sei Balance eben immer das Abwägen der verschiedenen Möglichkeiten, so Bockentien.

In Buxtehude geht die Kunst schon lange baden

Die Kunstinsel wurde von Jürgen K.F. Rohde initiiert und von der Kulturförderung der Hansestadt umgesetzt. Seit 2009 bietet sie Kunstschaffenden aus der Region eine außergewöhnliche Bühne im öffentlichen Raum. Für jeweils ein Jahr wird die auf der Este schwimmende Plattform zur Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst.

Folkert Bockentien beim Aufbau seiner ersten Kunstinsel.

Folkert Bockentien beim Aufbau seiner ersten Kunstinsel. Foto: Bockentien

Folkert Bockentien hat die Idee seines Künstlerfreunds sofort begeistert. Die Ausstellungsinsel ist für ihn wie ein kleines Wasserschloss der Kunst - „weithin sichtbar und gleichzeitig geschützt“. Der Kunstponton liegt auf Höhe des Stadtparks, vis-à-vis vom Restaurant Öz Urfa (Zwischen den Brücken). Eröffnung feiert die 18. Kunstinsel am Sonnabend, 25. April, um 13 Uhr.

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